Ferrari FXX K - LaFerrari für die Piste

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Neuestes Fahrzeug der Corse Clienti
- 1.050 PS Gesamtleistung durch V12 und E-Motor
- nicht straßenzugelassen

 
Beim jährlichen Finali Mondiali, das kommende Woche in Abu Dhabi stattfinden wird, präsentiert Ferrari erstmals den neuen FXX K auf Basis des LaFerrari. Das "K" nimmt Bezug auf die verbaute KERS-Technik. Wie beim Vorgängermodell auf Enzo-Basis und auch beim 599XX ist eine Homologation für offizielle Rennserien nicht vorgesehen. Stattdessen wird es hauseigene Corse-Clienti-Veranstaltungen im Rahmen der weltweiten Ferrari Racing Days geben.

Exterieur

Auf der Suche nach maximaler Rennstrecken-Effizienz haben die Ferrari-Ingenieure viel Zeit im hauseigenen Windkanal verbracht und dort sowohl mit aktiver wie auch passiver Aerodynamik experimentiert. Die Arbeiten resultierten in einer Front mit Doppelprofil-Spoiler, der 30 Millimeter näher zum Asphalt gerückt ist, als beim LaFerrari. Bei der Gestaltung mit seitlich hochgezogenen Flaps wurden Erkenntnisse der GT3-Version des 458 berücksichtigt. Die langgezogenen Scheinwerfer des LaFerrari wurden gegen LED-Schlitze getauscht. Durch eine mittig vor der Windschutzscheibe eingelassene Öffnung entlassen die vorn untergebrachten Kühler ihre heiße Abluft. Außerdem wurden die Kotflügel um insgesamt 59 Millimeter weiter ausgestellt, um Platz für vorn 19 und hinten 20 Zoll große Rennreifen vom Typ Pirelli P Zero zu schaffen.
Noch deutlicher unterscheidet sich die Heckpartie vom LaFerrari. Außen finden sich zwei feststehende Flügelchen, während dazwischen wie beim Straßenfahrzeug eine Spoilerlippe ausfährt - hier jedoch bis zu 60 Millimeter weit und deutlich höher. Weiter unten wurde der Diffusor deutlich vergrößert und verlängert. In der Low-Drag-Einstellung wurde der Abtrieb um 50% erhöht, bei ausgefahrenem Heckspoiler um 30%, was 540 Kilogramm Anpressdruck bei 200 km/h entspricht.
Anstelle der vom Vorgänger FXX bekannten Rückfahrkameras setzt Ferrari beim neuen FXX K auf konventionelle Rückspiegel.

Interieur

Fahrer und Beifahrer nehmen im FXX K auf dünn gepolsterten Carbon-Schalensitzen Platz und werden mit Vierpunktgurten festgezurrt. Hinter dem Sportlenkrad mit großen Schaltwippen geben zwei digitale Anzeigen alle fahrzeugrelevanten Informationen weiter. Bedienknöpfe und -schalter sind zum Teil auf dem Lenkrad und zum Teil auf einer weit in den Innenraum gezogenen Mittelkonsole untergebracht, die sich zum Fahrer neigt.

Performance

Angetrieben wird der Ferrari FXX K von einem 6,2 Liter großen V12-Benzinmotor und einem zusätzlichen Elektroantrieb. Gemeinsam bringen sie 772 kW/1.050 PS auf die hintere Antriebsachse. Das maximale Drehmoment übersteigt die 900 Newtonmeter-Marke. Der Benziner allein leistet bereits 860 PS, 190 zusätzliche Pferdestärken werden dem E-Motor entlockt. Großer Wert wurde auf guten Sound gelegt. Aus dem Abgassystem wurden die Schalldämpfer entfernt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.
Das vom LaFerrari übernommene HY-KERS-System wurde performance-orientiert überarbeitet und kann durch den Manettino-Knopf am Lenkrad in vier verschiedene Grundeinstellungen gebracht werden: "Qualify" für eine begrenzte Anzahl schneller Runden mit voller Leistung, "Long Run" für hohe Konstanz über viele Runden, "Manual Boost" für maximales Drehmoment auf Knopfdruck und "Fast Charge" für schnelles Laden der Batterien während der Fahrt.

Preis

Wieviel Geld Interessenten nach Maranello überweisen müssen, um einen FXX K zu ordern, ist nicht bekannt. Allerdings dürften sich die Aufnahmebedingungen für die Corse Clienti seit FXX und 599XX nicht allzu sehr verändert haben. Dementsprechend ist eine gut gefüllte Ferrari-Sammlung mit zumindest zwei der absoluten Supersportwagen des Hauses Mindestbedingung. Ein gut gefülltes Bankkonto wird als Nebensache vorausgesetzt, immerhin kostete bereits der LaFerrari über eine Million Euro. Vom FXX K wird es voraussichtlich nur rund 30 Exemplare geben.

Quelle: Ferrari