Abarth 124 Spider Rally - Ab 2017 auf der Piste

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Reinrassiger Rallyewagen des 124 Spider
- knüpft an legendäres Vorgängermodell an
- 300 PS starkes Vierzylinder-Turbotriebwerk
- sequenzielles 6-Gang-Getriebe & Sperrdiff
- matter Karosserie-Lack in Rot und Gelb

Neben der Straßenversion stellte Abarth auf dem Genfer Autosalon auch gleich eine Rallyevariante des neuen 124 Spider vor. Diese entstand beim hauseigenen Abarth Racing Team und ist nach offiziellen Angaben erst einmal nur eine Studie auf Basis des FIA-RGT-Reglements. Warum das Ganze? Weil vor 40 Jahren, am Ende der Motorsportsaison 1976 der Rückzug von Abarth aus dem Rallyesport verkündet wurde, wo der legendäre 124 Spider mit diversen Gesamtsiegen für Furore gesorgt hatte.

Damals reichten rund 180 PS, die auf 900 Kilogramm Leergewicht trafen, aus, um der versammelten Weltelite die Leviten zu lesen. Fahrer wie Achim Warmbold oder
Håkan Lindberg gewannen in Monte Carlo, an der Akropolis oder die Polonia Rallye. Wird der neue Abarth 124 Spider an diese Erfolge anknüpfen? Nun, zumindest Klassensiege in der RGT-Kategorie scheinen durchaus denkbar, immerhin bringt das "Projekt SE139" beste Gene mit.

Mal abgesehen davon, dass der neue 124 Spider auf der gut entwickelten Plattform des aktuellen Mazda MX-5 steht, haben die Italiener der Rallyeversion auch noch reichlich Leistung spendiert. Unter der Motorhaube tobt sich ein 1,8 Liter großer Vierzylinder-Turbomotor mit Benzindirekteinspritzung aus, der es auf 220 kW/300 PS bringt. Diese Leistung wird über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe mit Schaltwippen am Lenkrad auf die Hinterachse mit Sperrdifferenzial geleitet und macht den 124 Spider Rally zum gezielten Quertreiber - schließlich gehört ein gepflegter Drift zum Rallyesport dazu wie Matsch und Schnee zur Rallye Monte Carlo. Die von Michelin speziell entwickelten Reifen sitzen auf Leichtmetallrädern von OZ.

Somit verwundert es auch nicht, dass bei der Entwicklung des Neulings jenes Lastenheft Verwendung fand, das von Carlo Abarth Anfang der 70er Jahre für den legendären Vorgänger aufgesetzt wurde. Neben der ausreichenden Leistung stand darin vor allem die Zuverlässigkeit auf jedem Untergrund im Vordergrund. Hierfür wurde der Prototyp bereits vor seiner Premiere diversen Tests auf Eis, Schnee, Staub, Matsch und Schotter unterzogen. Zudem wurde die optimale Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse immer im Auge behalten, wenn es an Veränderungen am Prototypen ging. Immerhin soll der Wagen von Anfang an konkurrenzfähig sein, wenn er in naher Zukunft wirklich im Rallyesport eingesetzt wird - das ist man dem Vorgängermodell schuldig.
 
Auch für den Lampenträger auf der Motorhaube und das Cockpit kommen möglichst strapazierbare Materialien zum Einsatz - immerhin müssen diese Bauteile den harten Rallye-Alltag möglichst unbeschadet überstehen. Anstelle des Stoffverdecks der Straßenversion trägt der 124 Spider Rally ein fest verbautes Hardtop, das die Linienführung ideal fortsetzt und zudem über eine Dachhutze Frischluft in den Innenraum fächert. Die gesamte Karosserie nimmt farblich den legendären Vorgänger auf, überträgt dessen Lackierung jedoch geschickt in die Neuzeit. Das überwiegende Rot mit den Gelb abgesetzten Akzenten sind matt ausgeführt.

Im Innenraum erhielt der Wagen durch einen vollwertigen Überrollkäfig strukturelle Verstärkungen. Alle Schalter und Bedienelemente wurden so verlegt, dass sie der Fahrer aus seinem Sabelt-Sportschalensitz mit Sechspunktgurten heraus gut erreichen kann. Auch der Beifahrer wird mittels Sechspunktgurt am Platz gehalten und kann seinen Streckenaufschrieb mittels zusätzlicher Leseleuchte auch nachts zu Gehör bringen.

Die endgültige Homologation für die FIA-RGT-Kategorie steht noch aus, dennoch können interessierte Kundenteams den Wagen ab jetzt bei Abarth für die Saison 2017 vorbestellen.

Quellen: Abarth (2 Bilder), Matthias Kierse (2 Bilder)