Tesla Model 3 - Revolution? - Alle Fakten

Geschrieben von Martin Englmeier am . Veröffentlicht in News

- Erhältlich ab Ende 2017 für 35.000,- US$
- 345 Kilometer Reichweite im Basismodell
- Single- und Dual-Motor-Varianten geplant
- großes, durchgehendes Panoramadach
- keine Rundinstrumente, nur Zentraldisplay



Können Sie sich an ein Auto erinnern, welches jemals einen ähnlichen Hype hervorgebracht hätte wie das neue Tesla Model 3? Bei dem die Käufer vor den Türen der Händler campierten, um einen Vertrag unterschreiben zu dürfen? Wir auch nicht. Letzte Nacht wurde der Wagen endlich vorgestellt. Wir liefern alle Fakten.

Exterieur - Anleihen beim Model S

Der neue "kleine" Tesla ist unmissverständlich als solcher zu erkennen. Das Design wirkt wie die Weiterentwicklung des Model S. Wie beim SUV Model X ist der angedeutete Frontgrill nun verschwunden. Das Auto zeigt insgesamt etwas mehr Kanten, die Scheinwerfer fallen prägnanter aus. Von vorne erinnert der Amerikaner eindeutig an ein Limousinen-Modell aus Zuffenhausen. Vermutlich gewollt. Im Gegensatz zu dieser deutschen Limousine und dem großen Bruder Model S verfügt das Tesla Model 3 zwar über ein optische Fließheck, jedoch nicht über eine große Kofferraumklappe, die die Heckscheibe umfasst. Stattdessen gibt es ein kleines Deckelchen.

Interieur - Single Screen vorne

Nur noch ein großer mittig platzierter Screen befindet sich im Innenraum. Im Gegensatz zum Model S entfällt die komplette Anzeige für den Fahrer hinter dem Lenkrad. Die vorderen Passagiere rücken somit nach vorne und schaffen mehr Raum auch für die hinteren Plätze. Der Touchscreen erinnert in seiner Optik und seinem Querformat an einen Apple iMac.

Technik - 345 km Reichweite, Supercharging weiterhin gratis

Die Basisversion startet mit 345 Kilometern Reichweite. Für viele Interessenten dürfte dies eine Enttäuschung sein. Immerhin liegt der bereits vorgestellte Chevrolet Bolt diesbezüglich fast auf Augenhöhe. Wir vermuten für die Basisversion eine Batteriekapazität von 60 kWh. Weitere Versionen mit mehr Reichweite dürften folgen. Alle Model-3-Versionen lassen sich natürlich mittels Supercharger aufladen. Das Netzwerk der Ladesäulen soll bis zum Produktionsbeginn des Einstiegsmodells verdoppelt werden. Das Schnellladen bleibt kostenlos. Tesla wird aber in Zukunft sicherstellen, dass der Supercharger wirklich ausschließlich von Langstreckenfahrern genutzt wird.

Performance - 0-60 mph in unter 6 Sekunden

Es gibt bislang noch keine Leistungsangaben, nur einen Beschleunigungswert: Weniger als sechs Sekunden für den Sprint auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h). Wir glauben, dass Tesla die Fahrleistungen jeweils knapp unterhalb der vergleichbaren Model-S-Versionen gestaltet. Die Basisversionen kommt als Single Motor. Mit Sicherheit wird es aber Performance-Varianten mit Dual Motor geben. Diesbezüglich darf mit Werten von unter vier Sekunden von 0 auf 100 km/h gerechnet werden.

Chassis - Eine Stahl-Aluminium Konstruktion mit viel Glas

Wie schon beim Model S und besonders beim Model X legt Elon Musk viel Wert auf Glasflächen. Das neue kleine Model 3 trägt zwei geteilte Panoramadächer. Die Platzverhältnisse gestalten sich sichtbar üppig. Um Kosten zu sparen fällt der Stahlanteil beim Chassis deutlich höher aus als bei den größeren Modellen. Diverse Gimmicks wie die ausfahrbaren Türgriffe oder eine dritte Sitzreihe entfallen. Die Konstruktion des Chassis zeigt sich ohne Schnörkel, möglichst kostenoptimiert. Es ist anzunehmen, dass auch das Model 3 aufgrund der Akkus ein stattliches Gewicht auf die Waage bringt.

Fazit - Viel Hype um Nichts?

Ganz ehrlich: Wir hätten uns ein wenig mehr erwartet. Die gezeigten Modelle erscheinen vor allem im Innenraum unfertig. Die Reichweitenrevolution ist auch ausgeblieben. Bis zum Serienstart Anfang 2018 wird hier auch die Konkurrenz einiges zu bieten haben. Auch die Preisgestaltung ist unklar. Gelten die versprochenen 35.000,- US$ tatsächlich vor Abzug von Fördergeldern? Es bleibt sprichwörtlich spannend und elektrisierend bei Tesla.



Quelle: Tesla Motors