RUF SCR 4.2 - Legendäre Optik, neue Technik

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Optische Basis stammt vom Porsche 964
- Karosserie besteht komplett aus Carbon
- volle sieben Zentimeter mehr Radstand
- Leichtbau-Interieur mit Schalensitzen
- 525 PS starker Boxermotor mit 4,2 Litern

Wer in diesem Jahr den Messestand von RUF auf dem Genfer Autosalon betrat, konnte sich im ersten Moment durchaus wie auf einer Klassikermesse fühlen. Wo sonst neueste Ableger auf Basis der aktuellen Porsche-Modellpalette im Rampenlicht stehen, präsentierte die Mannschaft rund um Firmengründer Alois Ruf in diesem Jahr gleich drei neue Fahrzeuge auf Basis klassischer Zuffenhausener sowie einen restaurierten 911 Carrera RS 2.7 und einen geschichtsträchtigen CTR2 Sport, der bereits am Pikes Peak unterwegs war. Doch spätestens bei genauer Betrachtung des neuen SCR 4.2 fiel Porsche-Experten auf, dass hier irgendetwas anders ist – irgendwie länger?

Exterieur

Ja, optisch handelt es sich beim SCR 4.2 klar um einen Porsche 964. Aber wie bereits oben beschrieben nur bis zu einem bestimmten Moment, in dem der Betrachter einige Vergleiche mit dem daneben stehenden RUF Ultimate anstellt und eines feststellt: Die Abstände zwischen Tür und Rädern sind vorn und hinten beim SCR größer! Wie kann das sein?
Zuerst einmal dadurch, dass das was man sieht nicht das ist, wonach es aussieht. Der SCR trägt keine Rohkarosserie vom 964, sondern wird von RUF mit aus Kohlefaser gefertigten Teilen eingekleidet. Und dabei geht es nicht nur um die Türen und Hauben, sondern tatsächlich um die komplette Rohkarosserie.
Vorn sorgt eine formschön integrierte Spoilerlippe für mehr Anpressdruck, während passend geformte Lufteinlässe den Fahrtwind zu den Wasserkühlern und den Bremsen leiten. Gleichzeitig wurde die Gesamtfläche möglichst klein gehalten, um den Luftwiderstand zu senken. Am Heck sitzt ein Spoiler im Turbo-Design auf der klassischen Motorhaube, während Luftauslässe in der Stoßstange warme Abluft ableiten.

Interieur

Auch innen verzichtet der RUF SCR 4.2 konsequent auf überflüssiges Gewicht. Dies zeigt sich durch einen puristischen Dachhimmel, die mit klassischem Karostoff bezogenen Sportschalensitze und die gelochten Pedale.

Performance

Mit dem neuen SCR 4.2 knüpft RUF da an, wo 1978 der SCR 3.2 begann: Es handelt sich um einen leistungsstarken 911er mit Saugmotor und hohen Qualitäten auf Straße und Rennstrecke. Die Zahlenkombination nimmt es bereits voraus: Im Heck des SCR werkelt ein wassergekühlter Sechszylinder-Boxermotor aus dem 997 GT3 RS, der von RUF auf 4,2 Liter Hubraum erweitert wurde. Durch diese Behandlung leistet er nun 386 kW/525 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment. Der rote Drehzahlbereich beginnt bei 8.500 Umdrehungen. Für die Kraftübertragung zu den Hinterrädern ist ein manuelles Sechsgang-Getriebe verantwortlich. RUF spricht von 322 km/h Höchstgeschwindigkeit und 1.190 Kilogramm Leergewicht nach DIN.
Wie bereits weiter oben zur Sprache kam hat RUF den klassischen 964 im Falle des neuen SCR verlängert – zumindest beim Radstand. Vorn zwei und hinten fünf Zentimeter mehr sorgen für ein deutlich komfortableres Fahrerlebnis mit besserem Geradeauslauf und agilerem Kurvenverhalten.

Preis

Für den neuen SCR 4.2 müssen Interessenten mindestens 480.000,- € (inkl. MwSt.) mit nach Pfaffenhausen zu RUF bringen.

Quellen: RUF (3 Bilder), Matthias Kierse (3 Bilder)