Bowler EXR-S - Ultimativer Offroader zu ersteigern

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Einzigartiger britischer Offroader erhältlich
- Bowler EXR-S stammt vom Nemesis ab
- basiert auf dem alten Range Rover Sport
- V8-Kompressormotor mit 558 PS & 625 Nm
- wird bei Silverstone Auctions versteigert

 
Die kleine britische Offroadermarke Bowler hat es bei uns nie zu großer Bekanntheit gebracht. Einzig einige Fans der Autosendung TopGear oder eingefleischte Experten der Marathon-Rallyeszene rund um die Dakar Rallye dürften mit den brachialen Geländewagen auf Basis von Land-Rover-Produkten etwas anfangen können. Immerhin rollen die "Tomcat" und "Wildcat" getauften Boliden auf Defender-Chassis mit großvolumigen V8-Motoren und nochmals verbesserten Offroad-Eigenschaften bei diesen mehrtägigen Events über Stock und Stein durchaus erfolgreich mit.

Als Nachfolger des Tomcat kündigte Bowler 2009 den Nemesis an, der optisch wie auch technisch auf dem damaligen Range Rover Sport basieren sollte. Verschiedene Umstände führten dazu, dass erst fünf Jahre später erste Fahrzeuge dieses Modells produziert wurden und zudem den neuen Namen EXR erhielten. Zusätzlich wurde jedoch auch ein deutlich luxuriöserer Ableger für die Nutzung auf öffentlichen Straßen präsentiert, der EXR-S.

Insgesamt entstanden vom Bowler EXR-S bis heute jedoch nur drei Exemplare mit Rechtslenkung. Fast ein wenig unverständlich, wenn man sich den allgemeinen Trend zum kraftvollen SUV ansieht. Allerdings ist der Brite alles, aber mit Sicherheit kein Schönwetter-Cruiser für die Prachtmeilen der europäischen Metropolen. Diese Übung beherrscht er zwar auch, letztlich fühlt er sich allerdings eher dort zu Hause, wo 99 Prozent der heutigen Protz-SUVs niemals hingelangen: Im Gelände.

Hierfür bringt der EXR-S alle wichtigen Gene seines Rallye-Bruders mit, als da wären: Ein vollwertiger Überrollkäfig mit FIA-Zertifikat, einen permanenten Allradantrieb mit einer Kraftverteilung von 50:50 zwischen vorn und hinten sowie elektrischem Sperrdifferenzial und Transfergetriebe. Alle vier Räder hängen an doppelten Dreiecksquerlenkern mit Einzelradaufhängungen an speziell von Bilstein entwickelten Dämpfern und von Eibach progressiv abgestimmten Federn.

Als Antrieb dient der vom Range Rover Sport bekannte V8-Kompressormotor mit fünf Litern Hubraum, aus denen 410 kW/558 PS und ein maximales Drehmoment in Höhe von 625 Newtonmetern geschöpft werden. In Verbindung mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad beschleunigt der Bowler in 4,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Maximal sind elektronisch begrenzte 250 km/h möglich. Für die Verzögerung sorgt eine Hochleistungs-Bremsanlage von Brembo mit Sechskolben-Sätteln und 360 Millimeter großen Scheiben vorn, sowie vier Kolben und 340-Millimeter-Scheiben hinten. Dank der Composite-Bauweise der Karosserie liegt das Leergewicht bei lediglich 1.850 Kilogramm. Für den Straßeneinsatz kommen 22 Zoll große Leichtmetallräder mit 305/35er Pneus zum Einsatz.

Während die Technik klar auf Einsätze im harten Gelände ausgelegt wurde, zeigt sich der Bowler EXR-S innen von seiner zarten Seite. Feines Leder überzieht die Sitze und das Armaturenbrett. Zur Serienausstattung zählen eine Zweizonen-Klimaautomatik, ein Audiosystem von Pioneer mit Bluetooth und iPod-Anschluss. Mittelkonsole, Mitteltunnel, Türtafeln und die Abdeckung der Instrumente erstrahlen in Sichtcarbon. Fahrer und Beifahrer nehmen in gut ausgeformten Sportsitzen von Sparco Platz. Dahinter erstreckt sich ein riesiger Kofferraum, der bei der Rallyevariante durch Zusatztank, Ersatzräder und Ersatzteile für den Einsatz ausgefüllt wird.

Chassisnummer 001 von den drei gebauten EXR-S steht am 20. Mai bei Silverstone Auctions beim "The May Sale" an der britischen Formel-1-Rennstrecke Silverstone zur Auktion bereit. Preislich wird der Wagen mit lediglich rund 480 Meilen auf dem Tacho in einem Bereich zwischen 95.000,- und 115.000,- £ geschätzt, das entspricht rund 121.000,- bis 146.500,- €. Neu liegt der Grundpreis zuzüglich Steuern bei 145.000,-
£.

Quelle: Silverstone Auctions