Audi SQ7 TDI - V8-Diesel mit Elektro-Verdichter

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Audi erweitert Q7-Programm um den SQ7
- neu entwickelter V8-TDI-Motor mit 435 PS
- Registeraufladung plus Elektro-Verdichter
- 24 Fahrer-Assistenzsysteme serienmäßig
- Teil-Bordnetz mit 48 Volt Spannung



Audi weitet das Programm der S-Modelle auf den großen SUV Q7 aus und überträgt dabei das Erfolgsrezept des SQ5 auf das größere Modell: Einen leistungsstarken Dieselmotor.

Exterieur

Das knapp über fünf Meter lange SUV erhält als SQ7 größere Lufteinlässe in der Frontschürze sowie ein neues Gitter des Singleframe-Kühlergrills im S-spezifischen Design. An den Grill-Lamellen, den Außenspiegelkappen und den Türeinlegern findet sich Aluminium. Hinten mündet die Abgasanlage in vier eckigen Endrohren. An Front und Heck leuchten serienmäßig LED-Leuchten in die Nacht, wobei vorn gegen Aufpreis Matrix-LED-Scheinwerfer mit 30 einzelnen Fernscheinwerfer-LEDs pro Seite lieferbar sind. Jede dieser Dioden ist in 64 Stufen dimmbar und wird durch einen kamerabasierten Fernlichtassistenten verkehrsbedingt ein- oder abgeschaltet. Zudem verfügen die Scheinwerfer über intelligentes Kurvenlicht und leuchten im Zusammenspiel mit dem optionalen MMI Navigationssystem anhand der Navi-Daten bereits im Vorfeld in die Kurve hinein. Mittels der kosequent aus hochfesten Stählen und Aluminium aufgebauten Karosserie erreicht Audi beim SQ7 nicht nur ein im Vergleich zum Wettbewerb relativ geringes Leergewicht von 2.270 Kilogramm, sondern mittels Feinarbeit im Windkanal auch einen cW-Wert von 0,34. Die Radhäuser werden wahlweise mit Leichtmetallrädern zwischen 20 und 22 Zoll Größe ausgefüllt. Für die Karosserie stehen zwölf verschiedene Lackfarben zur Auswahl, wobei die Einfassung des Singleframe-Kühlergrills und der Unterfahrschutz als Kontrast in mattem Twilightgrau ausgeführt werden.

Interieur

Innen bietet der Audi SQ7 TDI je nach Kundenwunsch Platz für fünf oder sieben Personen, wobei die dritte Reihe elektrisch aus dem Kofferraum ausklappt. In der ersten Reihe sind serienmäßig Sportsitze oder optional die Sportsitze plus aus dem S-Programm verbaut. Hinter dem unten abgeflachten Sportlenkrad sitzen Analoginstrumente mit grauen Ziffernblättern und weißen Zeigern. Gegen Aufpreis gibt es das Virtual Cockpit mit 12,3 Zoll großem Display, auf dem die Rundinstrumente und alle weiteren relevanten Infos digital eingeblendet werden. Dem Fahrer stehen 24 Fahrassistenzsysteme inklusive "Prädiktivem Effizienzassistent" und "Audi Pre Sense City" sowie dem "Adaptive Cruise Control mit Staufunktion" zur Verfügung. Dies kann durch ein Head-Up-Display ergänzt werden.
Durch die "Design Selection Kodiakbraun" erhält der SQ7 auf Wunsch eine braune Volllederausstattung mit Kontrastnähten und Dachhimmel in schwarzem Alcantara. Die Dekorleisten sind zweiteilig in Aluminium und Carbon Köper Kupfer ausgeführt und exklusiv für das neue SUV-Topmodell erhältlich.
Das optionale MMI Navigationssystem plus nutzt die zweite Generation des Modularen Infotainmentbaukastens mit integriertem LTE-Modul und WLAN-Hotspot. So können alle Passagiere während der Fahrt mit hoher Geschwindigkeit im Internet surfen und über das Infotainmentsystem diverse Onlinefunktionen nutzen. Sowohl iOs- als auch Android-Smartphones können dabei ins System eingegliedert werden. Zudem sorgt das optionale Bang & Olufsen Advanced Sound System mit 1.920 Watt starkem Verstärker und digitalem Signalprozessor inklusive elf Kanälen sowie 23 Lautsprechern für ordentlichen Musikgenuss. An den Lehnen der Vordersitze lassen sich zwei Audi Tablets einklinken, wodurch sich das einzige voll entnehmbare Rear-Seat-Entertainmentsystem ab Werk ergibt.

