Cadillac ATS-V.R - Neuer Angreifer in der GT3-Klasse

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Amerikanischer Angriff auf FIA-GT3-Konkurrenz
- rund 600 PS starker V6-Biturbo-Motor
- ab kommender Saison am Start

 
 
Cadillac Racing ist seit 2004 erfolgreich in verschiedenen Rennklassen unterwegs. In diesen zehn Jahren wurden 26 Rennsiege, 65 weitere Podiumsplatzierungen und 22 Pole Positionen gefeiert. Zudem ist man fünfmal Marken- und viermal Fahrermeister in der Pirelli World Challenge geworden. Nun ist es Zeit, die momentan international beliebteste Kategorie aufzumischen. Mit Fahrzeugen nach FIA-GT3-Reglement kann man aktuell in mehr als 30 Rennserien weltweit an den Start gehen. Auf Basis des neuen ATS-V Coupé wurde daher die Rennversion ATS-V.R entwickelt.

Exterieur

Um das Fahrzeug an das Reglement der GT3-Kategorie anzupassen, wurden die Radhäuser verbreitert, um die von der FIA vorgeschriebene Reifengröße montieren zu können. Zudem erhielt der ATS-V.R natürlich ein umfangreiches Aerodynamikpaket mit breiter, nach vorn gezogener Frontspoilerlippe, seitlichen Flics an der Schürze, neuen Schwellerverkleidungen, einem breiten Diffusor inklusive senkrechten Luftleitblechen und einem verstellbaren Heckflügel. Natürlich ist auch der Unterboden komplett verkleidet, um den Luftstrom nicht zu stören. Zudem wurde oberhalb des Triebwerks eine große Abluftöffnung in der Motorhaube geschaffen, um den Kühlungshaushalt des Antriebs auch bei heißen Rennen zu gewährleisten.

Interieur

Ein massiver Überrollkäfig nebst Rennschalensitz mit Sechspunktgurten sowie einem abnehmbaren Lenkrad - damit ist die Ausstattungsliste des Cadillac ATS-V.R schon annähernd komplett aufgelistet. Fehlen eigentlich nur noch das Funksystem zur Boxengasse und die Rückfahrkamera, die im ATS-V.R den Innenspiegel ersetzt.

Performance

Wie im serienmäßigen ATS-V Coupé werkelt auch im Cadillac ATS-V.R der V6-Biturbo-Motor mit 3,6 Litern Hubraum. Über die genaue Leistung, die aus dem Block gekitzelt wird, können noch keine Angaben gemacht werden, da hier die FIA als Regulierungsbehörde noch ein Wörtchen mitreden wird und mittels Luftmengenbegrenzern an der Leistungsschraube drehen kann. Theoretisch sind rund 600 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment machbar. Diese deutliche Mehrleistung gegenüber der Straßenversion wird mittels größerer Turbos von BorgWarner, einem vergrößerten Ladeluftkühler, einer Abgasanlage ohne Schalldämpfer mit Sidepipes und einer angepassten Motorelektronik erreicht. Zudem sorgt der leichte Aluminium-Motor in Kombination mit dem sequentiellen Sechsgang-Getriebe an der Hinterachse für eine nahezu ausgeglichene Gewichtsbalance von 49:51.

Preis

Zum Preis hält sich Cadillac bislang noch ebenso bedeckt wie zur Frage des Einsatzteams für den ATS-V.R. Möglich, dass man in der Premierensaison als Werksteam an den Start gehen will, um dem Renner die Kinderkrankheiten auszutreiben, möglich aber auch, dass man direkt ins Kundengeschäft einsteigt und der Neuling somit demnächst weltweit unterwegs sein könnte.

Quelle: Cadillac