Pagani Huayra BC - Benny Caiola gewidmet

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Hardcore-Variante des Pagani Huayra
- Initialen eines berühmten Autosammlers
- V12-Biturbo auf 789 PS leistungsgesteigert
- volle 1.098 Newtonmeter Drehmoment
- alle 20 Exemplare bereits ausverkauft



Einige unserer Leser werden sich beim Lesen der Überschrift direkt fragen: Wer bitte ist Benny Caiola? Da können wir direkt helfen, müssen jedoch ein Stück weiter ausholen. Benny Caiola lebte in New York, hatte italienische Wurzeln, war ein erfolgreicher Unternehmer und großer Autofan. Er verstarb im Jahr 2010 im Alter von 79 Jahren. Neben diversen hochklassigen Ferrari umfasste seine Autosammlung auch einen Pagani Zonda, den er für die handwerkliche Qualität über alles schätzte. So sehr, dass er einen Brief an Horacio Pagani schrieb, das Auto ausdrücklich lobte und einen Scheck über 1.000,- US$ beilegte, mit dem Horacio ein Festessen für seine Belegschaft bezahlen solle. Nun setzt Pagani diesem großzügigen Amerikaner ein automobiles Denkmal in Form des limitierten Pagani Huayra BC, der seine Initialen trägt. Seine Weltpremiere feiert der Wagen auf dem Autosalon in Genf.

Exterieur

Die wichtigsten optischen Merkmale übernimmt der BC klar vom bereits bekannten Huayra. Allerdings schärft er diesen in allen Belangen deutlich nach. Vorn fällt direkt der weiter vorgezogene Splitter mit abgesenkten Seitenpartien ins Auge. An den Stellen, wo die seitlichen Bereiche leicht nach unten abgehen erheben sich nach oben Stützen für Streben im Lufteinlass, in denen die Tagfahr-LEDs integriert sind und die nach außen in Luftleitfinnen enden. Oberhalb der Radhäuser wurden breitere Entlüftungsschlitze in den vorderen Kotflügeln verbaut, auf deren Rippen die Außenspiegelhalterungen montiert sind. Auch die Radhausentlüftung in den Türen fällt etwas größer aus und ist beim Präsentationsfahrzeug zudem in Sichtcarbon betont. An ihrem unteren Ende sorgt ein Luftleitelement für eine Verringerung der Verwirbelungen hinter dem Vorderrad. Ein weiteres Element weiter hinten am Schweller leitet den Fahrtwind gezielt um das Hinterrad herum. Das Heck wird klar durch den breiten Diffusor mit neun Luftkanälen zwischen senkrechten Finnen geprägt. Hinzu kommt ein feststehender Heckflügel, der die schon vom normalen Huayra bekannten, beweglichen Flaps ergänzt. Für die aerodynamische Ausarbeitung arbeitete Pagani mit dem Rennwagenbauer Dallara zusammen. Geschmiedete APP-Felgen sparen neun Kilogramm Gewicht ein. Bei der farblichen Gestaltung werden sich die 20 glücklichen Kunden vermutlich wieder mit Ideen überflügeln. Das Präsentationsauto zeigt sich in hellem Silber mit Sichtcarbon-Bereichen und einem dreigeteilten Längsstreifen in Weiß und Hellblau. Seitlich sind zudem die beteiligten Entwicklungspartnerfirmen aufgeklebt - ähnlich wie dies bereits bei der Premiere des Zonda F gehandhabt wurde.
Pagani fertigt die komplette Karosserie nebst Chassis aus einem neuartigen Carbon-Werkstoff, der gegenüber reiner Kohlefaser 20 Prozent steifer und 50 Prozent leichter ist. Die Italiener behalten dabei aber die Zusammensetzung für sich. Horacio Pagani ist in der Autoszene bereits seit seiner Zeit in der Lamborghini-Entwicklungsabteilung für Forschung rund um Carbon-Werkstoffe bekannt. Abgesehen vom Dach und den Leuchten wurde jedes Bauteil neu geformt.

Interieur

Im Interieur des Huayra BC gibt es den gewohnten edlen Mix aus Leder, Alcantara und Sichtcarbon, der beim Präsentationsfahrzeug zusätzlich durch schwarz eloxiertes Aluminium aufgewertet wird. Oberhalb des Lenkrad-Pralltopfes gibt eine kleine Plakette die Zugehörigkeit zur BC-Serie an. Dieser Hinweis findet sich zudem auf dem Schalthebel, der Schaltkonsole, dem Feuerlöscher im Beifahrerfußraum, den Instrumenten und auf einer weiteren speziellen Plakette auf dem Mitteltunnel, die hier zudem die Aufschrift "Anteprima Mondiale Gennaio 2016 Sicilia" trägt ("Welt-Vorschau Januar 2016 Sizilien"), womit auf die Pressebilder hingewiesen wird, die im Januar im winterlichen Sizilien entstanden sind.

Performance

Wie bereits im normalen Pagani Huayra sitzt auch beim BC ein von AMG entwickelter V12-Biturbomotor mit sechs Litern Hubraum hinter den beiden Passagieren. Dieser erhält für die nochmals sportlichere Variante eine Leistungssteigerung und sorgt nunmehr mit 588 kW/789 PS für den Vortrieb. Zudem versorgt er die neueste Generation des sequenziellen Siebengang-Getriebes von Xtrac mit 1.098 Newtonmetern Drehmoment. Dieses Getriebe verfügt nun über Synchronringe aus Carbon und ein elektrohydraulisches Betätigungssystem, wodurch die Schaltzeiten um die Hälfte auf nur noch 75 Millisekunden gesunken sind. Zudem ist es um 40 Prozent leichter als bislang. Welche Fahrleistungen durch diesen Leistungssprung zu erwarten sind, kann man sich zur Zeit nur grob vorstellen - Pagani veröffentlichte bislang weder Beschleunigungs- noch Höchstgeschwindigkeitswerte. Zusätzlich zum Motortuning erfuhr das Fahrzeug eine grundlegende Diät, die zu insgesamt 132 Kilogramm Gewichtsverlust führte. Der eh schon nicht schwere Huayra speckt somit als BC auf ein Leergewicht von 1.218 Kilogramm ab. Bei dieser Gewichtsersparnis spielt die neue Titan-Abgasanlage mit 7,1 Kilogramm Erleichterung nur eine kleine, aber akustisch feine Rolle. Zudem wurden die Fahrwerksteile durch Materialien aus der Luft- und Raumfahrt nochmals leichter.

Preis

Über den Grundpreis von 2.300.000,- € könnte man jetzt lange philosophieren - es würde jedoch nichts bringen. Alle 20 Exemplare des Pagani Huayra BC sind bereits verkauft, noch bevor der Wagen präsentiert wurde.

Quelle: Pagani