Jaguar XKSS - Neuauflage von neun Exemplaren

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Jaguar Classic vollendet XKSS-Produktion
- neun Chassis fielen 1957 Feuer zum Opfer
- XKSS erster britischer Supersportwagen
- Nutzung von Originalplänen aus Archiv
- Grundpreis von rund einer Million Pfund



In der Jaguar Classic Abteilung entstanden bis vor kurzem die fehlenden Exemplare des Lightweight E-Type. Nun hat man sich einen weiteren Klassiker vorgenommen, dessen Serienfertigung im Februar 1957 durch einen schweren Brand im Jaguar-Werk beendet wurde. Neun der 25 geplanten Fahrzeuge konnten so nie fertiggestellt werden. Die Rede ist vom straßentauglichen D-Type, den Jaguar als XKSS interessierten Kunden anbot.

Mit dem D-Type hatte Jaguar ein äußerst erfolgreiches Rennfahrzeug auf die Räder gestellt, das unter anderem dreimal die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte. 25 übrig gebliebene Aluminium-Monocoques wurden schließlich für den Umbau zu Straßenwagen vorgesehen - den ersten britischen Supersportwagen der Geschichte. Dieser erreichte bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und war hauptsächlich für den Export in die USA vorgesehen.

Gegenüber dem D-Type wurden beim XKSS eine höhere Windschutzscheibe mit Chromrahmen, zwei Türen mit steckbaren Seitenscheiben, Stoßstangen an Front und Heck sowie geänderte Leuchten vorn und hinten verwendet. Zudem entfiel die Trennstrebe zwischen Fahrer und Beifahrer sowie die charakteristische Finne hinter dem Fahrersitz. Dafür bietet ein knapp geschnittenes Stoffverdeck rudimentären Wetterschutz und auf der Heckpartie sitzt eine verchromte Gepäckbrücke. Unter der Haube kam der legendäre Reihen-Sechszylindermotor mit etwas über 250 PS zum Einsatz, der seine Kraft über ein manuelles Viergang-Getriebe auf die Hinterräder verteilte und den XKSS in 5,5 Sekunden auf 60 mph (96 km/h) beschleunigte. Das Leergewicht lag bei lediglich 921 Kilogramm. Zu den berühmtesten Besitzern zählte Hollywood-Legende Steve McQueen. Heute gehören die 16 gebauten Fahrzeuge zu den gesuchtesten Sammlerstücken der Markengeschichte.

Nun werden die neun fehlenden Fahrzeuge nach originalen Spezifikationen von Jaguar Classic nachgebaut. Dabei werden die Originalpläne aus dem Archiv genutzt und die Erfahrungen aus dem Aufbau der sechs fehlenden E-Type Lightweight eingesetzt. Wie beim E-Type erhalten auch die neu aufgebauten XKSS jene Fahrgestellnummern, die 1957 nicht mehr genutzt werden konnten. Die ersten Exemplare werden ab Anfang 2017 zu einem Preis von rund einer Million britischer Pfund ausgesuchten Jaguar-Sammlern angeboten.

Quelle: Jaguar