Italdesign GTZero Concept - Umweltbewusstsein

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Klassisches GT-Design mit Technikimpuls
- erste Italdesign-Studie unter neuer Leitung
- modulares Carbon-Monocoque als Basis
- neben E-Antrieb auch Hybrid möglich
- 2+2- oder 3+1-Sitzkonfiguration einstellbar



Mit dem GTZero zeigt Italdesign auf dem Autosalon in Genf die erste Konzeptstudie nachdem Firmengründer Giorgetto Giugiaro in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist und die letzten Anteile an seinem Lebenswerk an den Volkswagen-Konzern verkauft hat. Wer nun jedoch glaubt, dass die Designfirma oder der GTZero dadurch ihre Seele verloren hätten, sollte bedenken, dass die wenigsten Studien der letzten Jahre von Giugiaro gezeichnet wurden.

Der GTZero soll laut Designchef Filippo Perini eine Hommage an die lange, fast 50-jährige Geschichte von Italdesign sein. Dabei galt es besonders, ein Design zu finden, das sowohl futuristisch als auch seriennah wirkt. Herausgekommen ist dabei ein Grand Tourisme im klassischen italienischen Stil, dessen modulare Carbon-Monocoque-Plattform so ausgelegt wurde, dass verschiedenste Aufbauten und Antriebe denkbar sind. Die Karosserie erinnert dabei ein wenig an klassische Shooting Brakes, während auf der Antriebsseite Hybrid- oder reine Elektroantriebe integriert werden können. Hinzu kommen Allradantrieb und Vierradlenkung mit fünf Grad Lenkwinkel an der Hinterachse.

So, wie die Studie aktuell in Genf gezeigt wird, stecken drei Elektromotoren im GTZero, zwei an der Vorder- und einer an der Hinterachse. Sie leisten kombiniert 360 kW (rund 489 PS) und sollen den Wagen bis zu 500 Kilometer weit mit einer Akkuladung bringen. Hierfür wurden die Akkus im Mitteltunnel und im Bodenbereich des Monocoques untergebracht Die Höchstgeschwindigkeit ist aus Rücksicht auf die Reichweite auf 250 km/h begrenzt. Durch Räder in 22 Zoll Größe vorn und 23 Zoll hinten gelangt die Kraft auf die Straße. Bei der ebenfalls möglichen Hybridversion des GTZero würde der entsprechende Verbrennungsmotor in Heckmittellage verbaut.

Im Interieur bietet der Italdesign GTZero wahlweise eine klassische 2+2-Sitzkonfiguration oder, durch Vorschieben des Beifahrersitzes, eine 3+1-Ausrichtung, bei der ein Erwachsener in der zweiten Sitzreihe Platz findet. Zudem ermöglicht die Studie durch ihre Antriebstechnik neben dem normalen Kofferraum im Heck ein weiteres Gepäckabteil vorn. Beim Armaturenbrett setzt Italdesign auf eine Reduktion auf das Wesentliche. Aus diesem Grund gibt es keine physischen Bedienknöpfe (abgesehen vom roten Start-Stopp-Knopf), sondern zwei große Displays - eins hinter dem Lenkrad und ein langes auf der Mittelkonsole - sowie drei Belüftungsdüsen für die Klimaanlage. Die Steuerung des OLED-Displays mit seinen drei hintereinander verschachtelten Ebenen erfolgt mit zwei Pads hinter dem Lenkrad, während das Zentraldisplay als Multitouch-Oberfläche auf die Anzahl der zur Bedienung genutzten Finger reagiert. Den Zutritt zum Cockpit ermöglichen zwei Türen, die am unteren Ende der A-Säulen und mittig über der Windschutzscheibe angeschlagen sind und daher im Butterfly-Stil öffnen.

Beim Design griff das Team rund um Filippo Perini Details von früheren Italdesign-Studien wieder auf. So zitieren die vorderen, beweglichen Flaps an der Haube den Alfa Romeo Scighera von 1997, die lange Haube selbst inklusive der betonten Kotflügel sowie das Schrägheck sind vom Daewoo Bucrane (1995) inspiriert und das Kamm-Heck sowie einige weitere Linien schauen sogar bis ins Jahr 1968 zum Bizzarrini Manta zurück. Hinzu kommen bei höheren Geschwindigkeiten automatisch ausfahrende Flügel, die dem Wagen mehr Anpressdruck verleihen. Auch die Lamellen an den Lufteinlässen sind beweglich und öffnen sich nur, wenn die Antriebe mehr Frischluft benötigen. Am Heck umrahmt ein LED-Leuchtenband die sechseckige Scheibe, die zugleich als Kofferraumklappe dient.

Quelle: Italdesign