Lexus LC 500 - Neues japanisches Sportcoupé

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- LF-LC Concept auf die Straße übertragen
- Formensprache weitgehend unverändert
- fahrerorientiertes, luxuriöses Cockpit
- fünf Liter großer V8-Motor mit 477 PS
- neue Bodengruppe für agiles Handling



Lexus hat in der Vergangenheit schon einige Male bewiesen, dass man es durchaus versteht, aus einer Konzeptstudie ein Produktionsfahrzeug zu machen - auch wenn es im Falle des LFA volle zehn Jahre gedauert hat. Bei der Umwandlung des LF-LC Concept, das auf der NAIAS in Detroit im Januar 2012 debütierte, hat man sich deutlich weniger Zeit gelassen: An gleicher Stelle steht jetzt der neue Lexus LC 500, der im kommenden Jahr in Serie geht.

Exterieur

Um die außergewöhnliche Form des LF-LC Concept möglichst unverändert auf die Straße zu bringen mussten die Lexus-Ingenieure diverse Hürden und Hindernisse überwinden. Immerhin sollte das Auto am Ende nicht nur ein gutes Aussehen, sondern auch beste Fahrleistungen mitbringen. Somit arbeiteten die Designer und Techniker stets Hand in Hand. Neben den aufregenden Kurven und Kanten wurde dabei ein weiteres Feature in die Serie übertragen: Serienmäßig verfügt der Lexus LC 500 über ein großes Glasdach. Für sportlich-ambitionierte Fahrer steht optional das auf den Präsentationsbildern sichtbare Carbon-Dach zur Verfügung, durch das der Schwerpunkt abgesenkt wird.
Vorn wird der inzwischen bekannte Diavolo-Grill sportlich-aggressiv interpretiert und durch eine Chromeinfassung an drei Seiten sowie ein dreidimensionales Kühlergitter in Szene gesetzt. Eingerahmt wird er durch Triple-LED-Scheinwerfer und L-förmige Tagfahrleuchten, unter denen die Scheinwerfer optisch hindurchlaufen. Wie bereits beim Supersportwagen LFA werden speziell gestaltete Lufteinlässe genutzt, um dem Motor und den Kühlern die benötigte Frischluft während der Fahrt zuzuführen.
Durch seine flache Silhouette mit kurzen Überhängen und den langen Radstand von 2,87 Metern kaschiert der LC 500 gekonnt seine Gesamtlänge von 4,76 Metern. Zudem haben es die Designer geschafft, das Dach im hinteren Fahrzeugbereich auf den ersten Blick schwebend erscheinen zu lassen, indem die hinteren Seitenscheiben durch schwarze Elemente in den C-Säulen bis zum Heckfenster verlängert werden. Mehrschichten-LED-Rückleuchten sorgen nachts für eine einzigartige Fahrzeugsignatur. Passend zum serienmäßigen Diffusor wird optional ein aktiver Heckspoiler angeboten. In den Radhäusern sitzen wahlweise 20 oder 21 Zoll große Leichtmetallräder.

Interieur

Innen bringt Lexus das fahrerorientierte Cockpit mit einer ordentlichen Portion Luxus und sportlichem Komfort zusammen. Dabei wurde im Laufe der Fahrzeugentwicklung viel Wert darauf gelegt, dass der Fahrerplatz möglichst nah am Schwerpunkt des LC 500 angeordnet ist, da an dieser Stelle die Rückmeldung des Wagens bei Lenk- und Beschleunigungsbewegungen am Größten ist. Neben den serienmäßigen Komfortsitzen bieten die Japaner auch sportlicheres Gestühl mit mehr Seitenhalt an. Hinter dem Sport-Multifunktionslenkrad sitzen Magnesium-Schaltwippen. Die Fahreraugen sind auf ein Multifunktionsdisplay gerichtet, das sich je nach Fahrmodus farblich anpasst. Das Interieur kann wahlweise in Leder oder Alcantara in diversen Farben ausgekleidet werden. Bei der Verarbeitung dieser Materialien kommen die klassisch-japanischen Takumi-Handwerkstechniken zum Einsatz. Lexus spricht zwar offiziell von vier Sitzplätzen, aufgrund der abfallenden Dachlinie darf man jedoch davon ausgehen, dass die Mitfahrten in Reihe zwei für ausgewachsene Mitteleuropäer eher unbequem werden. Der LC 500 dürfte wie bereits das LF-LC Concept ein 2+2-Sitzer sein.
In der Mittelkonsole debütiert zudem die neueste Generation des Lexus Multimedia Pakets. Neben einer verbesserten Darstellung durch bessere Bildschirmauflösung bietet dieses schnellere Datenverarbeitung in allen Untermenüs. Neben der werksseitig verbauten Audioanlage Pioneer steht in der Optionenliste ein nochmals hochwertigeres Gerät von Mark Levinson. Beide Firmen arbeiteten direkt mit den Lexus-Ingenieuren zusammen, um ihre Musikanlagen perfekt auf das Fahrzeugumfeld anpassen zu können.
Natürlich zählt auch eine Vielzahl von Fahrassistenzsystemen zum Ausstattungsumfang des Lexus LC 500. Zum sogenannten Safety System + zählen ein dynamischer Abstands-Tempomat inklusive Stop-and-Go-Funktion, das Pre-Collision System (PCS), ein Spurhalte-Assistent und der Fernlicht-Assistent.

