Auktion: De Tomaso Vallelunga bei Bonhams

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Klassiker

- Erstes Sportwagen-Serienmodell der Marke
- 1,5 Liter großer Ford-Mittelmotor, 100 PS
- eins von maximal 56 gebauten Exemplaren
- unrestaurierte Karosserie, technisch top
- Bonhams-Auktion in Padua am 28. Oktober
 


Bei einem Blick in unsere inzwischen sehr umfangreiche Marken-Liste fiel uns auf, dass wir bislang einen berühmten Autobauer aus Italien nicht aufgeführt hatten: Alejandro de Tomaso war zwar gebürtiger Argentinier, emigrierte jedoch 1955 im Alter von 27 Jahren nach Italien und baute dort ab 1959 unter seinem Nachnamen aufsehenerregende Sportwagen. Zuvor hatte er sich bereits mehrfach als Rennfahrer betätigt. Unter anderem nahm er 1957 und 1959 an zwei Großen Preisen der Formel 1 teil. So verwundert es nicht, dass er zuerst ausschließlich Rennfahrzeuge produzierte und erst 1963 zu Straßensportwagen wechselte. Zugleich versuchte er, einen umfassenden Automobilkonzern aufzubauen. Hierzu erwarb er zuerst das Designhaus Carrozzeria Ghia, das er 1969 an Ford weiterverkaufte. Daraus entwickelte sich eine Kooperation, durch die Ford auf einigen Märkten für den Vertrieb der De Tomaso Modelle sorgte. Mitte der 70er zerbrach diese Partnerschaft und Alejandro de Tomaso erwarb die angeschlagene Marke Maserati, den Motorradbauer Benelli und das Karosseriewerk Innocenti.
 
Auf dem Turiner Autosalon 1963 debütierte mit dem Vallelunga der erste für die Straße zugelassene Sportwagen von De Tomaso. Zum Folgejahr wechselte man von der weniger steifen Spider-Karosserie der Weltpremiere zu einem klassischen Berlinetta-Coupé. Wie der Spider stammten auch die ersten beiden Coupé-Prototypen von Fissore und bestanden aus Aluminium. In der späteren Serie entschied man sich für Ghia (damals noch nicht Teil der De Tomaso Gruppe) als Produktionspartner und glasfaserverstärkten Kunststoff als Karosseriematerial. Unter der eng geschnittenen Form fanden zwei Passagiere und ein 1,5 Liter großer Vierzylindermotor von Ford nebst Hewland-Viergang-Getriebe Platz. Dieser befindet sich auf dem Zentralrohrrahmen direkt hinter den Insassen und vor der Hinterachse. Mittels eines Leichtmetallzylinderkopfes und zwei Weber-Doppelvergasern stieg die Leistung auf 74 kW/100 PS. Einzelradaufhängungen rundum sorgten für gute Fahrdynamik. Unter der vorderen Haube ist kaum Platz für Gepäck, da dieser Raum vom Benzintank eingenommen wird.
 
Inklusive der drei Prototypen und einiger Einzelstücke entstanden vom De Tomaso Vallelunga wohl allenfalls 50 bis 56 Exemplare (je nach Quelle). Entsprechend selten besteht die Chance, ein solches Fahrzeug zu erwerben. Im Rahmen der Bonhams-Auktion am 28. Oktober im italienischen Padua steht der oben gezeigte, rote Vallelunga bereit, um einen neuen Besitzer zu finden. Es handelt sich um ein spätes Exemplar, das 1967 erstmals zugelassen wurde. Seit neun Jahren befindet er sich in einer italienischen De-Tomaso-Sammlung und zeigt sich im unrestaurierten Zustand. Diverse Ecken und Kanten zeigen offen Patina, was den Wagen durchaus sympathisch erscheinen lässt. Technisch erfolgte erst kürzlich eine umfassende Durchsicht nebst dem italienischen 'Revisione'-Zertifikat, das ungefähr unserem TÜV-Bericht entspricht. Bonhams erwartet einen Zuschlagspreis im Bereich zwischen 200.000,- und 250.000,- Euro.
 
Technische Daten
Motor R4-Motor
Hubraum 1.498 ccm
Leistung 74 kW/100 PS
Vmax 208 km/h
Länge 3.870 mm
Breite 1.590 mm
Höhe 1.200 mm
Radstand 2.315 mm
Leergewicht 470 kg

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Quelle: Bonhams

 

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