Ferrari GTC4Lusso - Großes FF-Facelift

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Aus dem FF wird der neue GTC4Lusso
- Allradantrieb erstmals mit Allradlenkung
- V12-Triebwerk jetzt mit 690 PS & 697 Nm
- in 3,4 Sekunden auf 100, bis zu 335 km/h
- Weltpremiere auf dem Genfer Autosalon



Pünktlich zum Genfer Automobilsalon wird Ferrari das umfangreiche Facelift des viersitzigen Coupés FF präsentieren. Wie seit heute feststeht, wird dabei nicht nur die Optik modernisiert und die Technik aufgefrischt, sondern auch gleich ein neuer Name vergeben: Der große Zwölfzylinder-Ferrari heißt ab jetzt GTC4Lusso - wie beim F12berlinetta offiziell ohne Leerzeichentrennung. Bereits mit dem FF konnte Ferrari eine jüngere Klientel ansprechen, die das Fahrzeug wirklich im Alltag nutzt und somit rund 30 Prozent höhere Laufleistungen erzielt, als es sonst für andere Modelle der Marke üblich ist. Dies soll der GTC4Lusso gekonnt weiterführen, wobei der neue Name auf klassische Modelle wie den 330 GTC oder den 250 GT Berlinetta Lusso hinweist. Die "4" steht nicht nur für den Allradantrieb, sondern auch für die vier vollwertigen Sitzplätze.

Exterieur

Gegenüber dem FF wurde vor allem die Aerodynamik des neuen GTC4Lusso deutlich verfeinert. Auf Basis der gleichen Rohkarosserie wurde durch gezielte Maßnahmen ein niedrigerer cW-Wert erreicht. Dazu zählen ein neuer Frontgrill, in den die Lufteinlässe für die vorderen Bremsen mit integriert wurden sowie ein Dachkantenspoiler am Heck und ein unterteilter, größerer Diffusor. Die neuen Luftauslässe in den vorderen Kotflügeln zitieren den legendären 330 GTC. Zudem kommen nun neue LED-Scheinwerfer vorn und endlich wieder vier Rundleuchten am Heck zum Einsatz, die dem GTC4Lusso bei Nacht eine einzigartige Lichtsignatur verleihen.
Seitlich verlaufen neue Charakterlinien auf zwei unterschiedlichen Höhen von den vorderen bis zu den hinteren Radhäusern, die das "Stimmgabel-Design" des F60 America aufgreifen. Zudem erhielten die hinteren Seitenscheiben eine neue Form und auch die C-Säule des Daches weist einen kleinen gekonnten Blechknick auf. Speziell in der Heckansicht unterscheidet sich der GTC4Lusso deutlich vom FF. Nicht nur die bereits genannten neuen Rückleuchten, auch die umliegende Gestaltung inklusive Heckklappe und Schürze sorgen hier für sportliche Ansichten.

Interieur

Wie bereits beim FF oder auch im F12berlinetta gibt es für den GTC4Lusso ein Display oberhalb des Handschuhfaches, das dem Beifahrer Informationen zur aktuellen Fahrt, wie etwa Tempo, Drehzahl und eingelegten Gang anzeigt. Dieses ist nun jedoch deutlich größer ausgeführt und visualisiert den Drehzahlverlauf farbig. Zentral im Armaturenbrett sitzt ein neuer, 10,25 Zoll großer HD-Touchscreen-Monitor, auf dem alle Funktionen des neuen Infotainmentsystems visualisiert und bedient werden können. Aus diesem Grund konnten diverse Knöpfe und Schalter entfallen, wodurch das Cockpit insgesamt sehr aufgeräumt erscheint. Die Bedienknöpfe für diverse Getriebefunktionen wanderten vom Mitteltunnel auf einen der beiden Haltegriffe, während der neue Ferrari-Fahrzeugschlüssel in einer Ablage unterhalb der Mittelarmlehne seinen Platz findet. Wie bei allen anderen aktuellen Ferrari-Modellen gibt es keine Lenkstockhebel. Licht, Scheibenwischer und Blinker werden ebenso am Lenkrad angewählt, wie die Freisprecheinrichtung, der Schlechtwege-Modus der Stoßdämpfer, der Manettino-Schalter oder der Knopf für den Start des V12-Triebwerks. Je nach Kundenwunsch überzieht edles Leder und/oder Alcantara die vier bequemen Sportsitze sowie das Armaturenbrett, das Lenkrad, die Tür- und Seitenverkleidungen und den Mitteltunnel. Gegen Aufpreis ist zudem das auf den Präsentationsbildern ersichtliche Panoramaglasdach lieferbar.

Performance

Entgegen einiger Vermutungen und Befürchtungen behält Ferrari beim GTC4Lusso den 6,3 Liter großen V12-Saugmotor ohne zusätzlichen Elektroantrieb bei. Zudem wird die Leistung auf nun 507 kW/690 PS gesteigert, während das maximale Drehmoment bei 697 Newtonmetern anliegt. Diese Kraft wird über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auf den überarbeiteten Allradantrieb übertragen, der erstmals in der Geschichte der italienischen Marke mit der bereits aus dem F12tdf bekannten Vierradlenkung kombiniert wird. So entsteht aus dem 4RM-Evo-Allradantrieb das patentierte 4RM-S-System (Allradantrieb und -lenkung). Hinzu kommt eine weitere patentierte Ferrari-Lösung: Die vierte Generation der Side-Slip-Control, die dem Fahrer große Driftwinkel kontrolliert erlaubt. Sie arbeitet nun noch enger mit dem elektronischen Differenzial und den adaptiven SCM-E-Dämpfern zusammen. Vereint werden alle Funktionen im Manettino am Lenkrad, durch den der Fahrer den GTC4Lusso an jeden Straßenzustand anpassen kann - auch an Schnee oder extrem nassen Asphalt. Auf trockenem Untergrund verspricht Ferrari eine Beschleunigungszeit aus dem Stand auf Tempo 100 in 3,4 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 335 km/h. Das Trockengewicht des Fahrzeugs wird mit 1.790 Kilogramm angegeben, wobei sich das Gewicht zu 47 Prozent nach vorn und zu 53 Prozent nach hinten verteilt.

Preis

Wie so oft wurden von Ferrari noch keine Angaben zum Grundpreis des neuen GTC4Lusso gemacht. Es sollte uns jedoch nicht verwundern, wenn dieser über dem des bisherigen FF liegt, der ab 258.111,- € zu haben war.

Quelle: Ferrari