SCG 003 - Für Nordschleife und Straße

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Premiere auf Genfer Autosalon
- Rennversion für VLN und 24h Nürburgring
- Straßensportwagen mit V12-Biturbo

Der amerikanische Milliardär James Glickenhaus ist als Autofan durch und durch zu bezeichnen. Neben diversen klassischen Ferrari und einigen neueren Sportwagen italienischer Herkunft ließ er sich 2006 auf Basis eines Ferrari Enzo den von Pininfarina gestalteten P4/5 aufbauen. Optisch orientiert sich der straßenzugelassene Wagen am 330 P4 von 1967. Drei Jahre später toppte er dieses Unikat mit dem P4/5 Competizione auf Basis eines 430 Scuderia. Mit diesem ebenfalls offiziell zugelassenen Fahrzeug nahmen er und sein Team, die Scuderia Cameron Glickenhaus, am 24-Stunden-Rennen auf dem legendären Nürburgring teil.

Aktuell entsteht das dritte Fahrzeugprojekt von Glickenhaus, das diesmal jedoch gänzlich eigenständig entwickelt wird und auf keinem existierenden Fahrzeugmodell basiert. Auf dem Genfer Autosalon 2015 wird man den SCG 003 in seiner endgültigen Form vorstellen. Neben einer "Competizione" genannten Rennversion, die erneut beim 24h-Klassiker und im Rahmen der VLN-Langstrecken-Serie auf der Nordschleife starten soll, wird es eine Straßenversion geben, die Glickenhaus auch zum Verkauf anbieten möchte. Zudem möchte das Team auch gern beim zweiten Langstreckenklassiker in Le Mans an den Start rollen. Hierzu soll der SCG 003 Competizione wie in der Frühzeit dieses Rennens auf Achse an- und abreisen.

Beide Varianten unterscheiden sich nicht nur durch den Einsatzzweck, sondern auch in der Motorisierung. Während die Straßenversion laut Glickenhaus mit einem V12-Triebwerk anrollen soll, erhält der Rennableger lediglich sechs Brennräume in V-Konfiguration. Beide Motoren werden durch je zwei Turbolader unter Druck gesetzt. Im Competizione stehen damit rund 368 kW/500 PS zur Verfügung, während der Straßensportwagen sogar rund 541 kW/735 PS auf Landstraßen und Autobahnen loslassen darf. Verkauft werden soll er in Europa, China und dem Mittleren Osten. Ob die USA als Heimat von Glickenhaus mit zum Verkaufsgebiet zählen werden, hängt noch von einigen Crashtests und Genehmigungen ab. Preislich soll der SCG 003 bei rund 2,8 Millionen US-Dollar liegen. Möglicherweise sollen weitere Motorvarianten angeboten werden.

Die Entwicklungsarbeiten finden bei GranStudio in Italien unter Leitung des ehemaligen Pininfarina-Designers Goran Popovic sowie des Leiters der Sonderprojektabteilung von Pininfarina, Paolo Garella, statt. Beide haben das Team von James Cameron bereits bei der Verwirklichung der beiden P4/5-Exemplare geholfen.

Quelle: Scuderia Cameron Glickenhaus