Rimac Concept_One - Zur Serienreife entwickelt

Geschrieben von Kay Andresen am . Veröffentlicht in News

- Neuer Elektrosportwagen aus Kroatien
- erstmals als Studie 2011 auf der IAA
- produktionsreif entwickelt in 4 ½ Jahren
- Serienfertigung auf acht Stück limitiert
- vier Elektromotoren mit 1.088 PS gesamt



Die bislang noch relativ unbekannte Sportwagenmanufaktur Rimac aus dem kroatischen Sveta Nedelja nahe der Grenze zu Slowenien hat angekündigt, die Serienversion ihres Concept_One auf dem Genfer Autosalon zu enthüllen. Zur Erinnerung: Auf der IAA in Frankfurt 2011 erschien eine bis dato völlig unbekannte Marke namens Rimac, benannt nach dem Gründer Mate Rimac und präsentierte den Prototyp eines Supersportwagens, der rein elektrisch angetrieben Fabelwerte an Leistung und Geschwindigkeit erreichen sollte. Bis zur jetzt angekündigten Premiere des Serienfahrzeugs sind 4 ½ Jahre vergangen, aber die anvisierten Leistungsdaten haben sich nicht verändert. In einer Erklärung sagte Mate Rimac, CEO Rimac Automobili: "Mein Ziel war es nicht, eine elektrische Version eines bestehenden Supersportwagens zu bauen. Ich wollte eine Technologie entwickeln, die Supersportwagen deutlich besser in jeder Hinsicht gestaltet - schneller, mehr Fahrspaß und effizienter. Ich wollte den Supersportwagen des 21. Jahrhunderts kreieren."

Exterieur

Optisch praktisch identisch mit dem Konzept, das auf der IAA 2011 gezeigt wurde, hat das Serienmodell einen schlanken Kühlergrill, zu dessen Seiten die Luft in Kanälen an die Fahrzeugseiten geführt wird. Darüber entdeckt der Betrachter eine markant geformte Haube mit einer kantigen, zur Windschutzscheibe ansteigenden Hutze in der Mitte. Die kompakte Karosserie mit nur 4,19 Metern Länge, 1,84 Metern Breite und extrem flachen 1,07 Metern Höhe zeigt klassische Sportwagenproportionen mit langer Fronthaube und einer kurzen, knackigen Heckpartie. An dieser modellierten die Designer des Concept_One einen auffälligen, aus Kohlefaser gefertigten Heckdiffusor und markante Rückleuchten. Kräftig und breit steht der Rimac auf 20-Zoll-Leichtmetallrädern mit Pirelli P Zero Reifen in der Größe 245/35 R 20 vorn und 295/30 R 20 an der Hinterachse. Die Struktur des Rimac besteht aus einem Space Frame, bestehend aus einem Materialmix aus Aluminium und Carbon, über den eine Vollcarbon-Karosserie verbaut wird. Diese Konstruktion ist für das vergleichsweise moderate Leergewicht von 1.850 Kilogramm verantwortlich.

Interieur

Im Inneren des Rimac erwartet den Fahrer ein hochwertig gestaltetes Cockpit. Die Sportsitze sind zweifarbig mit Leder und Alcantara bezogen, während die Mittelkonsole und das Armaturenbrett mit Leder bezogen und großzügig mit Carbon eingefasst sind. Alle Schalter, Lenkstockhebel und andere Bedienelemente sind ebenso in Aluminium ausgeführt, wie die stehenden Pedale. Vor dem Fahrer befindet sich ein digitales Kombi-Instrument und in der Mittelkonsole ein maßgeschneidertes Infotainment-System mit 4G-Konnektivität.

Performance

Zum Rimac Concept_One passt das Wort Performance perfekt, denn der kroatische Elektrosportwagen wird von vier separaten Elektromotoren angetrieben, die paarweise in der Mitte der jeweiligen Achsen angebracht zusammen eine Systemleistung von 800 kW/1.088 PS und ein maximales Drehmoment von 1.600 Newtonmetern erreichen. Ein Batteriepaket mit einer Kapazität von 82 kWh versorgt die Motoren mit ausreichend Strom für beeindruckende Fahrwerte. Für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h geben die Kroaten eine Zeit von lediglich 2,6 Sekunden an, die, sollte sie dann realisierbar sein, sogar den Wert des gestern auf carsdaily.de vorgestellten und ebenfalls in Genf präsentierten Arash AF10 übertreffen würde. Die 200-km/h-Marke fällt nach 6,2 Sekunden und nach 14,2 Sekunden liegen lautlose 300 Stundenkilometer im kroatischen Supercar an. Als Höchstgeschwindigkeit nennt Rimac beeindruckende 355 km/h und übertrifft damit ebenfalls den Hybridsportwagen von der britischen Insel.
Die vier Elektromotoren leiten ihre Kraft an ein Torque-Vectoring-Allrad-Antriebssystem, das die optimale Drehmomentverteilung zwischen den Rädern mehr als 100 mal pro Sekunde berechnen kann. Der Allradantrieb verfügt über vier verschiedene Modi: "Komfort", "Sport", "Track" und "Drift". Der Fahrer hat zusätzlich die Möglichkeit, das System nach seinen Wünschen anzupassen oder es vollständig zu deaktivieren. Über die Personalisierung des Torque-Vectoring-Allrad-Antriebssystems lässt sich der Charakter des Rimac Concept_One komplett verändern. Von Untersteuern über ein neutrales Fahrverhalten bis zu einer heckantriebslastigen, übersteuernden Auslegung ist alles möglich, wie Testfahrer Miroslav Zrncevic in dem unten gezeigten Video eindrucksvoll erklärt. Zusätzlich dient das von Rimac entwickelte Allradsystem als Traktionskontrolle, ESP und als "Electric ABS"-System, das auch das regenerative Bremssystem mit einer Leistung von bis zu 400 kW steuert, das zusammen mit der Carbon-Keramik-Bremse des Supersportwagens arbeitet.

Preis

Die Produktion des Rimac Concept_One wird auf acht Exemplare limitiert. Zu Preisen macht der Hersteller zur Zeit noch keine Angaben.

Quelle: Rimac