Faraday Future FF Zero 1 Concept

Geschrieben von Kay Andresen am . Veröffentlicht in News

- Erstes Konzeptfahrzeug der E-Auto-Firma
- Sportwagen mit über 1.000 PS Leistung
- rund 320 km/h Höchstgeschwindigkeit
- autonomes Fahren auch auf Rennpiste
- Serienfahrzeuge noch in Entwicklung



Das amerikanische Start-Up-Unternehmen Faraday Future, das erst vor kurzem bekannt gegeben hat, sein neues Elektrofahrzeug in einer extra dafür zu errichtenden Fabrik in Las Vegas bauen zu wollen (carsdaily.de berichtete), hat jetzt wie angekündigt am Vorabend der CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas erste Bilder und Informationen des ersten Concept Cars FF Zero 1 veröffentlicht.

Exterieur

Der Faraday Future FF Zero 1 ist bereits auf den ersten Blick als Concept Car zu erkennen. Die Linienführung erinnert an die verschiedenen Studien, die unterschiedliche Autohersteller in der Vergangenheit für das Computerspiel Gran Turismo entwickelt haben. Die Front des FF Zero 1 wird dominiert von aerodynamisch geprägten, großen Lufteinlässen, die teilweise Blicke auf die offen liegenden Radaufhängungen zulassen. Auf den ersten Fotos sind Elemente aus Sichtcarbon zu erkennen. Aerodynamisch günstig senkt sich die Front in der Mitte des Fahrzeugs ab, um den Luftstrom zu führen. An der Seite der Frontschürze sind ebenfalls der Aerodynamik dienende Flaps angebracht. Oberhalb der Schürze sind die Frontscheinwerfer in einem futuristischen Bogen über die ganze Fahrzeugfront gespannt. Der Fahrer des einsitzigen Boliden sitzt mittig unter einer Glaskuppel, die mehr an einen Jet als an einen Sportwagen erinnert. Direkt im Anschluss an diese Glaskuppel führt eine mittig angebrachte Luftleitfinne ähnlich dem Lamborghini Veneno bis an das Heck des FF Zero 1, an deren Ende wie bei dem italienischen Supercar eine senkrechte Bremsleuchte integriert ist. Ähnlich aerodynamisch geprägt wie die Front des Fahrzeugs ist auch das Heck gestaltet. Man erkennt ähnlich große Luftauslässe, um den Luftstrom gezielt vom Fahrzeug wegzulenken. Der Hersteller spricht von einer Karosserie "sculpted by aerodynamics".

Interieur

Der Blick durch die Glaskuppel zeigt einen futuristisch gestylten Innenraum. Der Fahrer nimmt eine Position im 45-Grad-Winkel ein, die an die Lage der Formel-1-Piloten erinnert. Laut Information des Herstellers soll diese einerseits die Durchblutung fördern, andererseits auch besonders komfortabel sein. Es bleibt abzuwarten, ob eine derartige Architektur des Innenraums in den kommenden Serienfahrzeugen von Faraday zu finden sein wird. Die Seitenverkleidung der rechten Seite geht in einem geschwungenen Bogen direkt in ein mit Digitalanzeigen bestücktes Armaturenbrett über. Der Fahrer steuert den FF Zero 1 über ein unten abgeflachtes und oben offenes, Formel-1-ähnliches Lenkrad, in dessen Mitte sich eine Docking Station für ein Smartphone befindet. Über dieses lassen sich dann sämtliche Bedienfunktionen des Fahrzeugs ausführen.

