Detroit Electric SP:01 - Ab in die Serie

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- E-Sportwagenproduktion in Großbritannien
- umgerechnet 286 PS starker E-Motor
- letzte Erprobungsfahrten laufen

 
Im Jahr 2008 wurde die legendäre amerikanische Elektroautomarke Detroit Electric vom ehemaligen hochrangigen Lotus-Mitarbeiter Albert Lam wiederbelebt. 2013 zeigte man auf der Shanghai Motorshow einen ersten Prototyp eines Elektrosportwagens, der in den USA gebaut werden sollte. Nun geht der Detroit Electric SP:01 in Kürze in Leamington Spa/Großbritannien in Produktion. Chassis und Karosserie stammen zu großen Teilen von der Lotus Elise.

Exterieur

Speziell die Front des SP:01 kann es durch die Scheinwerfer nicht verheimlichen: Lotus liefert viele Komponenten des Elektrosportlers zu Detroit Electric, wo aus der Elise ein Elektrosportler gezaubert wird. Allerdings bietet die leichtgewichtige Elise dafür auch eine sehr gute Basis, wie bereits der Tesla Roadster bewiesen hat. Im Gegensatz zum amerikanischen Mitbewerber verfügt der SP:01 allerdings über ein herausnehmbares Hardtop-Dach und ein Schrägheck mit integrierter Heckscheibe. Die Heckpartie wurde komplett neu gestaltet und mit zwei diagonal untereinander angeordneten Rundleuchten auf jeder Seite ausgestattet. Ein kleiner Heckflügel sorgt im Zusammenspiel mit dem voll verkleideten Unterboden und einem Diffusor für Anpressdruck. Auch vorn finden sich bei genauerer Betrachtung Unterscheidungsmerkmale zwischen Elise und SP:01. So gibt es zusätzliche Kühlschlitze oberhalb der Leuchten und eine veränderte Frontschürze mit dreigeteilter Spoilerlippe.
Die Karosserieteile werden aus Kohlefaser-verstärktem Kunststoff gefertigt und können ab Werk in den sieben Farben "Performance Black", "Performance Blue", "Performance Green", "Performance Orange", "Performance Silver", "Special Red" und "Special White" geordert werden. Sonderfarben sind gegen Aufpreis ebenfalls lieferbar. Passend dazu gestaltete Designchef Jerry Chung eine Auswahl einzigartiger Leichtmetallräder, die in Anlehnung an den Firmengründer von Detroit Electric, William C. Anderson, die Namen "Anderson Diamond", "Anderson Gloss" und "Anderson Satin" erhielten.

Interieur

Im Innenraum blieb man dem gewählten Fahrzeugmotto "Pure Electric Performance" treu. Auf der Mittelkonsole, wo man üblicherweise Schalter und Knöpfe vermuten würde, sitzt beim SP:01 ein 8,4 Zoll großes Touchscreen-Tablet, über welches das firmeneigene SAMI (Smartphone Application Managed Infotainment) auf Android-Basis gesteuert wird. SAMI dient als Bedienung der Musikanlage, der Belüftung und Heizung, sowie für das Navigationssystem. Außerdem kann hier der Fahrzeugstatus inklusive Ladezustand der Batterien und Telemetriedaten abgerufen werden. Natürlich kann das Smartphone des Fahrers ins System eingekoppelt werden, um zu telefonieren, Musik auf die Audioanlage zu streamen oder auf bestimmte Internetfunktionen zuzugreifen.
Bei den bequemen Sportsitzen steht dem neuen Besitzer die Wahl zwischen Leder oder Alcantara frei, jeweils in Kombination mit Abschnitten in Wagen- oder Kontrastfarbe. Zur Serienausstattung zählen zudem elektrische Fensterheber, Ambientebeleuchtung und Zentralverriegelung.

Performance

Unter der Carbon-Karosserie lauert ein 210 kW starker Elektromotor darauf, dass der Fahrer das Gaspedal bedient. Umgerechnet entspricht diese Leistung 286 PS. Die Kraftübertragung zu den Hinterrädern übernimmt ein manuelles Fünfgang-Getriebe. Optional sind Automatikgetriebe mit einer oder zwei Fahrstufen erhältlich. Für den Standardspurt auf 100 km/h benötigt der Detroit Electric SP:01 lediglich 3,9 Sekunden. Als Höchstgeschwindigkeit gibt die amerikanische Marke mit britischer Produktion 249 km/h an.

Preis

Während die Preise des SP:01 bislang noch nicht feststehen, gab Detroit Electric mit Integrated Energy aus Südkorea nun den ersten offiziellen Importeur im asiatischen Bereich bekannt, der den Wagen ab Mitte diesen Jahres vertreiben wird. Zusammen mit Integrated Energy wird zudem ein Pilotprojekt auf Jeju Island/Südkorea stattfinden, um die neuen Systeme des "V2X" (Vehicle-to-Grid und Vehicle-to-Home) testen zu können.

Quelle: Detroit Electric