Audi Prologue Concept - Blick in die Zukunft

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Ausblick auf neue Audi-Designsprache
- 605 PS starker V8-TFSI-Motor
- 5,1 Meter lang und flacher als ein A8

 
 
Design ist bekanntlich etwas, das sich immer weiterentwickeln muss, um nicht irgendwann altbacken zu wirken. Dies gilt insbesondere im Automobilbau. Die Hersteller zeigen daher gern in Form von Conceptcars ihre neuen Ideen auf, die in naher Zukunft bei der Gestaltung neuer Serienfahrzeuge eingesetzt werden sollen. So kann man zum Einen schon die Reaktionen des Publikums aufnehmen um gegebenenfalls noch Änderungen einfließen zu lassen und zum anderen das eine oder andere Traumfahrzeug auf die Räder stellen. Audi zeigt beispielsweise auf der Los Angeles Auto Show ein luxuriöses Oberklasse-Coupé mit dem Namen Prologue.

Exterieur

Die Karosserie des Audi Prologue ist 5,1 Meter lang und 1,95 Meter breit. Gleichzeitig ist sie mit 1,39 Metern niedriger, als der aktuelle Audi A8. Die Frontalansicht wird vom massiven Singleframe-Kühlergrill dominiert, dessen Dimensionen gegenüber der aktuellen Audi-Modellgeneration noch einmal gewachsen ist. Zudem liegt er tiefer und sorgt mit seinen horizontalen Streben für eine dynamische Wirkung. Auf der Oberseite der Streben findet sich ein feines Rautenmuster, die Enden teilen sich jeweils auf. Diese Form wird von den schmalen Scheinwerfern mit Matrix-Laser-Technologie aufgegriffen. Darunter sind markant modellierte Lufteinlässe zu finden.
Bei der Gestaltung der Seitenlinie orientierte sich das Audi-Designteam rund um Marc Lichte an alten Werten bezüglich gutem Coupé-Design. Durch die fließende Silhouette und gut ausgewogene Proportionen ist der Prologue ein durchaus gelungenes Fahrzeug geworden. Die 22 Zoll großen Leichtmetallräder unterstreichen diesen Eindruck gekonnt. Auffällig ist der Verzicht auf klassische Türgriffe. Wenn man die Türen öffnen möchte, drückt man auf Sensorflächen, die sich in der Fensterschachtlinie verbergen. Aus dieser Leiste laufen am vorderen Fensterdreieck die Stützen der aus Aluminium gefertigten Außenspiegel hervor. Oberhalb der Fensterfläche verläuft eine Aluminiumleiste, die an der C-Säule in einer massiven Fläche endet, deren hochwertige Bearbeitung beispielhaft die Audi Manufakturqualität symbolisieren soll. Auf der rechten Fahrzeugseite verbirgt sich hinter dieser Fläche der komplett versenkbare Tankdeckel.
Entgegen üblicher Konventionen neigt sich die Heckpartie in Fahrtrichtung und erinnert damit ein wenig an hochwertige Luxus-Yachten. Durch die konkav zwischen den C-Säulen gewölbte Heckscheibe wird eine weiter öffnende Kofferraumklappe und damit besseres Beladen ermöglicht. Oberhalb des Heckfensters ist auf voller Breite die dritte Bremsleuchte installiert. Die eigentlichen Rückleuchten profitieren bei ihrer Grafik durch die Gestaltungsmöglichkeiten von 3D-Glas in Verbindung mit LED-Technik.

