Nissan BladeGlider Concept - Die Zukunft ist nahe

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Nissan entwickelt neues Sportwagenkonzept
- besonders schmal gebaute vordere Spur
- drei Sitze innen, einer vorn, zwei im Fond
- rein elektrischer Antrieb mit 200 kW, 707 Nm
- erinnert nicht nur zufällig an den DeltaWing


Erinnern Sie sich an den DeltaWing, der im Sportwagen-Rennsport vor einigen Jahren für Furore sorgte? Dies lag weniger an großartigen Rennerfolgen als vielmehr an seinem reinen Konzept. Entgegen der heute üblichen Lehre, dass ein Automobil seine Räder mehr oder weniger an den vier Fahrzeugecken und dabei vorn und hinten eine möglichst ähnliche Spur aufweisen solle, zeigt sich der DeltaWing nämlich mit einer sehr schmalen Schnauze. In dieser sind zwei schmale Räderchen verborgen, die der Lenkung dienen. Dahinter wird der Wagen breiter, um seinen Fahrer und dahinter das antreibende Triebwerk aufnehmen zu können. Aufgrund eines flachen Unterbodens inklusive Diffusor am Heck kann auf weitere aerodynamische Hilfsmittel wie Spoiler und Flügel verzichtet werden.
 
Trotz eines deutlich kleineren Motors mit rund 300 PS aus 1,6 Litern Hubraum und des ungewöhnlichen Konzepts errang der Wagen atemberaubende Rundenzeiten, was relativ schnell das Interesse einiger Fahrzeughersteller nach sich zog. Nissan konnte sich schließlich zu einer Kooperation durchringen und setzte den DeltaWing sogar 2012 unter eigener Nennung in Le Mans ein, schied jedoch nach einem Unfall aus. Anschließend trennten sich die Wege der beiden Firmen. Während DeltaWing den Wagen bis heute in der ALMS-Rennserie einsetzt, beschäftigten sich die Nissan-Ingenieure weiterhin mit dem ungewöhnlichen Fahrzeugkonzept - was ihnen prompt eine Klage der DeltaWing-Erfinder einbrachte. Kein Wunder, hatten die Japaner doch den DeltaWing-Designer Ben Bowlby abgeworben und unter eigener Entwicklung den ZEOD RC als rein elektrisches Rennfahrzeug 2014 in Le Mans fahren lassen. Der Wagen fiel jedoch bereits in der Frühphase des Langstreckenrennens durch Getriebeschaden aus.
 
Allerdings ließ Nissan nicht locker und übertrug die Idee in Richtung Straßennutzung. Bereits 2013 debütierte auf der Tokio Motorshow mit dem BladeGlider Concept ein erster Ausblick in Richtung eines futuristischen Seriensportwagens. Hierzu wurde das Grundkonzept um zwei hintere Sitze erweitert, um ein wenig Alltagsnutzen mitzubringen. Zudem sah Nissan von Anfang an einen rein elektrischen Antrieb für den BladeGlider vor.

Heute erfolgte die Premiere eines deutlich weiterentwickelten BladeGlider Concept in Brasilien. Bei dieser Weiterentwicklung kam es den beteiligten Ingenieuren vor allem um eine effiziente Aerodynamik und besonders agiles Handling an. Für einen guten Rundumblick aller drei Passagiere verlängern die Seitenscheiben optisch die Windschutzscheibe und lassen diese dadurch wie ein überdimensionales Helmvisier wirken. Über den Köpfen zieht sich ein X-förmiger Überrollschutz hinweg. Die Türen sind hinten angeschlagen und öffnen weit zur Seite, um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern. Um die Aerodynamik zusätzlich zu verbessern befinden sich hinter den Vorderrädern Rückfahrkameras anstelle von Außenspiegeln.
 
"Dieser Prototyp zeigt unseren Ehrgeiz, die Idee einer intelligenten Mobilität voranzutreiben und dabei Fahrfreude mit Verantwortung für die Umwelt zu verbinden. Wir finden, dass Auto-Enthusiasten sich auf eine Null-Emissions-Zukunft freuen sollten. Der BladeGlider demonstriert dies eindrucksvoll: Er ist ein Elektrofahrzeug für Auto-Liebhaber", kommentiert Carlos Ghosn, President und Chief Executive Officer Nissan Motor Corporation.

Um diesen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, kooperiert Nissan bei der elektrischen Antriebstechnik des BladeGlider mit Williams Advanced Engineering. Die Briten entwickelten zwei leistungsstarke Elektromotoren mit jeweils 130 kW, die an den Hinterrädern sitzen. Damit spurtet der BladeGlider in weniger als fünf Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit jenseits der 190-km/h-Marke. Durch ein Torque-Vectoring-System wird das maximale Drehmoment in Höhe von 707 Newtonmetern, das bei Elektromotoren direkt ab der ersten Umdrehung anliegt, zwischen den beiden Rädern verteilt. Es kann vom Fahrer durch die Modi 'off', 'agil' und 'drift' zusätzlich beeinflusst werden. Eine fünfmodulige Lithium-Ionen-Batterie mit 220 kW Leistung versorgt die Motoren mit Elektrizität. Spezielle Kühlsysteme sorgen für einen gesunden Temperaturhaushalt des Akkus und der E-Motoren. Trotz der Elektrotechnik verspricht Nissan ein Leergewicht von nur 1.300 Kilogramm.
 
Der zentral im Mittelpunkt sitzende Fahrer erhält über ein Display auf und ein Display hinter dem Lenkrad alle wichtigen Fahrzeuginformationen. Zwei weitere Displays links und rechts zeigen permanent die Bilder der Rückfahrkameras an. Alle drei Insassen werden durch Vierpunktgurte in den Sportsitzen gehalten, die zudem mit einem besonders rutschfesten und robusten Mix aus Stoff und Kunstharz bezogen sind. Der Bezug zeigt sich bei einem der beiden vorgestellen Prototypen in 'Cyber Green' und beim anderen in 'Stealth Orange', jeweils in Verbindung mit silbernen Umrandungen und schwarzem Stoff.



Quelle: Nissan
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