Morgan EV3 - Threewheeler mit Elektroantrieb

Geschrieben von Kay Andresen am . Veröffentlicht in News

- Erster Morgan-Elektrosportwagen in Serie
- EV3 basiert auf klassischem Threewheeler
- 46 kW starker Elektromotor am Hinterrad
- bis zu 240 Kilometer Reichweite möglich
- rund 145 km/h Höchstgeschwindigkeit



Die englische Manufaktur Morgan galt bisher eigentlich als ein Musterbeispiel typisch britischer Auslegung des Themas Sportwagen, geprägt durch ein Festhalten an alten Formen und Produktionsverfahren. Schließlich ist Holz bis zum heutigen Tag ein tragendes Bauteil eines Morgan und damit ist nicht das Edelholzfunier am Armaturenbrett gemeint. Einen zukunftsorientierten Elektroantrieb hätte man daher wohl so ziemlich zuletzt in einem dieser Klassiker von der britischen Insel erwartet. Doch bereits 2012 schockte Morgan seine Fans auf dem Genfer Salon mit einer Studie eines elektrisch angetriebenen Plus 8 und setzte im vergangenen Jahr noch einen drauf, in dem der Ur-Morgan überhaupt, der gerade wiederbelebte Threewheeler ebenfalls als damals noch elektrische Studie Phase 1 auf der Schweizer Messe präsentiert wurde. Aus dieser Studie ist seit dem Genfer Salon 2016 Realität geworden, der Morgan EV3.

Exterieur

Die Karosserie entspricht in ihren Grundzügen dem bereits bekannten Threewheeler mit Benzinmotor, wurde für den neuen Antrieb jedoch an einigen Stellen modifiziert. Der größte sichtbare Unterschied ist das Fehlen des offen vor der Front stehenden Zweizylinder-Twin-Motors, an dessen Stelle ein asymetrisch angeordneter Zusatzscheinwerfer getreten ist. Darunter sind die aus Messing gefertigeten Kühlrippen des luftgekühlten Elektromotors und der Batterien zu erkennen. Geblieben sind die freistehenden Vorderräder, die allerdings zumindest bei dem in Genf gezeigten Ausstellungsfahrzeug ohne Abdeckung auskommen müssen. Ob das allerdings bei den Kundenfahrzeugen so bleibt, ist aus zulassungsrechtlichen Gründen zweifelhaft. An der Seite fallen die fehlenden Auspuffrohre auf, während das Heck des kleinen Elektroflitzers dagegen identisch mit dem seines Benzin-Bruders ist.
Erstmals setzt Morgan bei der Karosserie auf einen Verbund aus Aluminium- und Carbonteilen. Während die Haube, das Heckteil und die Seiten aus dem extrem leichtgewichtigen und steifen Verbundmaterial entstehen, sind die verbliebenen Teile aus Aluminium. Zusammen werden sie in Handarbeit über einem traditionellen Eschenholzrahmen montiert. Auf Grund dieses Materialmixes ist der EV3 trotz schwerer Batterie und des Elektromotors 25 Kilogramm leichter als der benzingetriebene Threewheeler.

Interieur

Obwohl es zweifelhaft ist, bei diesem extrem offenen Sportwagen von einem Interieur zu sprechen, trotzdem ein paar Details dazu. Viel ändert sich nicht im Vergleich zum bekannten Ur-Morgan. Die Instrumente hat der Hersteller dem veränderten Antriebskonzept angepasst. Am neu gestalteten Armaturenbrett im klassischen Design befindet sich jetzt neben dem Tacho eine Reichweitenanzeige statt eines Drehzahlmessers. Dazwischen wählt der Fahrer an einem Drehschalter die Vortriebsrichtung des EV3 zwischen Rückwärts (R), Neutral (N) und Vorwärts (D). Geblieben ist die enge Sitzbank für zwei Personen, von denen zumindest eine Model-Maße haben sollte, damit's passt. Über passive Sicherheitsdetails reden zu wollen, wäre auch beim EV3 ein äußerst kurzes Gespräch. Es gibt außer Sicherheitsgurten schlicht und einfach keine.

Performance

Mit einem Leergewicht von unter 500 Kilogramm und einem bekannterweise drehmomentstarken Elektromotor geht’s im EV3 gut voran. Das 46 kW starke Triebwerk beschleunigt den Morgan über das kettenangetriebe Hinterrad in unter 9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit geben die Briten mit über 90 mph (entspricht nach kontinentaler Rechenart über 145 km/h) an. Wichtig bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen und meistens eine der ersten Fragen ist die Reichweite. 150 Meilen sollen es mit vollgeladener Batterie sein, das wären nicht schlechte 240 Kilometer.

Preis

Die Serienfertigung des EV3 beginnt im vierten Quartal 2016. Zu genauen Preisen hat Morgan noch keine Angaben gemacht, sie sollen aber nach Auskunft des Herstellers vergleichbar mit dem benzingetrieben Threewheeler sein. Für diesen beginnt die Preisliste bei 25.950,- GBP, entspricht etwa 33.395,- Euro.

Quelle: Morgan