Porsche 718 Boxster - Neue Zahlenspiele - Teil 1

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Boxster trägt ab April eine eigene Nummer
- 4-Zylinder-Turbo statt 6-Zylinder-Sauger
- 35 PS Mehrleistung bei beiden Varianten
- sportlichere Optik durch großes Facelift
- neues Armaturenbrett mit neuem PCM



Ende letzten Jahres kündigte Porsche es bereits an, zum Genfer Salon wird es nun umgesetzt: Der Mittelmotorsportwagen Boxster erhält 20 Jahre nach seiner Markteinführung einen eigenen Zahlencode, er wird zum 718 Boxster. Damit wird eine Bezeichnung aus den 1950er und 60er Jahren wiederbelebt, die damals ein reines Mittelmotor-Rennfahrzeug schmückte, mit dem Porsche unter anderem in Le Mans und bei der Targa Florio gewinnen konnte. Gleichzeitig werden die gewohnten Sechszylinder-Boxermotoren ausgemustert und durch neue Vierzylinder-Turbomotoren ersetzt.

Exterieur

Bei der Beschreibung der optischen Überarbeitungen ist die Liste der nicht veränderten Teile deutlich schneller aufgezählt als ihr Gegenpart: Hauben vorn und hinten, Windschutzscheibe mit Rahmen und Stoffverdeck. Alle anderen Exterieurbauteile wurden leicht oder umfangreicher überarbeitet und verleihen dem 718 Boxster einen sportlicheren Auftritt. Allein die neue Frontschürze mit schmaleren Blinkleuchten und deutlich vergrößerten Kühllufteinlässen erzeugt den Eindruck von mehr Fahrzeugbreite. Serienmäßig leuchten Bi-Xenon-Scheinwerfer die Nacht aus, optional sind Voll-LED-Einheiten mit Vierpunkt-Tagfahrleuchten erhältlich.
Erst auf den zweiten Blick fallen die neuen, eigenständigen Kotflügel ins Auge, die den 718 Boxster vorn weiter vom 991 absetzen und hinten die sportliche Linienführung unterstützen. Auch die Schwellerverkleidungen und die Blenden in den Lufteinlässen hinter den Türen wurden neu gestaltet. Letztere tragen nun zwei Lamellen zur besseren Luftverteilung. Wie bereits beim 991 verzichtet Porsche nun auch beim 718 auf die zusätzlichen Griffschalen an den Türgriffen.
Das Heck wird besonders durch die neue Akzentleiste mit dreidimensionalem Porsche-Schriftzug zwischen den Rückleuchten geprägt. Die Leuchten selbst arbeiten mit dreidimensional angeordneter LED-Technik und verfügen über Vierpunkt-Bremslichter auf jeder Seite. Ihre Gehäuse sind ab Werk dunkel eingefärbt.

Interieur

Innen bringt der 718 Boxster ein komplett neu gestaltetes Armaturenbrett mit. Dieses integriert die zum optionalen Sport Chrono Paket zählende Stoppuhr nun endlich ordentlich im oberen Bereich, ohne sie wie nachträglich aufgeschraubt wirken zu lassen. Die Modi "Normal", "Sport", "Sport Plus" und "Individual" des Sport Chrono Pakets werden ab jetzt über einen Drehschalter am Lenkrad angewählt, den der 718 aus dem großen Bruder 918 erbt. Bei Fahrzeugen mit PDK-Schaltung kommt der mittig im Drehschalter platzierte "Sport Response Button" hinzu, durch den das Ansprechverhalten von Motor und Getriebe kurzzeitig besonders direkt gestaltet wird - beispielsweise für schnelle Überholmanöver.
Mittig im Armaturenbrett sitzt serienmäßig der Touchscreen-Monitor der neuesten PCM-Generation (Porsche Communication Management). Dieses verfügt nun über eine Handyvorbereitung, diverse Audio-Schnittstellen und 110 Watt Musikleistung durch das Sound Package Plus. Es lässt sich durch optionale Module wie das Navigationssystem mit Sprachsteuerung und das Connect-Plus-Modul mit diversen Onlinediensten erweitern.

Performance

Wie bereits in der Einleitung beschrieben erhält der neue 718 Boxster neben dem Namenszusatz auch komplett neu entwickelte Kraftpakete, die wie gewohnt direkt zwischen Passagieren und Hinterachse verbaut werden. Hierbei handelt es sich um Vierzylinder-Boxermotoren mit Turboaufladung. Im 718 Boxster stehen 220 kW/300 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment aus zwei Litern Hubraum zur Verfügung. Beim ebenfalls neuen 718 Boxster S stehen im Datenblatt 257 kW/350 PS und ein maximales Drehmoment in Höhe von 420 Newtonmetern, die dank variabler Turbinengeometrie und 2,5 Litern Hubraum erzeugt werden.
Porsche setzt damit seit den 1960er Jahren erstmals wieder auf Vierzylinder-Boxermotoren und unterstreicht im Pressetext nachhaltig deren Effizienz dank der Turbolader. Allerdings dürfte nicht wenigen Fans vermutlich die Emotionalität des Sechszylinder-Klangs fehlen, den man speziell im offenen Boxster genießen konnte. Natürlich sind Verbrauchswerte in der heutigen Automobilwelt ein wichtiges Argument, aber in der Realität beim Kauf eines Sportwagens doch eher unerheblich - diese Autos verkaufen sich eher über Fahrspaß als durch Sparspaß. Somit ist es schön, dass der Durchschnittsverbrauch im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 13 Prozent gesenkt werden konnte und im Labor beim 718 Boxster nun sogar eine "6" vor dem Komma auftaucht - aber wohl nur dort.
Interessanter dürfte für potenzielle Käufer sein, dass die Grundversion mit dem optionalen PDK-Getriebe in 4,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt und damit den direkten Vorgänger um acht Zehntelsekunden abhängt. Beim 718 Boxster S geht die gleiche Übung sechs Zehntelsekunden schneller als vorher und ist nach 4,2 Sekunden erledigt. Ab Werk erfolgt die Kraftübertragung über ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Bei den Höchstgeschwindigkeiten gibt Porsche 275 km/h im 718 Boxster und 285 km/h im S an.
Bei der umfangreichen Modellpflege wurden zudem die Bremsen verstärkt und das Fahrwerk neu abgestimmt. Hierzu zählt auch eine um zehn Prozent direkter ansprechende, elektromechanische Lenkung. Gegen Aufpreis sind das Porsche Active Suspension Management (PASM) mit einer Tieferlegung um zehn Millimeter oder das neue PASM-Sportfahrwerk mit 20 Millimetern abgesenktem Fahrzeugschwerpunkt erhältlich.

Preis

  718 Boxster 718 Boxster S
Grundpreis 53.646,- € 66.141,- €

jeweils inkl. MwSt. Die Markteinführung in Deutschland findet am 30. April statt.

Quelle: Porsche