60 Jahre Škoda 450 - Ein früher Exporterfolg

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Klassiker

- Sportliches Škoda-Modell feiert Jubiläum
- erste bemerkenswerte Erfolge im Export
- zwei Drittel von 1.010 Stück exportiert
- in die USA, nach England & Deutschland
- Modellpflege brachte Namen 'Felicia'
 


Denken Autofans an bekannte Oldtimer der tschechischen Automarke Škoda, kommen sie häufig auf Modelle, deren Namen später wieder aufgegriffen wurden. Beispielsweise der Superb oder der Felicia. Letzterer zählt speziell als Cabrio zu den begehrtesten Klassikern der Marke. Dass er jedoch auf einem fast baugleichen Modell basierte, das zwischen 1957 und 1959 exakt 1.010-mal entstand, ist wohl den wenigsten Lesern bekannt. Ein Grund mehr, diesen Artikel zu schreiben.

50 PS, 930 kg Leergewicht
Es ist exakt 60 Jahre her, dass der Škoda 450 auf der Maschinenbau-Messe im tschechischen Brünn debütierte. Ein Jahr zuvor hatte der Autohersteller an gleicher Stelle mit der Studie 440 Roadster den Weg für dieses neue Topmodell der 4er Baureihe bereitet. Die Namensgebung orientierte sich an den Zylindern und der Leistung in Pferdestärken. Somit steckte im 450 also ein längs eingebauter, 1,1 Liter großer Vierzylindermotor mit zwei Vergasern und rassigen 50 PS, die über ein manuelles Viergang-Getriebe mit Lenksäulenschaltung auf die Hinterräder gelangten. Maximal waren 128 km/h Höchstgeschwindigkeit möglich. Durch seine Rahmenbauweise mit Einzelradaufhängung an Blattfedern zeigte sich das Fahrverhalten auch auf rauhem Untergrund durchaus komfortabel. Als Leergewicht gab Škoda 930 Kilogramm an.
 
Dazu gab es ein durchaus sportlich-elegantes Design mit knapp geschnittenem Stoff-Faltverdeck. Dieses trug ebenso zur Beliebtheit des Fahrzeugs bei, wie der Innenraum mit einteiliger Sitzbank vorn und zwei Notsitzen im Fond. Diese erreicht man über die einzeln klappbaren Sitzlehnen der Vordersitze. Im Heck schließt sich ein adäquater Gepäckraum an, der auch längere Reisen ermöglichte.

Erfolgreiches Exportprodukt
Einen Monat nach der Weltpremiere in Brünn stand das 2+2-sitzige Cabriolet im Oktober 1957 auf der Automobilmesse in London, wo er für einiges Aufsehen und erste Bestellungen sorgte. Speziell eine Kooperation mit der damaligen Miss USA, Charlotte Sheffield und eine Fotoserie mit Auto und Model durch den renommierten Fotografen Vilém Heckel machten den Wagen weltweit bekannt. Rund zwei Drittel der Produktion, die im Werk Kvasiny erfolgte, gingen schließlich in den Export, hauptsächlich nach Deutschland, Großbritannien und in die USA. Den ersten zehn Vorserienautos aus dem Jahr 1957 folgten bis 1959 weitere 1.000 Exemplare. 408 davon gingen in die USA - erstaunlich für ein 'Ostblock-Produkt'. In Tschechien war der 450 eines der ersten Fahrzeuge, die man ohne zuvor beantragten Bezugsschein direkt bestellen konnte. Er kostete dabei mit 42.000,- Kronen deutlich weniger als beispielsweise ein Tatra 603 (98.000,- Kronen) oder ein GAZ 21 (55.000,- Kronen).

Abmessungen
Länge 4.065 mm
Breite 1.600 mm
Höhe 1.380 mm
Leergewicht 930 kg

Facelifting heißt Felicia
Anfang 1959 erfolgte eine Modellpflege des Škoda 450, in dessen Verlauf er neben modischen Heckflossen und Schraubenfedern an der Vorderachse auch den neuen Namen 'Felicia' erhielt. Hinzu kam ein neues Armaturenbrett, der Wechsel zur bis heute bekannten Mittelschaltung auf dem Mitteltunnel und die Möglichkeit, ein Hardtop anstelle des Faltverdecks zu ordern. Bis 1964 entstanden 14.863 Exemplare der Felicia-Baureihe, zu der neben dem offenen Felicia Super auch die Limousinen-Version gehörte.

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Quelle: Škoda

 

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