Renault Clio RS 16 Concept - Premiere in Monaco

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Einzelstück beim F1 GP Monaco präsentiert
- Motor des Mégane RS 275 Trophy-R im Clio
- manuelles 6-Gang-Getriebe, Brembo-Bremse
- um sechs Zentimeter verbreiterte Karosserie
- Serienfertigung nicht gänzlich ausgeschlossen

 
Im Rahmen des Formel-1-Rennens in Monaco hat Renault eine besondere Variante des beliebten Clio RS präsentiert. Mit dem Clio RS 16 feiert Renault Sport sein 40-jähriges Bestehen, wobei sich der Name am aktuellen F1-Renner orientiert. An dem nun präsentierten Prototyp werkelten die Sportabteilung und Techniker von Renault seit fünf Monaten. Ob es eine Serienumsetzung des radikalen Kleinwagens geben wird, steht offiziell noch nicht fest. Allerdings lässt Patrice Ratti, Geschäftsführer von Renault Sport Cars, zwischen den Zeilen ein wenig durchblicken: "Wir alle erinnerten uns an die große Wirkung, die seinerzeit der Clio V6 hatte. Entsprechend dem Vorbild wollten wir wieder ein Fahrzeug mit außergewöhnlicher Performance auf die Räder stellen, aber zu einem realistischen Preis. Wir durften deshalb die Bodenhaftung nicht verlieren und mussten uns auf einfache, einfallsreiche Lösungen konzentrieren. Ziel war ein Fahrzeug, das nicht nur ein Show Car ist, sondern auch die Typzulassung erhält." Vor der Entscheidung zur Fertigung wird der Prototyp nochmal beim Goodwood Festival of Speed präsentiert.

Exterieur - Gelbe Lackierung, Breitbau und Flügel vom Clio Cup

Um volle sechs Zentimeter wuchs der Clio RS 16 im Vergleich zum normalen Clio RS in die Breite. Verantwortlich dafür sind die Kotflügelverbreiterungen rundum, die Platz für 19 Zoll große, schwarz lackierte "Speedline Turini"-Leichtmetallräder schaffen. Sie sind mit Michelin Sport SP2 Pneus bezogen. Entsprechend der Verbreiterungen wurden auch die Schwellerverkleidungen optisch angepasst. Die Karosserielackierung in "Sirius-Gelb" mit schwarzen Akzenten und silberner Dekorfolie lehnt sich eng an das Erscheinungsbild der aktuellen Formel-1-Autos des Renault-Werksteams an. Auch der große, geschwungene Dachflügel aus dem Clio Cup trägt Gelb, zeigt seitlich den "Renault Sport"-Schriftzug und sorgt bei 200 km/h für 40 Kilogramm Anpressdruck. Gegenüber dem Serien-RS wurde die Frontschürze mit einem größeren Lufteinlass versehen, die außen LED-Zusatzscheinwerfer im Zielflaggen-Design integriert.

Interieur - Sechspunktgurte vorn, Rücksitzbank entfallen

Innen bietet der Clio RS 16 lediglich Platz für zwei verschwitzte Mitfahrer, da die Ingenieure von Renault Sport zur Gewichtsersparnis die Rücksitzbank und die Klimaanlage entfernten. Fahrer und Beifahrer sitzen in gut ausgeformten Sportsitzen und werden mit Sechspunktgurten am Platz gehalten.

Performance - Techniktransfer vom Mégane RS 275 Trophy-R

Angetrieben wird der Renault Clio RS 16 vom zwei Liter großen Vierzylinder-Turbotriebwerk aus dem Mégane RS 275 Trophy-R. Somit stehen 201 kW/273 PS zur Verfügung - volle 73 Pferdestärken mehr als im aktuell angebotenen Clio RS mit seinem 1,6 Liter großen Turbomotor. Gleichzeitig liegen 360 Newtonmeter Drehmoment an, um den Kleinwagen voranzutreiben. Dies gelingt über das ebenfalls vom Mégane RS 275 Trophy-R übernommenen manuellen Sechsgang-Getriebe. Um das Triebwerk in jedem Fahrzustand gesund zu erhalten, bekam der Clio RS 16 ein leistungsstärkeres Kühlsystem, das seine Frischluft durch die größeren Lufteinlässe der Frontschürze bezieht. Derweil entströmen die Abgase einer durchlassstarken Auspuffanlage mit Endschalldämpfer von Akrapovic.
Spezielle Aufmerksamkeit benötigte die Motorsteuerungs-Software. Der Grund dafür lässt sich schnell erklären: Das zwei Liter große Triebwerk war nie für den Einbau im Clio vorgesehen und basiert daher softwaretechnisch auf einer anderen Architektur. Mittels einer speziellen Gateway-Software erreichten die Renault-Sport-Ingenieure schließlich die Kommunikation zwischen dem Mégane-Motor und den Systemen des Clio.
Wie im Mégane RS 275 Trophy-R kommt auch im Clio RS 16 eine ISAS-Vorderradaufhängung (Independent Steering Axis System) mit entkoppelter Lenkachse zum Einsatz. Neben einer Reduktion von Drehmomenteinflüssen auf die Lenkung erreicht Renault Sport damit mehr Präzision und maximale Traktion. Hinten werkelt die Achse des Rallye-Modells Clio R3T mit zusätzlich verschweißten Querstreben und um mehr als 50 Prozent höherer Rollsteifigkeit.
Verstellbare Rennsport-Stoßdämpfer mit Doppelströmungsventilen sorgen beim Ein- und Ausfedern für gleiche Dynamik, da die Dämpferflüssigkeit in beide Richtungen den gleichen Flussweg zurücklegt. Als weitere Bauteile kommen die 350 Millimeter großen Brembo-Bremsscheiben vorn (260 hinten) sowie die um rund 15 Kilogramm leichtere Lithium-Ionen-Batterie aus dem Mégane RS 275 Trophy-R zum Einsatz.
Anhand der Reifenmischung von Michelin wurden passende Einstellungen für die Federn, Dämpfer und Stabilisatoren erfahren. Hierfür diente ein schwarz lackierter Clio RS als Testträger, der seit dem 1. April die französische Strecke in Montlhéry sowie die des Renault-Erprobungszentrums in Aubevoye umrundet.

Quelle: Renault