Land Rover Defender - Drei Final Editions

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Heritage, Adventure und Autobiography
- Produktionsende im Dezember 2015
- großes Bild am Strand der Red Wharf Bay

 
 
Nur noch bis Ende 2015 haben Defender-Fans die Gelegenheit, ein solches Modell als Neuwagen beim örtlichen Land Rover Händler zu bestellen. Im Dezember ist nach 67 Produktionsjahren endgültig Schluss und das Geländeurgestein rollt aufs Altenteil. Zu Beginn des letzten Fertigungsjahres kehrte Land Rover nun dahin zurück, wo einst alles begann: Am Strand der Red Wharf Bay auf der walisischen Insel Anglesey wurde 1947 von Maurice Wilks die legendäre Form des Land Rover erstmals im Sand entworfen. Zu seinen Ehren wurde an gleicher Stelle nun ein einzigartiges Gemälde der Defender-Silhouette in den Sand gezeichnet. Es war auch aus der Luft gut zu sehen, da die Gesamtbreite rund einen Kilometer beträgt. Die Linie, die die Silhouette darstellt, hat eine Gesamtlänge von 4,52 Kilometern - das entspricht 1.118 Defender 90 aneinandergereiht. Es ist das größte jemals in Großbritannien erstellte Sandgemälde und wurde in Zusammenarbeit mit den Experten von "Sand in your Eyes" und dank GPS-Technologie mit sechs Defendern in den Strand gepflügt. Bei den sechs verwendeten Defender handelte es sich um Fahrzeuge aus der Modellhistorie, also die Serien I, II und III, ein Ninety aus den 1980ern sowie zwei aktuelle Defender als 90 Hard Top und 110 Station Wagon - jeweils mit einer rund vier Meter langen Egge im Schlepptau. Wer jetzt gedanklich bereits eine Reise nach Wales plant, um das Kunstwerk zu begutachten, muss hier gebremst werden: Nur Minuten nach der Fertigstellung wurde das Defender-Gemälde von der Flut geschluckt. Mehr Bestand haben die drei exklusiven Sondermodelle der Final Edition.

Exterieur

Um allen Defender-Fans gerecht zu werden, wurde die Final Edition in drei unterschiedliche Interpretationen des Defender-Motivs aufgeteilt. Nun haben die Kunden die Wahl, ob sie den Klassiker wegen seiner unübertroffenen Geländetauglichkeit, seiner Mischung aus weltbekanntem Design und hoher Leistung oder seiner unstillbaren Lust auf Abenteuer feiern möchten. Alle tragen ein Markenlogo mit den Jahreszahlen 1948 und 2015 als Hinweis auf den Produktionszeitraum.
Heritage
In Anlehnung an die frühen Vorserienmodelle des Land Rover von 1947 trägt der Defender Heritage eine Lackierung in Grasmere Green metallic in Kombination mit einem Dach in Alaska White, in Wagenfarbe lackierten Schwerlast-Stahlfelgen, silberne Frontstoßstange mit schwarzen Endungen und einem auf dem linken vorderen Kotflügel angebrachten Aufkleber des britischen Kennzeichens "HUE 166". Dieses Kennzeichen trug der allererste Vorserienwagen, der dadurch den Spitznamen "Huey" erhielt. An der Front kommt ein nostalgisch gestalteter Kühlergrill nebst Scheinwerferumfassung zum Einsatz. Der Heritage ist mit beiden Radständen - also als 90 oder 110 - und mit diversen Karosserieaufbauten erhältlich.
Adventure
Der Defender Adventure verkörpert in besonderer Weise die Philosophie "go anywhere, do anything", die den Land Rover berühmt gemacht hat. Durch einen Unterfahrschutz vorn und an den Seiten, grobstollige Reifen vom Typ Goodyear-MT/R, einen Frischluftschnorchel für tiefe Wasserdurchfahrten und einen großen Dachgepäckträger ist das Sondermodell auf Reisen ins Unterholz bestens vorbereitet. Die Karosserie des wahlweise als 90 oder 110 erhältlichen Defender Adventure ist in den Lackfarben Corris Grey, Yulong White oder Phoenix Orange erhältlich - jeweils kombiniert mit Motorhaube, Kühlergrill, Scheinwerfereinfassungen, Radkästen, Dach und Hecktür in Santorini Black. Die sieben Zoll großen Scheinwerfer arbeiten mit LED-Projektor-Technologie. In den Radhäusern sitzen schwarz lackierte Leichtmetallräder mit diamantgedrehter Oberfläche.
Autobiography
Leistung, Luxus, Komfort, Lifestyle - auf diese vier Kernbegriffe lässt sich der Defender Autobiography konzentrieren. Er erscheint in einer edlen Zweifarblackierung, bei der für die untere Karosseriehälfte sieben Farben zur Auswahl stehen, während die obere Karosseriehälfte, Hecktür, Kühlergrill, Scheinwerfereinfassungen und Radkästen in Santorini Black erstrahlen. Auch die 16 Zoll großen Leichtmetallräder im Design "Sawtooth" sind schwarz lackiert. Türgriffe und Tankdeckel bestehen aus echtem Metall, seitliche Trittstufen erleichtern den Einstieg und ein Unterfahrschutz unterhalb der Ölwanne schützt bei Aufsetzern im Gelände. Der Defender Autobiography ist ausschließlich als 90 Station Wagon erhältlich.