Performance

Angetrieben wird der neue LC 500 von jenem V8-Triebwerk mit fünf Litern Hubraum, das auch unter den Motorhauben von RC F und GS F werkelt. Dieser bringt es auf 467 hp in den USA, was zumindest im Falle der beiden genannten Modellbrüder in den jeweiligen europäischen Versionen auf 477 PS (351 kW) hinausläuft. Dabei steht ein maximales Drehmoment von 527 Newtonmetern bereits, das im neuen Luxus-Sportcoupé über ein eigens entwickeltes Zehngang-Automatikgetriebe auf die Hinterräder übertragen wird. Derartig viele Vorwärtsgänge kommen damit erstmals im Serienautomobilbau zum Einsatz. Durch Schaltzeiten auf dem Niveau eines Doppelkupplungsgetriebes sowie einem niedrigeren Gewicht und kleinerer Bauform gegenüber dem bereits bekannten Achtgang-Automatikgetriebe sorgt die neue Bauform für Vorteile sowohl im Fahrverhalten als auch beim Spritverbrauch. Noch gibt es keine finalen Fahrleistungen, Lexus verspricht jedoch eine Beschleunigungszeit aus dem Stand auf 60 mph (96 km/h) in unter 4,5 Sekunden. Um den Vortrieb beherrschen zu können, kommen vorn Sechs- und hinten Vierkolben-Bremssättel zum Einsatz. Zudem gibt es serienmäßig eine Sportabgasanlage mit Klappensteuerung.
Unterhalb der Karosserie sitzt beim LC 500 erstmals die neue Bodengruppe von Lexus, auf der alle zukünftigen Luxusmodelle der Marke aufbauen werden. Bei ihrer Erstellung legten die Ingenieure viel Wert auf Agilität und präzise Fahrdynamik. Daher wurden Motor und Getriebe sowie die Insassen zentral und tiefer in Richtung des Fahrzeugschwerpunkts versetzt. Gleichzeitig wanderten die Räder weiter an die Ecken des Wagens, wodurch kürzere Überhänge und eine Front-Mittelmotor-Bauweise entstehen. Beim LC 500 kommen weitere gewichtssparende Maßnahmen wie das optionale Carbon-Dach, Aluminium-Türhäute auf einem Carbon-Türgestell und ein Kofferraumboden aus Composite-Material hinzu. Durch die Verwendung hochwertigster Stahlbauteile geriet die Karosserie zudem steifer als jene des Kohlefaser-Sportwagens LFA.

Preis

Zu den Preisen machte Lexus noch keine Angaben.

Kommentar

Auf der einen Seite muss ich es Lexus wirklich zugute halten, dass man designtechnisch außerhalb einiger gängiger Normen denkt und tatsächlich etwas Neues ausprobiert. Allerdings gefallen mir persönlich die ineinander übergehenden und weit bis in die Schürzen verlaufenden Leuchteinheiten an Front und Heck überhaupt nicht. Auch wenn hier hier dank der LED-Technologie inzwischen vielmehr möglich ist als mit klassischen Leuchtmitteln, zuviel ist einfach zuviel. Zudem sieht die Heckpartie aus, als sei der LC 500 unheimlich traurig. An dieser Stelle wirken die heruntergezogenen silbernen Bereiche der Rückleuchten beinahe wie Tränenrinnsale. Ob das so gewollt war darf zumindest stark bezweifelt werden. Alles in allem ist der Lexus LC 500 technisch mit Sicherheit faszinierend, optisch kann ich mich mit ihm leider nicht anfreunden.

Quelle: Lexus