McLaren 570S MSO - 50-jähriges GP-Jubiläum

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- McLaren feiert 50 Jahre in der Formel 1
- Ersteinsatz 1966 mit dem M2B in Monaco
- Firmengründer Bruce McLaren am Steuer
- weißer Lack mit grün-silbernem Streifen
- 570S-Unikat von MSO in gleichen Farben

 
Der an diesem Wochenende ausgetragene Grand Prix von Monaco ist für das Rennteam von McLaren etwas ganz besonderes: Vor exakt 50 Jahren setzte man bei diesem Rennen erstmals ein Formel-1-Auto ein. Aus diesem Anlass entstand in der MSO-Abteilung ein Unikat auf Basis des neuen 570S in den Farben des damaligen McLaren M2B, der entgegen üblicher Gewohnheiten nicht im typischen McLaren Orange, sondern in Weiß mit dunkelgrünem Streifen und silberner Einfassung an den Start rollte.

Robin Herd, der Designer des M2B, hatte zuvor in der Flugzeugindustrie gearbeitet - unter anderem an der legendären Concorde. Nur drei Jahre nach der Gründung des McLaren Rennteams zeigte der M2B die Liebe zu Innovationen, die bis heute zur britischen Marke gehört. Für die Fertigung des Monocoques kam ein neues Material namens "Mallite" zum Einsatz, bei dem ultraleichtes, entkerntes Balsaholz als Sandwich zwischen dünnen Aluminiumplatten eingesetzt wurde. Außen verkleidete Robin Herd den Wagen für mehr Crash-Sicherheit und Steifigkeit mit konventionellem Aluminium.

An vier Stellen wurden Stahlspritzwände ins Monocoque eingezogen, von denen die vorderste und hinterste jeweils als Halterungen für die Einzelradaufhängungen dienten, während die vordere innen unten durchstoßen wurde und oben das Armaturenbrett hielt. Nummer vier diente als Trennung zwischen Cockpit und Motorraum. 1966 durfte erstmals wieder ein drei Liter großes Triebwerk eingesetzt werden, das im Fall von McLaren bei Ford zugekauft wurde. Der V8 hatte zuvor bereits beim Indy 500 seine Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt und brachte es nach einer Hubraumreduzierung von 4,2 auf die vorgeschriebenen 3 Liter immer noch auf über 300 PS, die über ein manuelles ZF-Fünfgang-Getriebe an den Hinterrädern ankamen.

Heute unvorstellbar, damals jedoch für kleine Teams durchaus gängige Praxis: Der McLaren M2B wurde auf einem offenen Autoanhänger hinter einem Ford Fairlane - Spitzname im Team: "White Whale" - zum Ersteinsatz nach Monaco transportiert. Dort qualifizierte Teamgründer Bruce McLaren den Wagen auf Startplatz 10 und arbeitete sich im Rennen bis auf Rang sechs nach vorn, bis sich eine Ölleitung löste und ihn zur Aufgabe zwang.

In den folgenden Rennen experimentierte McLaren zeitweise mit einem Serenissima-Motor aus Italien während dem Ford-Triebwerk zusätzliche Leistung eingehaucht wurde. Zudem überarbeitete Robin Herd das Ölkühlungssystem. In Großbritannien (sechster Platz) und den Vereinigten Staaten (fünfter Platz) konnte man die Leistung des M2B unter Beweis stellen. Zwei Jahre später errang Bruce McLaren in Belgien den ersten Sieg für sein Team - bis heute folgten 181 weitere Siege allein in der Formel 1 sowie 12 Fahrer- und 8 Konstrukteurstitel und diverse Erfolge im Sportwagenrennsport, bei der Can-Am und in Indianapolis.

Passend zum runden Jubiläum zeigt sich der 570S nun im Farbkleid des M2B. Dieses steht dem 570 PS starken und 328 km/h schnellen Sportwagen gut. Die Leistung entstammt einem 3,8 Liter großen V8-Biturbomotor, der den Wagen über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in 3,2 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt.

Quelle: McLaren