5 Jahre McLaren P1 - An der Spitze des Feldes

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Klassiker

- Hybrid-Supersportwagen debütierte 2012
- hervorragende Aerodynamik, Ultraleichtbau
- 916 PS stark, 3,8-Liter-V8- und E-Motor
- 620.000 Erprobungskilometer absolviert
- 375 Straßenautos, 58 GTR und sechs LM
 


2012 enthüllte McLaren auf dem Autosalon in Paris zwischen einem in Volcano Orange lackierten 12C Spider und einem in gleicher Farbe gestalteten 12C Coupé eine Designstudie des kommenden Hypercars P1, das dem späteren Serienauto schon zu rund 99 Prozent entsprach. Lediglich kleine Details wie das Kühlgitter am Heck oder die noch nicht verbauten Entlüftungsöffnungen vor den Vorderrädern dienen hier als Unterscheidungsmerkmale - von den seinerzeit noch komplett abgedunkelten Scheiben einmal abgesehen.
 
Studie zur Serie in nur einem Jahr
Weniger als ein halbes Jahr später rollte eine seriennahe Version auf den Genfer Salon. Noch im gleichen Jahr begann die Serienproduktion der zu diesem Zeitpunkt bereits ausverkauften 375 Kundenfahrzeuge, die bis zum Dezember 2015 andauerte. Während zwar ein paar Exemplare ähnlich aussehen gilt beim P1 tatsächlich, dass keine zwei gleichen Autos vom Band liefen. Diverse Kunden wählten zudem Individualisierungsoptionen von MSO (McLaren Special Operations), angefangen von Kiwi-Logos über besondere Interieur-Veredelungen bis hin zu farbigen Sichtcarbon-Karosserien.
 
Als erstes Modell der Ultimate Series von McLaren nahm der P1 die indirekte Nachfolge des legendären F1 an, brachte das damalige Konzept jedoch deutlich weiter. Neben einem ultraleichten (90 kg) und hochfesten Carbon-Monocoque (MonoCage) erhielt der P1 einen Hybridantrieb, bestehend aus einem 3,8 Liter großen V8-Biturbotriebwerk und einem Elektromotor. Gemeinsam sorgen sie für eine kombinierte Leistung in Höhe von 916 PS, 179 davon elektrisch und 737 aus dem Verbrenner.
 
Leichtbau und ausgefeilte Aerodynamik
Über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gelangt die Kraft auf die Hinterräder und macht den Supersportwagen bis zu 350 km/h schnell. Theoretisch wäre noch mehr Tempo möglich, doch mit Rücksicht auf den Elektroantrieb limitierte McLaren den Vortrieb. Besonders beeindruckend sind die Beschleunigungswerte: 2,8 Sekunden auf Tempo 100, 6,8 Sekunden auf 200 und 16,5 Sekunden auf 300. Eine Carbon-Keramik-Bremsanlage von Akebono sorgt für hervorragende Verzögerungswerte und vier Kilogramm weniger Gewicht.
 
Neben wenig Gewicht - das Trockengewicht beträgt nur 1.395 Kilogramm - und viel Leistung verfügt der McLaren P1 auch über eine ausgefeilte Aerodynamik in Verbindung mit einem aktiv verstellbaren Fahrwerk. Am Heck befindet sich ein automatisch ausfahrender Flügel, der verschiedene Einstellungen kennt. Bei Bremsmanövern stellt er sich fast senkrecht in den Wind, um den Bremsweg zu reduzieren. Über einen DRS-Knopf (Drag Reduction System) kann der Flügel auf Geraden flachgestellt werden. Hinzu kommen zwei bewegliche Flaps am Unterboden vor den Vorderrädern, die ebenfalls für mehr Abtrieb sorgen.

Erprobungsfahrten in Arktis und Wüste
Auch innen galt es, das Gewicht so niedrig wie möglich zu halten. So wiegen die beiden Sportschalensitze nur je 10,5 Kilogramm. Weitere 1,5 Kilogramm sparte man durch die Einsparung der obersten Schicht für die Interieur-Komponenten ein. 2,4 Millimeter dickes Glas im Dach und 3,2 Millimeter dickes Glas für die Windschutzscheibe spart im Vergleich zu konventionellen Bauteilen nochmals 3,5 Kilogramm ein. Selbst das im Fahrzeugboden verstaute Akkupaket bringt es lediglich auf 96 Kilogramm. Es ermöglicht bis zu zehn Kilometer rein elektrische Reichweite.
 
Im Vorfeld der Serieneinführung durchlief der McLaren P1 die selben strengen Testverfahren wie alle neuen McLaren-Modelle. Die Prototypen sammelten weltweit über 620.000 Kilometer und fuhren dabei sowohl nördlich des Polarkreises als auch in der absoluten Hitze Amerikas wie in Kalifornien, Arizona und Nevada. Natürlich nahm man auch die berühmte Nürburgring Nordschleife unter die Räder, veröffentlichte allerdings im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern bis heute keine Rundenzeit. Einzig die Angabe, dass man eine Rundenzeit unterhalb von sieben Minuten erreichteist bis heute im offiziellen Umlauf.
 
GTR-Variante und LM-Ausführung
In der Folgezeit nach der Markteinführung des P1 entwickelte McLaren eine GTR-Variante für ein hauseigenes Motorsportprogramm, bei dem VIP-Kunden individuell und bestens betreut werden sollten. Allerdings sahen viele in diesem 1.000 PS starken Ableger eine weitere Möglichkeit, ihren Straßenfuhrpark zu erweitern und brachten den P1 GTR gemeinsam mit der britischen Firma Lanzante zur Zulassung. Lanzante betreute 1995 den in Le Mans siegreichen F1 GTR und wandelte in der Folgezeit diverse baugleiche Wagen zu Straßensportwagen um. Inzwischen entstanden dort in Kooperation mit McLaren sechs Exemplare des P1 LM in Erinnerung an den gleichnamigen Ableger des F1 als seltenste und wildeste Ausführung der Baureihe. Deutlich häufiger als 375-mal gibt es indes den 'P1 Roadster', wie viele Fans die geschrumpfte offene Elektro-Variante für Kinder bis etwa sechs Jahre nennen. Sie ist offiziell bei den McLaren-Händlern erhältlich.
 

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Quelle: McLaren

 

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