Shelby GT350 Mustang - Amerikanischer Powerbolzen

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- 5,2 Liter V8 mit mehr als 500 PS
- rundum sportlich abgestimmt
- hochwertige Komponenten
- gekonnter Spagat zwischen Alltag und Rennstrecke

 
 
Einer der bekanntesten amerikanischen Sportwagen weltweit dürfte zweifelsfrei der Shelby GT350 Mustang sein. Nicht nur die Teilnahme an zahlreichen Motorsportveranstaltungen in den 1960er Jahren, auch Auftritte in diversen Filmen haben seinen Ruf gefestigt. Auf Basis der sechsten Mustang-Generation bringt Ford nun eine Neuauflage mit zur Los Angeles Auto Show.

Exterieur

Bevor die ersten Prototypen des Shelby GT350 auf die Straße durften, wurde viel Zeit im Windkanal verbracht. Der gesamte Vorderwagen vor der Windschutzscheibe wurde dabei neu gestaltet, um mehr Abtrieb an der Vorderachse zu generieren und dabei den Luftwiderstand so gering wie möglich zu halten. Die Aluminium-Motorhaube liegt um zwei Zoll niedriger als beim Mustang GT und erhielt mittig einen prägnanten Powerdome. Die integrierten Entlüftungsöffnungen hinter den Vorderrädern sind keine Attrappe, sondern entlüften wirkungsvoll die vorderen Radhäuser. Unter der Frontschürze mit breiten Lufteinlässen sitzt eine Spoilerlippe. Um Platz für 19 Zoll große Leichtmetallräder mit Breitreifen und eine breitere Spur zu schaffen, wurden die Kotflügel aus Aluminium weiter ausgestellt. Passend zur veränderten Aerodynamik an der Front wurde auch die Heckpartie angepasst und erhielt einen wirkungsvollen Diffusor, der durch seine Sogwirkung gleichzeitig Kühlluft zum Differentialkühler leitet. Am Ende des Kofferraumdeckels sitzt zudem eine weitere Spoilerlippe, die als Abrisskante ebenfalls Abtrieb generiert.

Interieur

Es gibt zwar noch keine Bilder vom Innenraum, aber Ford lässt uns zumindest per Pressetext bereits wissen, was man im GT350 erwarten darf. Fahrer und Beifahrer sitzen auf eigens von Recaro entwickelten Sportsitzen, die sowohl auf langen Reisen als auch bei der schnellen Hatz auf der Rennstrecke den gewünschten Seitenhalt und Komfort bieten. Richtungswechsel werden durch den Dreh am unten abgeflachten Sportlenkrad eingeleitet und gut ablesbare Rundinstrumente werden der enormen Performance des Shelby gerecht. Außerdem wurden Chrom- und Hochglanz-Elemente aus dem Cockpit entfernt, um keinerlei Ablenkung durch Sonnenblendung zu haben. Über das neu abgestimmte Fahrmodisystem werden ABS, Lenkungs-Kennlinie, Gaspedal-Kennlinie, Traktionskontrolle und Stabilitätskontrolle in fünf vorprogrammierten Stufen verstellt. Zudem können die Dämpfer im Härtegrad verstellt werden.
Wer den GT350 als Alltagsauto bewegen und somit nicht auf Komfort verzichten möchte, kann optional das Tech Pack ordern. Dadurch erhält man elektrisch verstellbare Ledersitze, eine hochwertige Audioanlage, einen 8 Zoll großen Touchscreen-Monitor sowie eine Zweizonen-Klima-Automatik.

Performance

Bei der Entwicklung des neuen Shelby GT350 hatten die Ford-Ingenieure die Art von Spielplatz im Hinterkopf, wo sie den Wagen am liebsten ausführen wollen: Enge, kurvige Landstraßen mit einigen Höhenunterschieden und möglichst wenig Verkehr sowie herausfordernde Rennstrecken für die Wochenendausflüge. Daher verpassten sie dem Fahrzeug einen hochdrehenden V8-Saugmotor mit 5,2 Litern Hubraum und flacher 180°-Kurbelwelle, wie man sie sonst eher aus europäischen Rennfahrzeugen kennt. Die dadurch bedingte abwechselnde Zündung zwischen den beiden Zylinderbänken bewirkt im Zusammenspiel mit angepassten Zylinderköpfen und Ventilen eine bessere Luftführung in den Zylindern und damit mehr Leistung. Die genauen Daten stehen noch nicht fest, aber es wird der stärkste Ford-Saugmotor aller Zeiten mit jetzt bereits mehr als 500 PS und einem Drehmoment jenseits 550 Newtonmetern. Für die Kraftübertragung vertraut man in Detroit auf ein manuelles Sechsgang-Getriebe in Verbindung mit einem Sperrdifferential an der Hinterachse.
Der neue GT350 profitiert an vielen Stellen von den Verbesserungen, die in die sechste Mustang-Generation eingeflossen sind. So ist beispielsweise die Torsionssteifigkeit, die verhindert, dass sich die Karosserie unter Krafteinwirkung in sich verdreht, um 28% höher als beim direkten Vorgängermodell. Somit bleibt die Achsgeometrie auch in schnell gefahrenen Kurven möglichst ideal und sorgt für ideales Fahrverhalten. Beim Shelby wird die Steifigkeit an der Front durch einen Carbon-Rahmen rund um den Kühler zusätzlich verbessert. Optional kommt zudem eine Domstrebe zum Einsatz. Außerdem wurden die Feder- und Dämpferraten rundum sportlicher abgestimmt und der gesamte Wagen gegenüber dem Mustang GT tiefergelegt. Zusammen mit Partner Brembo wurde ein Bremssystem entwickelt, das der Kraft des Shelby GT350 gewachsen ist. Die Scheiben weisen 394 Millimeter Durchmesser sowie sechs Kolben vorn und 380 Millimeter mit vier Kolben hinten auf. Sie verbergen sich hinter 19 Zoll großen Leichtmetallrädern mit Michelin Pilot Super Sport Pneus, deren Seitenwände speziell für den Wagen entwickelt wurden. Adaptive Dämpfer, die auf Knopfdruck ihre Einstellung wechseln, sorgen für den besten Bodenkontakt. Zudem erhalten sie über diverse Sensoren Daten und stellen sich alle zehn Millisekunden auf den jeweiligen Untergrund ein.

Preis

Den Preis für den neuen Ford Shelby GT350 Mustang werden die Amerikaner voraussichtlich auf der Los Angeles Auto Show bekanntgeben. Ob die neue Topversion offiziell den Weg in deutsche Showrooms finden wird, ist aktuell noch nicht entschieden.

Quelle: Ford USA