McLaren P1 - Produktionsende nach 375 Stück

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Letztgebauter P1 trägt Kandy Orange
- 375 Fahrzeuge in 2 Jahren und 3 Monaten
- V8-Biturbo- und Elektromotor als Hybrid
- 916 PS und 900 Newtonmeter Drehmoment
- Volcano Yellow metallic beliebteste Farbe



Bei McLaren in Woking wurde kürzlich der P1 mit Chassisnummer 375 gefertigt. Damit endete wie angekündigt die Kleinserienproduktion des Hybrid-Supersportwagens, dem ersten Modell aus der Ultimate Series der Briten. Das erste Fahrzeug wurde im September 2013 gebaut, trägt eine Lackierung in Ice Silver und die Chassisnummer 026. Dies hängt damit zusammen, dass sich die Kunden ihre individuelle Nummer aussuchen durften und die "001" somit nicht in Werksbesitz blieb.

Den Erstkontakt zum McLaren P1 durfte ich bereits rund ein Jahr vorher, im September 2012 auf dem Pariser Autosalon erleben. Dort wurde eine seriennahe Studie am ersten Pressetag enthüllt, die jedoch noch keine Rückschlüsse auf das Interieur zuließ und zudem auch an der Karosserie noch nicht zu 100 Prozent der späteren Serienversion entsprach. Einige Monate später, im März 2013, stand schließlich ein Vorserien-Prototyp auf dem Genfer Salon. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass McLaren lediglich 375 Exemplare des 916 PS starken P1 herstellen würde.

Im Rahmen der IAA in Frankfurt im September des gleichen Jahres fehlte McLaren zwar in den Messehallen, nutzte jedoch die Presse- und Fachbesuchertage um potenzielle Kunden in der Frankfurter Klassikstadt von den fahrdynamischen Talenten des P1 zu überzeugen. Auch hier war ich durch puren Zufall wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnte mir den P1 Prototyp aus der Nähe ansehen. Ein weiteres Treffen gab es auf der Interclassics im niederländischen Maastricht im Januar 2014, gefolgt vom Genfer Salon. Dort wurde der bereits genannte, erstgebaute P1, #026, auf dem McLaren-Stand ausgestellt, während am Stand von FAB Design ein weiteres Fahrzeug zu sehen war und in der Innenstadt weitere zwei P1-Kunden ihre Wagen ausführten.

In der gleichen Zeit wurde der P1 verschiedensten Testprogrammen in Skandinavien, der Wüste in Nevada und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie auf Rennstrecken wie der legendären Nürburgring Nordschleife unterzogen. Insgesamt kamen rund 620.000 Testkilometer zusammen. Dabei wurden sowohl Kinderkrankheiten ausgemerzt als auch die besonders sportliche Grundabstimmung des Wagens festgelegt. Dem Fahrer stehen verschiedene, vom Cockpit aus anwählbare Modi zur Verfügung, beispielsweise der nur für die Rennstrecke geeignete Race-Modus. Dieser senkt das Fahrzeug um 50 Millimeter ab und stellt den Heckflügel voll in den Fahrtwind. Da die Scheinwerfer dadurch unterhalb der gesetzlichen Mindesthöhe liegen, darf das Race Modus nicht im Straßenverkehr verwendet werden, wird jedoch von den Besitzern gern beim Parken genutzt, da der P1 so besonders effektvoll seine Kraft darstellt.

Inzwischen habe ich 12 verschiedene McLaren P1 live gesehen und muss persönlich eingestehen, dass ich von den drei aktuellen Hybrid-Supersportwagen am ehesten den P1 in meine Garage aufnehmen würde - wenn ich jemals das Geld dafür übrig hätte. Zumindest neu wird das nun nachweislich nichts mehr. Chassisnummer 375 wurde in einem hellen Kandy Orange metallic fertiggestellt, dass eng an den Farbton des letztgebauten McLaren F1 aus den 1990er Jahren angelehnt ist. Im Gegensatz zu den allermeisten Exemplaren zeigt #375 nur wenig Sichtcarbon und erhielt stattdessen viele Details in Wagenfarbe. Das Interieur zeigt sich in schwarzem und orange-farbenem Alcantara sowie mit schwarzen Bedienelementen.

Alle Kundenfahrzeuge wurden exakt nach den Wünschen der späteren Besitzer gefertigt, was mehr oder weniger große Umfänge aus der MSO-Abteilung (McLaren Special Operations) beinhaltete. Als die Produktionslinie auf vollen Touren lief, wurde täglich ein P1 fertiggestellt, wobei die Fertigung pro Auto rund 17 Tage dauerte. Am Ende stand jeweils ein 1.450 Kilogramm schweres Hybrid-Fahrzeug mit einem V8-Biturbomotor mit 3,8 Litern Hubraum in Verbindung mit einem Elektromotor an der Hinterachse. Dank effizienter, adaptiver Aerodynamik generiert der P1 im Race-Modus 600 Kilogramm Abtrieb bei 257 km/h (161 mph).

Die technischen Daten im Überblick:
  McLaren P1
Gesamtleistung 674 kW/916 PS
Drehmoment 900 Newtonmeter
Leistung E-Motor 132 kW/179 PS
Drehmoment E-Motor 130 Newtonmeter
0-100 km/h 2,8 Sekunden
0-200 km/h 6,8 Sekunden
0-300 km/h 16,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 350 km/h

McLaren baute neben den 375 Kundenfahrzeugen eine Reihe von Prototypen, genauer ausgedrückt 13 eXperimental Prototypes, 5 Validation Prototypes und schließlich 3 Preproduction Prototypes. Insgesamt waren 105 Mitarbeiter in Woking am Aufbau der Fahrzeuge beteiligt. Die weltweite Verteilung liest sich wie folgt: 34 Prozent in Amerika, 26 Prozent in Europa, 13 Prozent im Mittleren Osten und Afrika sowie 27 Prozent im Asien-Pazifik-Raum. Als beliebteste Außenfarbe erwies sich Volcano Yellow metallic, die Präsentationsfarbe vom Genfer Autosalon 2013.

Quelle: McLaren