Performance

Bisher macht Faraday Future nur spärliche Angaben zur Technik des FF Zero 1. Das Concept Car wird von vier Elektromotoren mit einer Systemleistung von über 735 kW/1.000 PS angetrieben. Damit erreicht der Supersportwagen eine Höchstgeschwindigkeit von 200 mph - das entspricht etwa 320 km/h - und beschleunigt in weniger als drei Sekunden von 0 auf 60 mph, rund 96 km/h. Über weitere Fahrleistungen und Reichweiten macht der Hersteller noch keine Angaben, verspricht jedoch, dass der FF Zero 1 in der Lage ist, voll autonom sowohl auf der Straße wie auch, und das wäre eine Weltpremiere, auf der Rennstrecke unterwegs zu sein. Interessant ist, dass der FF Zero 1 bereits auf der für die späteren Serienmodelle entwickelten und hochflexiblen "Variable Platform Architecture" von Faraday Future aufbaut, die es dem Hersteller ermöglicht, Anzahl und Größe der Antriebssysteme individuell auf jedes Modell anzupassen. Ebenso lassen sich die Größe, Leistungsfähigkeit und Anordnung der Batteriepakete dem jeweiligen Modell und Einsatzzweck nach variieren. Diese Flexibilität ist einmalig im Bereich der Elektromobilität.

Preis

Der Faraday Future FF Zero 1 ist ein reines Concept Car und nicht verkäuflich. Angaben zu kommenden Modellen und deren Preisen macht der Hersteller zu einem so frühen Zeiotpunkt noch nicht. Für die Zukunft plant Faraday Future, Car-Sharing-Angebote zu entwickeln, die es dem Teilnehmer ermöglichen, je nach Bedarf unterschiedliche Modelle wie Transporter an einem und eine Reiselimousine am nächsten Tag zu ordern.

Kommentar

Das neue Concept Car des noch vor kurzem sehr mysteriös auftretenden Start-Up-Unternehmens aus den USA zeigt interessante Details und wird seiner Hauptaufgabe gerecht, nämlich in erster Linie Aufmerksamkeit für den Marktneuling zu wecken. Einige Details werfen jedoch Fragen auf, sollten sie wirklich eines Tages so serienreif werden, wie jetzt angekündigt. Da ist insbesondere die in letzter Zeit immer mehr in den Vordergrund tretende Funktion des autonomen Fahrens. Wollen wir erstens wirklich zum Beifahrer im eigenen Auto werden und ist zweitens die Technik jeder der vielfältigen Situationen des täglichen Straßenverkehrs gewachsen? Jeder, der regelmäßig auf den Straßen unterwegs ist, weiß, dass sich dem Fahrer ständig neue Herausforderungen stellen. Das menschliche Gehirn ist flexibel in der Lage, neue Situationen zu erkennen und sich bestmöglich darauf einzustellen. Wie reagiert ein elektronisches Gehirn, dem diese neue Situation nicht einprogrammiert wurde? Bleibt das Auto einfach stehen und ruft den Fahrer um Hilfe?
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte auf keinen Fall den Nutzen der Elektronik und besonders der Fahrassistenzsysteme in modernen Autos in Frage stellen, nur sollten Sie meiner Meinung nach auch Assistenzsysteme bleiben und den Fahrer unterstützen. Ihm das Fahren selbst und insbesondere die Verantwortung dafür abzunehmen, ist ein Schritt in die falsche Richtung. Es verleitet nur all zu leicht dazu, die Eigenverantwortung abzulegen und der Elektronik die Schuld für eigenes Fehlverhalten zu geben. So wie es Trucker machen, die sich mit einem 38-Tonner in einem engen Feldweg festfahren und hinterher zur Erklärung nur lapidar angeben, das Navigationssystem hätte ihnen den Weg gewiesen...
Umso mehr stellt sich mir diese Frage, wenn ich lese, dass Faraday autonomes Fahren auch auf der Rennstrecke ermöglichen will. Liebe Computernerds aus Silicone Valley: Was ist Rennsport? Der Reiz dieser Sportart liegt darin, dass sich verschiedene Individuen mit möglichst gleichwertigen Fahrzeugen messen, um den besten Fahrer zu ermitteln, nicht den besten Programmierer. Bitte erhaltet uns diesen Sport.

Faraday Future hat zudem ein kurzes Video veröffentlicht:


Quelle: Faraday Future