Faraday Future - Elektroauto-Werk in Las Vegas

Geschrieben von Kay Andresen am . Veröffentlicht in News

- Neues Start-Up-Unternehmen für E-Autos
- chinesischer Multimilliardär als Geldgeber
- Fahrzeugvorstellung auf CES in Las Vegas
- neues Autowerk in Nevada geplant
- bis zu 4.500 neue Arbeitsplätze möglich



Das amerikanische Start-Up-Unternehmen Faraday Future hat bekannt gegeben, die neue Manufaktur zur Herstellung des bereits angekündigten High End Elektromobils, das ab 2017 in Serie gebaut werden soll und als Tesla-Konkurrent gedacht ist, in der Wüste des amerikanischen Bundesstaats Nevada am Rande der Spielerstadt Las Vegas errichten zu wollen. Es ist damit das zweite große Projekt im Bereich der Elektromobilität, dass in diesem südwestlichen Staat der USA realisiert wird, nachdem Konkurrent Tesla Motors zur Zeit bereits seine "Gigafactory" zur Herstellung eigener Batterien ebenfalls in Nevada in der Nähe der Stadt Reno errichtet.

Der Staat Nevada ist angeblich bereit, Faraday über einen Zeitraum von 15 Jahren steuerliche Vergünstigungen in Höhe von 215 Millionen US-Dollar sowie weitere Kredite zu gewähren. Diese Maßnahmen müssen allerdings noch von der Legislative des Staates genehmigt werden. Man erhofft sich seitens der Regierung von Nevada durch die Ansiedelung des Start-Up-Unternehmens steuerliche Mehreinnahmen in Höhe von 760 Millionen US$ über einem Zeitraum von 20 Jahren.

Hatte es bisher den Eindruck, dass Faraday Future ein wenig wie eine Sphinx aus dem Nichts am automobilen Himmel erschienen ist, ist jetzt im Rahmen der Plan-Vorstellung bekannt und bestätigt worden, dass der finanzielle Background des bereits im Jahre 2009 gegründeten Unternehmens der chinesische Multimilliadär Jia Yueting ist. Der 42-jährige, im Ranking der reichsten Chinesen auf Platz 17 geführte Selfmade-Unternehmer ist Gründer und CEO von Leshi Internet Information & Technology in der chinesichen Hauptstadt Peking. Leshi TV gilt als führende Online-Videoplattform Chinas.
 
Mitbegründer und Senior Vice President of R&D ist Nick Sampson, ehemaliger "Director of Vehicle and Chassis Engineering" bei Tesla. Faraday Future beschäftigt heute bereits ein Team von rund 400 Mitarbeitern, die ihre Erfahrungen von den verschiedensten Mitbewerbern wie beispielsweise BMW, Ferrari, GM, Lamborghini, Land Rover, SpaceX and Tesla Motors mitgebracht haben. Mittelfristig sind nach Anlauf der Serienfertigung bis zu 4.500 neue Arbeitsplätze geplant. Faraday hat seinen Hauptsitz in der kalifornischen Stadt Gardena, die Entwicklungsabteilung residiert im Silicone Valley ganz in der Nähe zu Konkurrent Tesla Motors. Weitere Büros unterhält die Firma in Düsseldorf und Peking.

Das Konzept für das erste geplante Serienmodell der Marke feiert seine Premiere auf der 2016 Customer Electronics Show (CES), die passenderweise am 6. Januar in Las Vegas beginnt. Bisher sind nur wenige Informationen über das Fahrzeug bekannt. Man hat lediglich angekündigt, mit der größten Energiedichte im Automobilbereich neue Maßstäbe im Bereich der Batterietechnik setzen zu wollen. Damit ist eine Gesamtenergiekapazität von mindest 100 kWh zu erwarten, da das Model S von Hauptkonkurrent Tesla bereits mit bis zu 90 kWh aufwarten kann.

Diese Daten und die Tatsache, dass viele der Mitarbeiter von Faraday vorher bei anderen Herstellern des Premiumsegments beschäftigt waren, lässt erwarten, dass sich das neue Elektromobil aus der Wüste Nevadas ebenfalls im oberen Marktsegment einordnen wird. Optische Eindrücke verleihen einige skizzenartige Bilder, die auf der Website des Unternehmens zu sehen sind. Man darf auf die Premiere des Concept Cars in Las Vegas gespannt sein. Wir hoffen, dort mehr Einzelheiten erfahren zu können. Mittelfristig sind nach Aussage des Mitbegründers Sampson bis zu sieben verschiedene Modelle geplant.

Quelle: Faraday Future