AC Schnitzer ACL2 Concept - Leichtgewicht

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- BMW M235i erleichtert und verbreitert
- unverkäufliche Studie wird in Genf gezeigt
- Karosserie trägt Classic Racing Green
- neue Aerodynamikteile bringen Abtrieb
- BMW-M4-Motor leistet im ACL2 570 PS



Auf Basis des BMW M235i Coupé wird AC Schnitzer auf dem Autosalon in Genf ein neues Konzeptfahrzeug mit dem Namen "ACL2" präsentieren. Damit zeigt der seit fast 30 Jahren existierende BMW-Tuner erneut seine Fähigkeiten im Bereich der Fahrzeugtechnologie jenseits serienmäßiger M-Modelle auf.

Exterieur

Wie bereits häufiger in der Vergangenheit überarbeitete AC Schnitzer die Karosserie des M235i sehr umfangreich. Dabei geht es den Aachenern nicht nur um reine Optik, sondern vor allem um die Verbesserung der Aerodynamik in Sachen Motor- und Komponentenkühlung sowie Abtrieb. So kommen an der Frontpartie neben einer längeren Splitterlippe auch neue Spoilerelemente und Side Wings zum Einsatz, die allesamt aus Carbon gefertigt wurden. Dahinter schließen sich verbreiterte Kotflügel mit Luftauslässen inklusive drei Luftleitelementen hinter den Vorderrädern an. Hinten wurden die Kotflügel ebenfalls verbreitert und erhielten im vorderen Bereich der Verbreiterung Lufteinlässe zur Bremskühlung sowie im hinteren Bereich Auslässe zur Reduzierung des Radhausdruckes. Insgesamt wird der ACL2 dadurch um 140 Millimeter breiter im Vergleich zum M235i. In die Carbon-Motorhaube wurden ebenfalls neue Auslässe eingearbeitet, um heiße Abluft des Triebwerks abzuleiten. Am Heck sorgen ein breiter Diffusor und ein feststehender, einstellbarer Heckflügel mit Gurney-Abrisskante für deutlich mehr Anpressdruck bei hohen Geschwindigkeiten. Der Flügel steht auf speziellen Füßen, die ihn 25 Zentimeter über die eigentliche Fahrzeuglänge hinaushängen lassen. Als optische Abrundung erhielt der ACL2 eine Karosserielackierung in Classic Racing Green und 20 Zoll große, rot eloxierte und an der Vorderseite polierte Leichtmetallräder im "AC1 Bicolor"-Design.

Interieur

Neben den diversen Karosseriebauteilen aus ultraleichtem Carbon wurde auch das Interieur einer Diät unterzogen. So entfernte AC Schnitzer die gesamte Rückbank und kleidete den frei gewordenen Bereich mit einer Kombination aus schwarzem Wildleder und perforiertem, grünen Nappaleder aus. Die Dekorleisten am Armaturenbrett und an den Türen geben den Farbton "Classic Racing Green" der Karosserie wieder, erhielten allerdings ein mattes Finish. Für Fahrer und Beifahrer stehen Carbon-Schalensitze mit schwarz-grünem Nappaleder und Akzenten in schwarzem Carbonleder bereit. In die Kopfstützen wurde in Rot der Modellname ACL2 eingestickt, während im Rückenbereich der Firmenname mit grünem Garn verewigt wurde. Das von AC Schnitzer entwickelte Dreispeichen-Sportlenkrad "Evo" ist mit perforiertem Leder und Nappaleder bezogen, während Türgriffe und Mitteltunnel Sichtcarbon zeigen. Unterhalb des serienmäßigen Farbdisplays auf dem Armaturenbrett wurde ein neues Kontrolldisplay für Ansaugluft-Temperatur, den Ladedruck sowie Öltemperatur und -druck eingebaut. Zudem erhielt der Tacho eine Skalenerweiterung auf 330 km/h (noch nicht im Pressefoto zu sehen!). Durch feine Details wie die Aluminium-Pedalerie mit beleuchtetem Logo auf der Fußstütze, Aluminiumgriffe für Schalt- und Handbremshebel sowie Einstiegsleisten mit ACL2-Logo wird der Innenraum optisch vervollständigt.

Performance

Man könnte ja meinen, dass das drei Liter große Sechszylinder-Biturbotriebwerk des M235i eigentlich bereits als gute Basis für Tuningmaßnahmen ausreichen müsste. AC Schnitzer sieht das anders und tauscht das Aggregat gegen den ebenfalls mit drei Litern Hubraum ausgerüsteten Motor des aktuellen M4. Dieser wird zudem mittels Software-Optimierung und neuer Hardware-Teile auf 419 kW/570 PS gebracht. Zu den neu verbauten Komponenten zählen dabei unter anderem ein Carbon-Ansaugtrakt, ein neues Downpipe, eine Sportschalldämpfer-Anlage inklusive Sportkatalysator, eine Leichtbau-Batterie sowie eine Drexler-Sperre im Hinterachs-Differenzial. Durch die oben beschriebenen Leichtbaumaßnahmen steht am Ende ein Leergewicht von 1.450 Kilogramm sowie ein Leistungsgewicht von 2,54 Kilogramm pro PS auf dem Datenblatt, womit der ACL2 selbst Sportwagen vom Kaliber eines Porsche 991 GT3 RS oder Ferrari 458 Italia in den Schatten stellt. Damit ist die Studie 80 Kilogramm leichter als der M235i, auf dem er basiert.
AC Schnitzer gibt für die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 eine Zeit von 3,9 Sekunden an, für die auf Tempo 200 10,9 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit soll bei 330 km/h liegen. Für die Verzögerung ist eine Carbon-Keramik-Bremsanlage mit Sechskolben-Festsätteln vorn und Vierkolben-Bremssätteln hinten an Bord. Die Bremsscheiben haben dabei vorn 400 und hinten 380 Millimeter Durchmesser. Neben dem Triebwerk erhielt der ACL2 auch die Achsen des BMW M4. Diese sind mit einem stufenlos in Zug- und Druckstufen einstellbaren Clubsport-Fahrwerk ausgestattet und erhielten zudem neue Stützlager und Carbon-Federbeinbrücken.

Preis

Der AC Schnitzer ACL2 ist eine unverkäufliche Konzeptstudie, die aufzeigen soll, was mit dem BMW M235i theoretisch alles machbar ist. Dennoch sind einige Bestandteile des Umbaus über den Tuner selbst oder die mehr als 40 zertifizierten Partnerbetriebe in Deutschland für den 2er erhältlich.

Quelle: AC Schnitzer