Citroën C3 WRC - Erste Funktionstests erfolgt

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Citroën bereits im Testprogramm für 2017
- neues WRC-Auto basiert auf neuem C3
- getarnte Erprobungsfahrten auf Schotter
- 55 Millimeter breiter und 25 kg leichter
- größerer Luftmengenbegrenzer für 380 PS

 
Während Volkswagen die Weltöffentlichkeit bislang nur mit einer Zeichnung des neuen Polo R WRC für die Rallye-Weltmeisterschaft 2017 abspeist (wir berichteten), bestand der neue Citroën C3 WRC bereits seine ersten Funktionstests. Diese fanden im rund um das französische Château de Lastours und in Fontjoncouse statt, jeweils auf Schotter. Am Steuer saßen dabei die Werksfahrer Alexandre Bengué, Craig Breen und Kris Meeke.

Aufgrund des geänderten Reglements für 2017 macht es für Citroën Sinn, auch gleich das Basisfahrzeug zu wechseln. Zumal der in diesem Jahr noch gefahrene DS3 streng genommen kein Citroën mehr ist, sondern zur inzwischen gegründeten Tochtermarke DS Automobiles gehört. Dieser Umstand wird im kommenden Jahr durch die Einführung des nagelneuen C3 aufgehoben. Gegenüber den aktuellen Modellen, deren Regelwerk seit 2011 unverändert besteht, dürfen die kommenden Fahrzeuge 55 Millimeter breiter werden. Zudem sind aerodynamisch deutlich größere Freiheiten erlaubt.

Vorn erhalten die Rallyewagen neue Frontsplitter und größere Lufteinlässe, während am Heck ein ausgeformter Diffusor und ein prägnanterer Flügel zum Einsatz kommen. Unter der Motorhaube bleibt es beim 1,6 Liter großen Vierzylinder-Turbotriebwerk, das jedoch einen größeren Luftmengenbegrenzer erhält: 36 anstelle der bisherigen 33 Millimeter. Damit klettert die Leistung auf jene Werte, die es bereits in der FIA WTCC gibt: Runde 380 PS stehen zur Verfügung, um über den permanenten Allradantrieb für Vortrieb zu sorgen. Dieser verfügt wieder über ein zentrales Sperrdifferenzial. Gleichzeitig sinkt das Mindestgewicht der Wagen um 25 Kilogramm.

Nach zwei kurzen Shakedown-Fahrten an der Werkshalle von Citroën Racing in Satory erfolgten in der vergangenen Woche Testfahrten im französischen Hinterland. Dort wurden Chassis, Aufhängungen, Karosserie und Antriebseinheit ersten harten Prüfungen ausgesetzt. Zudem wurden erste Setup-Veränderungen ausprobiert. Da in der heutigen Zeit bekanntlich überall Handys mit Kameras verbreitet sind und der neue Citroën C3 bislang weder als Straßenfahrzeug noch als Rallyeauto offiziell präsentiert wurde, erhielt der Prototyp diverse Tarnungen, hauptsächlich in Form einer rot-weiß-schwarzen Tarnfolierung.

Wenn es nach den Reaktionen der beiden Werksfahrer Breen und Meeke geht, dürfte die kommende Rallye-Saison sehr interessant werden. Doch zuvor gilt es erst einmal, die gerade begonnene 2016er Saison zu beobachten und den bisherigen WRC-Fahrzeugen einen würdigen Abschied zu geben.

Quelle: Citroën