Interieur

Dank 2,94 Metern Radstand bietet der Innenraum des Audi Prologue viel Platz für vier Personen, die sich wie in einer luxuriösen Lounge fühlen dürfen. Die Architektur des Armaturenbretts verschmilzt durch den Einbau neuer Technologien vollends mit Bedienkonzept. So wird die gesamte Breite der Armaturentafel für das Infotainmentsystem genutzt und auch der Beifahrer wird mittels Touch-Bedienfeld innovativ mit einbezogen. Bereits beim Einsteigen werden die Passagiere anhand ihrer Smartphones erkannt und die Sitze entsprechend ihrer Vorlieben eingestellt. Auch Musik und Routenplanung orientieren sich an den Profildaten des Fahrers. Im Mitteltunnel verbergen sich mehrere Handyladestationen, die gleichzeitig als Dockingstation zur Audioanlage dienen und somit die mitgebrachte Musik abrufbar machen. Hierfür fährt ein neu entwickelter Soundspoiler aus der Hutablage aus, um den Premium-Surround-Sound zu unterstützen.
Hinter dem Lenkrad sitzt der Bildschirm für das Virtual Cockpit Future, eine Weiterentwicklung des gerade im neuen TT vorgestellten Systems. Dank hoher Auflösung und durch drei Spiegel können bis zu drei Informationsebenen übereinander angezeigt werden. Zudem verändern sich je nach Fahrweise die angezeigten Daten und die Farbdarstellung. Der Beifahrer kann durch einfach Wischbewegungen von ihm konfigurierte Routen oder andere Informationen ins Blickfeld des Fahrers schieben oder dort wieder abholen. Für die Bedienung von Klimafunktionen und die Eingabe von Schrift nutzt Audi ein weiteres Display auf dem Mitteltunnel vor dem Automatikwählhebel. Dieses besteht aus einer hauchdünnen, biegsamen OLED-Folie (OLED = organische Leuchtdioden) und liegt im ausgeschalteten Zustand flach in die Mittelkonsole integriert. Bei eingeschalteter Zündung richtet es sich auf und sorgt durch seine Biegung für eine ergonomisch günstige Nähe zur Hand.
Bei der Materialwahl hat Audi viel Wert auf hohe Qualität gelegt. Alle Aluminiumflächen wurden mattiert, die Kanten von Hand poliert. Auch das helle Leder trägt zum luxuriösen Lounge-Feeling bei. Auf den Sitzflächen und -lehnen sowie auf dem Armaturenbrett und dem Mitteltunnel kommt "Passion-Leder" zum Einsatz, bei dessen Verarbeitung die natürlichen Merkmale der Tierhaut respektiert werden. Die Rückseiten der Sitze und die Seitenverkleidungen im Fond sind mit Nubukleder bezogen.

Performance

Obwohl es sich um ein reines Konzeptfahrzeug handelt, verbaut Audi einen standesgemäßen Antrieb unter der schönen Hülle. Durch den vier Liter großen V8-TFSI-Motor mit seinen 445 kW/605 PS sowie den 700 Newtonmetern Drehmoment, die für bis zu 15 Sekunden per Overboost-Funktion auf 750 Newtonmeter gesteigert werden können, könnte das Luxuscoupé theoretisch in 3,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h stürmen. Eine Achtgang-Automatik transportiert die Motorleistung zum quattro-Allradantrieb mit radselektiver Momentenverteilung. Dank Allradlenkung, bei der die Hinterräder um bis zu fünf Grad mitlenken, sind auch schnell gefahrene enge Kurven kein Problem für den Prologue. Dank eines neuen Teil-Bordnetzes mit 48 Volt - das Audi demnächst auch in Serie bringen wird - liegt der Durchschnittsverbrauch bei lediglich 8,6 Litern auf 100 Kilometern. Ein beachtlicher Wert, wenn man die 1,98 Tonnen Leergewicht mit in Betracht zieht. Durch das 48-Volt-Netz wird ein Riemenstartergenerator gespeist, der den Audi Prologue zum Mildhybriden werden lässt. Bei Bremsmanövern rekuperiert er bis zu 12 kW, die beim Beschleunigen wieder dem Antrieb zugute kommen.

Preis

Da es sich beim Audi Prologue um ein reines Konzeptfahrzeug handelt, gibt es bei der Preisfrage nur eine korrekte Antwort: Unverkäuflich.

Quelle: Audi