Hennessey Venom GT Spyder - Weltrekord

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Venom GT Spyder greift Bugatti Vitesse an
- Weltrekordversuch mit offenem Verdeck
- mit 1.471 PS über die Start- & Landebahn
- 427,4 km/h reichen zum neuen Weltrekord
- kein offizieller Rekord nach Reglement

 
Pünktlich zum 25-jährigen Firmenjubiläum unternahm Hennessey einen neuen Weltrekordversuch mit dem Venom GT Spyder. Ziel der Fahrt auf der Start- und Landebahn der Naval Air Station Lemoore war das Austesten der Höchstgeschwindigkeit mit offenem Verdeck. Auf diese Weise sollte der Geschwindigkeitsrekord des Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse angegriffen werden.

Der Venom GT Spyder wird von Hennessey auf Basis der Lotus Elise gefertigt. Aufgrund der kleinen Stückzahl von lediglich neun Exemplaren gilt der Wagen nicht als eigenständiger Produktionswagen, sondern weiterhin als Lotus, was auch in den Fahrzeugpapieren steht. Die Amerikaner verlängern und verbreitern Chassis und Karosserie und verbauen hinter den Passagieren einen sieben Liter großen V8-Motor mit doppelter Turbo-Aufladung. Dieser bringt es auf 1.082 kW/1.471 PS und ein maximales Drehmoment in Höhe von 1.743 Newtonmeter, die über ein manuelles Sechsgang-Getriebe von Ricardo auf die Hinterräder gelangen. Dies reichte beim Venom GT Coupé für eine 2014 dokumentierte Höchstgeschwindigkeit von 435,31 km/h.

Am 25. März rollte ein gelber Venom GT Spyder an den Beginn der Landebahn in Lemoore. Am Steuer saß Brian Smith, Chef der Ford Performance Racing School. Zudem wurde der Wagen von Racelogic mit einem GPS-basierten Messgerät ausgerüstet, um die exakte Höchstgeschwindigkeit ermitteln zu können. Vor dem Bremspunkt der 2,9 Meilen langen Strecke hielten die nach oben schnellenden Zahlen der Apparatur bei 265,8 mph, was nach Abzug einer kleinen Toleranz auf 265,6 mph korrigiert wurde. Umgerechnet auf unser metrisches System entspricht das 427,4 km/h und liegt deutlich über dem Wert des Bugatti.

Allerdings muss an dieser Stelle erneut darauf hingewiesen werden, dass für einen offiziellen Weltrekord zwei Punkte fehlen: Zum einen ist der Venom GT Spyder, wie bereits weiter oben erwähnt, kein offizieller Serienwagen, sondern in der Summe seiner Teile ein Tuningprodukt und zum anderen fordern die Regularien der offiziellen Geschwindigkeitsrekorde eine Durchfahrt der jeweiligen Teststrecke in beide Fahrtrichtungen binnen einer Stunde, um eventuell helfenden Rückenwind als Faktor auszuschließen. Anschließend wird die Durchschnittsgeschwindigkeit beider Läufe errechnet und als mögliche Rekordgeschwindigkeit gewertet. Hennessey nutzte jedoch bei diesem Rekordversuch wie schon bei der Fahrt des Coupé auf dem Kennedy Space Center im Jahr 2014 die Rollbahn nur in einer Richtung.

Eine beachtliche Geschwindigkeit bleibt es dennoch. Sie wurde vom technischen Direktor der Firma Racelogic, Jim Lau, und dem Air Operations Officer der Naval Air Station Lemoore, Commander Darren Fouts, auf einer Urkunde bezeugt und an Firmengründer John Hennessey übergeben. Hennessey wird eine limitierte Auflage von drei Exemplaren des Venom GT Spyder als "World Record Edition" zu einem Grundpreis von 1.300.000,- US$ zuzüglich Steuern anbieten.



Quelle: Hennessey