Lotus Exige Sport 350 - Leichte Modellpflege

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Mit Leichtbauteilen 51 Kilogramm leichter
- Motorabdeckung mit Belüftungsschlitzen
- mattschwarze Farbakzente ab Werk
- 350 PS starker V6-Kompressormotor
- offene Schaltkulisse im Innenraum

Lotus ersetzt den bisherigen Exige S mit dem Exige Sport 350. Dabei ging es hauptsächlich um verbesserte Qualität und gleichzeitig ein verringertes Gesamtgewicht, um den Sportwagen noch schneller zu machen. Zudem wird der Namenszusatz "Sport" nach der Elise-Baureihe damit auch beim Exige wiederbelebt. Speziell den Beinamen "Sport 350" kennen Lotus-Fans bereits von einem Sondermodell des legendären Esprit.

Exterieur

An der grundlegenden Optik des Exige wird bei der Modifikation vom S zum Sport 350 nur wenig verändert. So kommt eine neue hintere Motorabdeckung mit Belüftungsschlitzen zum Einsatz, die gegenüber dem bisherigen Glasbauteil ein wenig Gewicht einspart und den Schwerpunkt absenkt. Sie ist ebenso wie der Frontsplitter, die vordere Serviceklappe, das Dach und die Außenspiegelkappen in mattem Schwarz gehalten, können jedoch auf Wunsch in Wagenfarbe lackiert werden. Durch die aerodynamisch ausgefeilte Form werden bei 160 km/h 42 Kilogramm Abtrieb erzeugt. Optional können neue, fünf Kilogramm leichtere Schmiederäder geordert werden.

Interieur

Bei den Modifikationen im Interieur ging es hauptsächlich um eine verbesserte Ergonomie. Hierfür wurden die Schalter des DPM-Systems (siehe Performance) vergrößert und die Bedientasten für Scheinwerfer und Nebelschlussleuchte näher an die Motor-Start-Stopp-Taste verlegt. Neben den bekannten Leder- und Alcantara-Bezügen wird das Interieur jetzt auf Wunsch auch mit gelben oder roten Schottenkaro-Stoffen angeboten. Derartige Bezüge gab es bereits Mitte der 1970er Jahre im Esprit.
Zur Sonderausstattungsliste zählen ein Entertainmentsystem, eine Klimaanlage sowie eine umfangreichere Teppich- und Geräuschdämmungsausstattung.

Performance

Dank gezielter Feinarbeit an vielen kleinen Details, wie einer neuen Motoraufhängung, weniger Geräuschdämmung und leichteren Heizungs- und Belüftungsteilen konnte das Leergewicht des Exige Sport 350 auf 1.125 Kilogramm gesenkt werden, womit gegenüber dem bisherigen Exige S 51 Kilogramm eingespart werden. Somit ergibt sich im Zusammenspiel mit dem von Toyota zugekauften V6-Triebwerk mit 3,5 Litern Hubraum und Kompressoraufladung ein Leistungsgewicht von 3,2 kg pro PS. Mit anderen Worten bleibt es bei der schon bekannten Leistung von 257 kW/350 PS und 400 Newtonmetern Drehmoment. Damit spurtet der Zweisitzer in 3,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 274 km/h.
Für die Kraftübertragung auf die Hinterräder werkelt ein manuelles Sechsgang-Getriebe, dessen Innereien komplett überarbeitet wurden. Die Schaltteile aus Aluminium sind deutlich leichter und werden nun nicht mehr im Getriebetunnel versteckt. Stattdessen gibt es eine offene Schaltkulisse mit neuem Knauf. Kunden, die stattdessen die optional angebotene Automatikversion ordern, entgeht ein optischer und haptischer Genuss. Dafür beschleunigt die Automatikversion eine Zehntelsekunde schneller auf 100 km/h. Dafür liegt die Höchstgeschwindigkeit um 13 Kilometer pro Stunde niedriger.
Durch eine veränderte Fahrwerksgeometrie und straffere Dämpfer, den tieferen Schwerpunkt und die Vierkolben-Bremssättel wird das Fahrverhalten deutlich agiler, was sich in einer Rundenzeit von 1:29,8 Minuten auf der hauseigenen Teststrecke in Hethel ausdrückt. Das sind volle zweieinhalb Sekunden weniger als beim Exige S. Die Exige Sport 350 ist damit das erste Lotus-Serienmodell, das die 1:30er Marke unterschreitet. Um noch bessere Bremsleistungen zu erreichen werden für Trackday-Freunde zweiteilige, gelochte und innenbelüftete Bremsscheiben angeboten, die zudem weitere fünf Kilogramm einsparen.
Im Cockpit kann der Fahrer über eine Taste die Modi des Dynamic Performance Management (DPM) angewählt werden: "Drive", "Sport" und "Race". Diese nehmen Einfluss auf die Traktions- und Antriebsschlupfkontrolle, wodurch der Race-Modus dem Fahrer ordentliche Driftwinkel erlaubt, bevor das System eingreift. Zudem werden in dieser Einstellung die Klappen im Abgassystem komplett geöffnet.

Preis

Erste Exemplare des Lotus Exige Sport 350 werden ab Februar 2016 auf die Straßen losgelassen, einen Monat später auch in der Roadster-Variante. Preislich beginnt der Spaß bei 74.000,- € (inkl. MwSt.).

Quelle: Lotus