Lincoln Continental - Der amerikanische Bentley

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Neue Oberklasse-Limousine von Lincoln
- Design vom letztjährigen Concept Car
- drei Black Label Interieurkonfigurationen
- 30-fach verstellbare Komfortsitze vorne
- rund 400 PS starker V6-Biturbomotor



Im April 2015 zeigte Lincoln auf der New York Auto Show das Continental Concept und unterstrich im Pressetext zum Fahrzeug mehrfach die Absichten, diese Oberklasse-Limousine in die Serienproduktion zu bringen. Es schlossen sich diverse Medienberichte an, die auch über eine Auseinandersetzung mit Bentley berichteten. Der britische Luxushersteller warf den Amerikanern "Designdiebstahl" vor und wollte die weitere Entwicklung des Continental verhindern. Offensichtlich erfolglos, denn nun steht die Serienversion auf der NAIAS in Detroit. Ab Herbst soll der Wagen die Modellpalette von Lincoln nach oben abrunden. Angeboten wird die Limousine in Amerika und China.

Exterieur

Woran genau nahm die Bentley-Designleitung Anstoß, als sie das Continental Concept in Augenschein nahm? Hauptsächlich an der Frontpartie mit dem neuen Signatur-Kühlergrill von Lincoln, der ein wenig vorsteht und damit angeblich ein typisches Merkmal der Briten übernehmen würde. Ebenso wurde über die Seiten-Silhouette gestritten, wobei hier die Frage erlaubt sein muss, wie man denn bitte sonst eine Stufenheck-Limousine in Oberklasseformat zeichnen möchte? Kritikpunkt waren zudem die Charakterlinien auf den leicht ausgestellten Kotflügeln.
Sowohl die LED-Scheinwerfer mit je fünf LED-Elementen in der Form des Lincoln-Logos als auch die in die Fenstereinfassung integrierten Türgriffe mit elektronischer Druckerkennung wurden von der Studie in die Serie übernommen. Das serienmäßige Panorama-Glasdach ist in Schwarz eingefasst und bildet damit einen schönen Kontrast zu den Karosseriefarben. Am Heck sorgt ein LED-Leuchband über die volle Breite des Fahrzeugs für eine eindrucksvolle Beleuchtung bei Nacht. Durch Signale des Schlüssels erkennt der Wagen, dass sich der Fahrer nähert und schaltet bei Dunkelheit die Lampen an, um den Weg zum Fahrzeug auszuleuchten. Zudem leuchten Strahler in den Außenspiegeln den Bereich vor den Türen aus.

Interieur

Für das Interieur des neuen Lincoln Continental sind drei sogenannte "Black Label"-Konfigurationen erhältlich, die durch ihre ausgewogenen Farbkombinationen des edlen Bridge of Weir Leders jeweils ein einzigartiges Ambiente schaffen. Inspiriert durch typische Ski-Resorts bietet "Chalet" starke Kontraste durch weißes und schwarzes Leder, womit der Schnee und die dunklen Wälder nachgebildet werden. Selbst das Lenkrad zeigt sich zweifarbig, innen hell und außen dunkel, während die Dekorleisten Silverwood tragen, ein Holz mit dunklen Tönen und silbernen Highlights. Dem gegenüber verwandelt "Thoroughbred" den Innenraum mit der Atmosphäre von Pferderennen, indem dunkle Lederfarben verwendet und die Optik von Sätteln auf den Sitzen wiedergegeben werden. Zudem kommen Diamantsteppungen im Stil von Pferdedecken an einigen Bereichen zum Einsatz. Die Dekorleisten tragen chilenisches Ahornholz. Mit "Rhapsody" werden auffällige Aluminium-Akzente im ansonsten in Blau gehaltenen Interieur gesetzt. Im Fond dürfen die Mitfahrer den Komfort der großen Beinfreiheit und der als Einzelsitze ausgeformten Sitzgelegenheiten genießen. Der Mittelteil der Rückbank lässt sich herunterklappen, dient dann als Armlehne und verfügt über diverse Kontrolleinheiten für Klimaanlage und Audiosystem.
Bei der Entwicklung der vorderen Sitze ließen sich die Lincoln-Ingenieure von den bequemen Einzelsitzen in Privatflugzeugen inspirieren. Sie sind mit Heiz-, Belüftungs- und Massagefunktionen ausgestattet und lassen sich 30-fach elektrisch verstellen. Auf dem Instrumentenpanel hinter dem Multifunktionslenkrad können auf Knopfdruck so viele oder so wenige Anzeigen eingeblendet werden, wie der Fahrer möchte. Somit kann bei Bedarf die Gefahr durch Ablenkung gesenkt werden. Außerdem werden Fahr- und Außengeräusche durch modernste Noise-Cancellation-Systeme effektiv ausgeblendet.
Ein besonderes Augenmerk galt der Audioqualität. Über 200 verschiedene Lautsprecher nebst individuellen Abdeckungen wurden ausprobiert, um den größtmöglichen Hörgenuss zu gewährleisten. Das Endergebnis kann sich nicht nur hören sondern auch sehen lassen: Die speziell gestalteten Abdeckungen der bis zu 19 Lautsprecher sind ein optischer Leckerbissen. Zudem verfügt der Lincoln Continental über ein SYNC3-Entertainmentsystem, das neben Musikstreaming und einer Freisprecheinrichtung zum Telefonieren auch eine Vorlesefunktion für Textnachrichten bietet.
Zur Serienausstattung des Continental zählen überdies diverse Fahrerassistenzsysteme. Im Stop-and-Go-Verkehr auf dem Weg zur Arbeit oder im Stau auf der Autobahn hilft die Auto-Hold-Funktion, durch die der Fahrer nicht dauerhaft auf dem Bremspedal stehen muss. Dazu kommen ein Spurhalte-Assistent, ein adaptiver Abstandsregel-Tempomat mit Stop-and-Go-Funktion und ein 360-Grad-Kamerasystem durch das Manöver in engen Verkehrssituationen vereinfacht werden. Es zeigt eine Draufsicht des Fahrzeugs auf dem zentralen Display und zeigt Hindernisse und Gefahren durch vier Kameras in Echtzeit an.

Performance

Lincoln ist ein Tochterunternehmen des Ford-Konzerns und erhält somit die Technikbausteine von dort. Allerdings möchte man dies dem Kunden nicht zu offensichtlich aufzeigen. Somit heißt der EcoBoost-Motor hier schlicht GTDI und wurde in diesem Fall speziell für den neuen Continental entwickelt. Er verfügt über drei Liter Hubraum und leistet dank Biturbo-Aufladung rund 405 PS. Zudem stehen rund 542 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, die über ein Automatikgetriebe auf den permanenten Allradantrieb losgelassen werden. Die finalen Leistungsdaten werden kurz vor der Markteinführung bekanntgegeben. Durch das serienmäßige Torque-Vectoring-System wird die Kraft in Kurven sauber zwischen den Hinterrädern verteilt.
Vom Cockpit aus lassen sich am Lincoln Drive Control drei verschiedene Dämpfereinstellungen aktivieren, um das Fahrzeug auf die Straßenoberfläche und den gewünschten Fahrbetrieb anzupassen: "Normal", "Comfort" und "Sport". 23.000-mal pro Sekunde überprüfen Sensoren in den Dämpfern die aktuelle Fahrbahnbeschaffenheit sowie den Grad des Einfederns durch Beschleunigungs-, Brems- und Kurvenmanöver, um die Dämpferkennlinie entsprechend anzupassen.

Preis

Noch gibt es keine Angaben zu den Preisen des neuen Lincoln Continental.

Quelle: Lincoln