Performance

Mit dem neu entwickelten V8-Turbodieselmotor unter seiner Motorhaube verfügt der Audi SQ7 über ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Durch das aktuelle Downsizing-Phänomen in der Automobilbranche wurden bei so ziemlich allen Marken Achtzylinder-Diesel aus dem Programm gestrichen. Im SQ7 entwickelt ein solches Triebwerk aus vier Litern Hubraum 320 kW/435 PS und ein maximales Drehmoment von 900 Newtonmetern. Diese Kraft gelangt über eine Achtgang-Tiptronic-Automatik auf den permanenten quattro-Allradantrieb. Für den Spurt auf Tempo 100 benötigt der Wagen nur 4,8 Sekunden, während die Höchstgeschwindigkeit wie bei vielen deutschen Hochleistungsfahrzeugen auf 250 km/h begrenzt ist.
Der Dieselmotor verfügt über eine Registeraufladung mit einem kleinen Turbo für die niedrigen Drehzahlbereiche und einem größeren für die höheren Drehzahlen. Zudem kommt ein dritter, elektrisch betriebener Verdichter zum Einsatz, der speziell bei Anfahrmanövern zum Tragen kommt. Ein derartiger elektrischer Verdichter wird damit erstmals im Serienautomobilbau eingesetzt und überbrückt gekonnt das altbekannte Turboloch binnen 250 Millisekunden. Gleichzeitig mündet die Registeraufladung in einem niedrigen Durchschnittsverbrauch, der nach NEFZ nur 7,4 Liter beträgt.
Um die bis zu sieben Kilowatt Antriebsleistung für den elektrischen Verdichter bereitzustellen, verfügt der Audi SQ7 über ein Teilbordnetz mit 48 Volt. Dieses ermöglicht auch die elektromechanische aktive Wankstabilisierung (EAWS). Unter dem Kofferraumboden befindet sich eine eigene Lithium-Ionen-Batterie mit 470 Wattstunden und einer Peakleistung von 13 Kilowatt, die die hohen Leistungs- und Energieanforderungen erfüllt. Durch einen DC/DC-Wandler wird das 48-Volt-Teilbordnetz an das restliche Bordnetz mit 12 Volt angebunden. Die benötigte Energie erzeugt ein MOSFET-Generator (Metal-Oxide-Semiconductor-Field-Effect-Transistor).
Gegen Aufpreis gibt es ein Fahrdynamikpaket mit drei Technikbausteinen: Einem Sportdifferenzial, der elektromechanisch-aktiven Wankstabilisierung und einer Allradlenkung. Über das hochintegrierte Fahrwerkssteuergerät (EFP) werden die Dämpfer, die Luftfedern, das Sportdifferenzial und die Wankmomentenverteilung angesteuert. Somit ist eine optimale Vernetzung und Abstimmung der einzelnen Systeme untereinander gewährleistet. Die Wankstabilisierung arbeitet mit einem kompakten Elektromotor und einem dreistufigen Planetengetriebe, durch die die beiden Hälften des Stabilisators voneinander entkoppelt werden. Bei sportlicher Fahrweise werden die beiden Rohre gegeneinander verdreht, wodurch Wankbewegungen der Karosserie und damit die Tendenz zum Untersteuern reduziert werden. Durch die Allradlenkung lenken die Hinterräder um bis zu fünf Grad ein, je nach Geschwindigkeit gegen- oder gleichsinnig zu den Vorderrädern. Mit dem Sportdifferenzial an der Hinterachse wird das Drehmoment variabel zwischen den Rädern verteilt.
Für sportliches Fahrverhalten erhielt das adaptive Luftfahrwerk eine straffere Abstimmung. Optional steht kurz nach der Markteinführung eine Carbon-Keramik-Bremsanlage zur Auswahl. Um auch auf dem US-amerikanischen Markt mit dem leistungsstarken Diesel punkten zu können, verbaut Audi eine Kombination aus einem NOx-Oxidationskatalysator und einem nachgeschalteten, im Partikelfilter integrierten SCR-Katalysator sowie einer AdBlue-Einspritzung, um die Abgase soweit wie möglich zu reinigen.

Preis

Der Grundpreis des neuen Audi SQ7 TDI beträgt 89.900,- €. Bestellungen sind ab dem Frühjahr möglich.

Quelle: Audi