Alpine Vision Concept - Ausblick auf die Serie

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Seriennahe Studie auf Alpine Sportwagen
- Design eng an der Alpine A110 angelehnt
- zentrales Auspuffendrohr im Heckdiffusor
- Vierzylinder-Turbomotor und DCT-Getriebe
- Beschleunigung auf Tempo 100 in 4,5 sek



Vielfach war vermutet worden, dass auf dem Genfer Autosalon im kommenden Monat endlich das neue Serienfahrzeug von Alpine präsentiert würde. Nun ist es letztlich doch wieder nur eine Konzeptstudie - allerdings ist der Alpine Vision nach eigenen Angaben der Marke bereits sehr seriennah und erlaubt einen guten Blick auf das, was ab kommendem Jahr beim Händler stehen soll.

Die Weltpremiere des Alpine Vision Concept erfolgte am heutigen Tag in Monte Carlo auf legendären Strecken der gleichnamigen Rallye - beispielsweise am Col de Turini. Dabei wurde schnell klar, dass sich die Designer eng von der legendären Alpine A110 inspirieren ließen und die inzwischen 55 Jahre alte Linienführung hervorragend in die Jetztzeit übertrugen. Bereits mit dem Célébration Concept hatte Alpine jenes Design im vergangenen Jahr angekündigt - allerdings noch als Rennfahrzeug getarnt. Auf einigen Bildern zeigt Alpine nun beide Konzeptstudien zusammen.

Vorn sitzen vier LED-Rundscheinwerfer, wobei die äußeren in Gehäusen eingefasst sind, deren Form an den A110 erinnert, während die inneren etwas tiefer angeordnet sind und optisch an die Zusatzscheinwerfer der Alpine-Legende erinnern. Seitlich zeigt sich eine charakteristische Sicke in den Fahrzeugflanken. Am Heck sitzt ein zentrales Auspuffendrohr im schwarz abgesetzten Diffusor, während weiter oben zwei schmale LED-Rückleuchten verbaut sind. Unterhalb der flach stehenden Rückscheibe ist ein breiter Luftauslass für die heiße Abluft des Triebwerks verbaut.

Innen befinden sich zwei Sportschalensitze mit einem Bezugmix aus Leder und Alcantara, wobei die Sitz-Außenkanten und die Türverkleidungen mit einer Rautensteppung versehen werden. Fahrer und Beifahrer werden durch Vierpunktgurte am Platz gehalten. Blaue Kontrastnähte werten das Interieur zusätzlich auf. An den Endstücken des Armaturenbretts, die üblicherweise von den geschlossenen Türen verdeckt werden, ist das Alpine-Logo eingeprägt. Das unten abgeflachte Sportlenkrad mit blauer Nullstellenmarkierung, schwarzem Alcantara-Bezug und perforiertem Leder im Griffbereich verfügt zudem über drei offene Aluminiumspeichen und einen roten Knopf, dessen Bedeutung nicht genannt wurde. Dahinter sitzen zwei Metall-Schaltwippen und ein digitales Display für die wichtigsten Fahrdaten. Auf der Mittelkonsole thront ein weiteres Display mit integrierter, mechanischer Uhr. Einige Kippschalter und Drehregler an der Mittelkonsole sowie Tasten für die Getriebefunktionen, elektronische Handbremse, Fensterheber und der unter einer Schutzhaube untergebrachte Start-Stopp-Knopf für das Triebwerk auf dem Mitteltunnel runden den Innenraum ab.

Hinter den Passagieren sitzt ein von Renault Sport entwickelter Vierzylinder-Turbomotor. Während dessen Leistung bislang noch unter Verschluss liegt, gibt Alpine für das Vision Concept eine Beschleunigungszeit aus dem Stand auf 100 km/h von 4,5 Sekunden an. Für die Kraftübertragung sorgt offenbar ein Ableger des Doppelkupplungsgetriebes (DCT), das bereits im aktuellen Renault Clio RS werkelt. Das Handling und die Fahrdynamik sollen aufgrund des geringen Fahrzeuggewichts auf oberstem Niveau angesiedelt sein. Innerhalb der kommenden 12 Monate sollen diese Werte nun auf das angekündigte Serienauto übertragen werden.

Als kompakter Premiumsportwagen soll der neue Alpine neue Kundenkreise für den französischen Autobauer Renault erschließen und zugleich an die Erfolge der legendären Vorgänger anknüpfen. Bei der Entwicklung kommen gezielt Experten von Renault und Renault Sport zum Einsatz, die zuvor bereits an den sportlichen Ablegern der Marke sowie an Motorsportversionen gearbeitet haben. Apropos Motorsport: Dort ist Alpine bereits seit einigen Jahren in der LMP2-Kategorie unterwegs und wird dies auch 2016 mit dem Signatech-Alpine-Team und gleich zwei Einsatzfahrzeugen in der WEC-Rennserie fortsetzen.

Für die Produktion der neuen Alpine-Modelle ist übrigens jenes Werk in Dieppe an der französischen Kanalküste auserkoren worden, in dem bereits zwischen 1955 und 1995 die legendären Fahrzeuge vom A106 bis zum A610 gefertigt wurden. Die Weltpremiere des Seriencoupés dürfte vermutlich vor heimischem Publikum auf dem Auto Salon in Paris im Herbst 2016 stattfinden.

Quelle: Alpine/Renault