Aston Martin - DB11-Motorenbau in Köln gestartet

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- V12-Eigenentwicklung geht in Produktion
- Fertigung nicht in Stuttgart, sondern in Köln
- AMEP befindet sich auf Ford-Werksgelände
- seit 2004 bereits über 40.000 V12 gefertigt
- neuer V12-Biturbo mit 608 PS und 700 Nm

 
Nachdem Aston Martin vor mehr als drei Monaten den neuen DB11 auf dem Genfer Auto Salon vorstellte, begann nun die Serienproduktion des neuen V12-Triebwerks. Während der Wagen und vor allem dessen Elektronik und Infotainmentsystem gemeinsam mit Mercedes-AMG entwickelt wurden, handelt es sich beim Motor um eine Eigenentwicklung von Aston Martin. Der Grund hierfür liegt in der Erprobung des Fahrzeugs, die unter anderem auch auf der Nürburgring Nordschleife stattfand. Dort fiel der bekannte, sechs Liter große AMG-V12 durch seine 'Dampfhammer-Mentalität' mit mehr als 1.000 Newtonmetern Drehmoment positiv, durch seine mangelnde Ölversorgung in engen Kurven jedoch sehr negativ auf. Da sich entwicklungsseitig hier nur wenig verbessern ließ, machten sich die Briten an eine Eigenkonstruktion, durch die die Markteinführung des DB11 ein wenig nach hinten geschoben werden musste. Der neue, 5,2 Liter große Zwölfzylinder-Biturbomotor wird daher logischerweise auch nicht in Affalterbach sondern in der 'Aston Martin Engine Plant' (AMEP) gefertigt.

Bereits seit Oktober 2004 fertigen die Briten ihre Aggregate in Köln. Dieser Standort wurde noch zu Zeiten gewählt, als die Sportwagenmarke Teil des Ford-Konzerns war. Genau genommen befindet sich die 12.500 Quadratmeter große Halle, in der mehr als 100 hochqualifizierte Motorenbauer arbeiten, sogar auf dem Ford-Werksgelände in Köln Niehl. Seit der Eröffnung wurden hier mehr als 40.000 V12-Motoren für die Baureihen DB9, DBS, Virage, Rapide, Vanquish und V12 Vantage sowie die limitierten Modelle V12 Zagato und One-77 produziert.

Nun erfolgte die Umstellung auf den 608 PS und 700 Newtonmeter starken Biturbo-Motor, der anfänglich noch parallel zum sechs Liter großen Sauger entstehen wird. In den kommenden Jahren erfolgt nach und nach auch die Ablösung der anderen V12-Modelle und damit der komplette Wechsel auf das neue Triebwerk, das neben den Turboladern auch über Zylinderabschaltung und eine Start-Stopp-Funktion verfügt. Auch der 4,7 Liter große V8-Motor für den V8 Vantage entsteht in Köln Niehl. Dessen Nachfolgemotor wird jedoch mit relativ hoher Sicherheit aus dem Hause AMG stammen.

Ähnlich wie bei Mercedes-AMG ist auch bei Aston Martin ein Techniker für jedes Triebwerk zuständig - vom leeren Block bis zum fertigen Motor mit allen Nebenaggregaten. Dabei vergehen für den neuen V12 insgesamt rund acht Arbeitsstunden, wodurch die AMEP eine jährliche Kapazität von 8.000 Zwölfzylinder-Motoren hat. Nach der Fertigstellung wird jedes Triebwerk intensiven Tests auf einem Motorenprüfstand unterzogen, wobei auch warme und kalte Außentemperaturen zum Einsatz kommen. Nur wenn alle Tests bestanden wurden erhält der Motor eine Metallplakette mit dem Namen des zuständigen Technikers und wird nach Gaydon in die Produktion der Aston Martin Fahrzeuge transportiert.

Motoren-Chefentwickler Professor Brian Fritzsimons (in unserer Galerie im drittletzten Bild zu sehen) war für die neue V12-Motorengeneration von Aston Martin hauptverantwortlich. Er ist vom Biturbo-Aggregat begeistert: "Wir haben durch unsere intensive Entwicklungsarbeit das beste Ansprechverhalten aller V12-Turbomotoren erreicht und gleichzeitig eine Ölversorgung, die mit einem Trockensumpfsystem aus dem Rennsport vergleichbar ist."

Das erste fertig produzierte Triebwerk der Serienproduktion wurde von Dr. Andy Palmer, CEO von Aston Martin, persönlich signiert. Ob dieser Motor auch in ein Kundenfahrzeug eingebaut wird, lässt der Pressetext offen. Die ersten Exemplare des in Deutschland mindestens 204.900,- € teuren Aston Martin DB11 werden Anfang des vierten Jahresquartals zu den Händlern gelangen.

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Quelle: Aston Martin