VLF Force 1 V10 - Henrik Fisker's neues Auto

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Von wegen Ideenklau bei Aston Martin
- eigenständiges Design auf US-Basis
- Kohlefaser-Karosserie mit Hüftspeck
- Champagner-Flaschen-Sattel innen
- 8,4-Liter-V10-Motor mit 755 PS

Henrik Fisker ist in der automobilen Welt kein Unbekannter. Im Gegenteil, vor einigen Jahren war er als Chefdesigner bei Aston Martin tätig, bevor er sich erst mit einem eigenen Designbüro und schließlich sogar mit einem eigenen Automobilwerk selbstständig machte. Aus letzterem rollte einige Zeit lang der elektrisch betriebene Fisker Karma hervor, bis ein schwerer Sturm sowohl die Fabrik als auch einige Zuliefererbetriebe überflutete und schweren Schaden anrichtete. Seitdem konzentrierte er sich erneut auf seine Designarbeiten und zeigte im zurückliegenden Jahr gemeinsam mit der Galpin-Händlergruppe einen umgebauten Aston Martin und die Kleinserie eines neu gestalteten Ford Mustang. Als er nun für die NAIAS in Detroit einen neuen Sportwagen ankündigte, bekam er Post von seinem ehemaligen Arbeitgeber Aston Martin, die ihm aufgrund der ersten veröffentlichten Skizze Ideenklau und Designdiebstahl unterstellten - sie wollten das Debüt des neuen Force 1 unterbinden. Wenn man in Gaydon gewusst hätte, was da von Henrik Fisker umgebaut wurde und wie das Endergebnis aussieht, hätte man sich vermutlich einfach beruhigt im Sessel zurückgelehnt und den Dingen ihren Lauf gelassen. Inzwischen ist Henrik Fisker in die Firma VLF Automotive als Geschäftsführer eingestiegen, die den ehemaligen Fisker Karma als VLF Destino mit Benzinmotor auf den Markt bringen möchte. Daneben wird auch der Force 1 vom Band rollen.

Exterieur

Zugegeben, die erste Skizze konnte noch den Eindruck erwecken, der Force 1 wäre den aktuellen Aston-Martin-Modellen wie aus dem Gesicht geschnitten. Beim Blick auf die Bilder des fertigen Fahrzeugs fällt es jedoch schwer Parallelen zu ziehen. Im Gegenteil muss an dieser Stelle sogar die Frage erlaubt sein, was sich Henrik Fisker bei der Gestaltung dieses Fahrzeugs gedacht hat. Während die Frontpartie noch die übliche Aggressivität aktueller Sportwagen ausstrahlt wirkt spätestens die Seitenansicht aufgequollen und unproportional. Wer nun glaubt, dass dies daran liegt, dass die Karosserie aufgrund ihres Werkstoffs vielleicht nicht anders verarbeitet werden konnte: Fisker nutzt Kohlefaser für alle Anbauteile und die Rohkarosserie. Dies zeigt sich beim Präsentationsfahrzeug allerdings einzig am Dach, das in Sichtcarbon ausgeführt wurde.
Neben den starken Betonungen der hinteren Kotflügel fallen auch die ungewöhnlichen Leichtmetallräder ins Auge. Ungewöhnlich deshalb, weil Fisker sich für je vier Doppelspeichen pro Rad entschied. Vor den Hinterrädern münden die Auspuffrohre ins Freie. Das Heck zeigt einige Merkmale, die an frühere Entwürfe des Designers erinnern. Im unteren Bereich ist ein großer Diffusor untergebracht, der zusammen mit der Abrisskante hinter der Heckscheibe für aerodynamischen Anpressdruck sorgt.

Interieur

Die Ausstattung des Interieurs muss sich hinter keinem Luxusfahrzeug verstecken. Im Präsentationsfahrzeug wurde braunes Leder in zwei verschiedenen Ausführungen gewählt: Die Sitzaußenbahnen, Teile der Mitteltunnelverkleidung und die Armlehnen an den Türpaneelen tragen Wildleder, während der Rest in Glattleder ausgeführt wurde. Auf den Sitzflächen und an den Türen findet sich zudem eine Rautensteppung. Weiße Ziernähte runden das Ambiente gekonnt ab. Was jedoch sofort ins Auge fällt und Fragen aufwirft ist der Champagner-Sattel für zwei Flaschen, der zwischen den Sitzlehnen angebracht wurde. Soll man sich den Force 1 etwa gezielt schöntrinken?

Performance

Gut, an dieser Stelle lassen wir die Katze endgültig aus dem Sack: Der VLF Force 1 basiert auf der Dodge Viper und verfügt auch über deren 8,4 Liter großen V10-Saugmotor. Dieser wurde jedoch durch den Viper-Experten Ben Keating ein wenig getunt und leistet nun 555 kW/755 PS. Durch das maximale Drehmoment in Höhe von 864 Newtonmetern dürften Beschleunigungsmanöver keinerlei Problem darstellen. VLF verspricht eine Zeit von glatten drei Sekunden für den Sprint auf 60 mph (96 km/h) und eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h. Für die Kraftübertragung auf die Hinterräder sorgt wahlweise ein manuelles Sechsgang-Getriebe oder eine Automatik mit Schaltwippen am Lenkrad, die ebenfalls über sechs Vorwärtsgänge verfügt. Hinter den 21 Zoll großen Rädern verbirgt sich serienmäßig eine Hochleistungsbremsanlage von Brembo, die den Wagen aus jeder Geschwindigkeit sicher wieder zum Stillstand bringt. Keating liefert auch das computergesteuerte aktive Fahrwerk, das er in seinem Rennteam für die Viper entwickelt hat. Das Leergewicht wird mit 1.538 Kilogramm angegeben.

Preis

Ab April sollen 50 Exemplare des VLF Force 1 im Werk in Auburn Hills/Michigan entstehen, in dem auch der Karma-Nachfolger Destino entsteht. Der Grundpreis für die umgebaute Dodge Viper beträgt 268.500,- US$ (rund 248.450,- €).

Quelle: VLF Automotive