Interieur

Heritage
Während sich die Karosserie des Defender Heritage ganz historisch gibt, zeigt sich im Innenraum hochmoderner Komfort und ein wenig Luxus. Lenkradkranz und Schalthebel sind mit perforiertem Leder bezogen, während die Sitze hellen Almond-Resolve-Stoff mit seitlich angebrachten Fähnchen tragen. Auf diesen Fähnchen findet sich ein weiterer Hinweis auf das Kennzeichen "HUE 166". In die Sitzlehnen ist das Heritage-Logo von Land Rover eingestickt. Durch helles Aluminiumdekor an den Türgriffen, den Lüftungsdüsen und den Verriegelungsknöpfen sowie den Einfassungen der Uhren und Instrumente wird die edle Optik abgerundet. Zwischen den Vordersitzen befindet sich eine Cubby-Box mit gepolstertem Deckel, im Fußraum liegen Gummi-Fußmatten.
Adventure
Das Interieur des Defender Adventure präsentiert sich konsequent komfortabel. Alle Mitfahrer nehmen auf Premiumsitzen mit Windsor-Lederbezügen Platz, die in vier verschiedenen Farben erhältlich sind. Durch Abschnitte mit perforiertem Leder oder Ziernähten werden optische Kontraste gesetzt. Auch das Lenkrad, das Armaturenbrett, der Instrumententräger und die Türpaneele sowie die Hebel für das Getriebe, die Allradmodi und die Handbremse sind mit Leder bezogen.
Autobiography
Im Innenraum des Defender Autobiography wird schnell klar, warum Land Rover hier vom "wahrscheinlich hochwertigsten Defender der Modellgeschichte" spricht. Die Sitze sind mit zweifarbigem
Premium-Semianilinleder bezogen, dessen Übergänge mit farbigen Kontrastnähten vernäht sind. Auch das restliche Interieur profitiert durch eine hochwertige Windsor-Lederausstattung. Der Kunde kann zwischen einem Dachhimmel in Ivory oder Ebony auswählen. Alle Handgriffe, die Verriegelungsknöpfe und die Zierleisten der Lüftungsdüsen sind aus Aluminium gefertigt.

Performance

Als Antrieb der drei Sondermodelle dient der bekannte, 2,2 Liter große Turbodieselmotor. Im Heritage und Adventure bringt er 90 kW/122 PS und 360 Newtonmeter Drehmoment auf den permanenten Allradantrieb. Für den Autobiography wurde die Leistung auf 110 kW/150 PS sowie 400 Newtonmeter erhöht.

Preis

Heritage
Das Sondermodell Defender Heritage ist in Deutschland auf 500 Exemplare limitiert, steht im Herbst bei den Händlern und kostet dann zwischen 40.000,- und 45.000,- €.
Adventure
Ebenfalls erst im Herbst steht der Defender Adventure bei den Händlern. Für die 200 Exemplare wird ein Grundpreis zwischen 45.000,- und 50.000,- € aufgerufen.
Autobiography
Als edelstes der drei Sondermodelle fällt dem Defender Autobiography auch das obere Ende der Preisliste zu, dafür wird er bereits im April ausgeliefert. Für rund 64.000,- € erhält man eines von nur 30 Fahrzeugen für den deutschen Markt.

Wer es nun besonders schade findet, dass die Produktion des Defender am Ende diesen Jahres enden soll, könnte durch einen Absatz des Pressetextes möglicherweise getröstet werden: "
Zugleich prüft Land Rover aktuell Möglichkeiten, die Fertigung des klassischen Defender nach dem Auslauf der Produktion in England in einem Werk in Übersee fortzusetzen. Denkbar sind dabei kleinere Stückzahlen für besondere Fahrzeugflotten oder Modelle für spezielle Aufgabenbereiche, die jeweils auf Märkten außerhalb Europas vertrieben werden." Damit wäre der Klassiker zwar hierzulande nicht mehr erhältlich, die Legende würde aber fortgeführt. Zudem können Kunden noch bis Ende des Jahres an einer Werksführung in Solihull teilnehmen, die alle Produktionsschritte des legendären Geländewagens aufzeigt und am Ende noch eine Ausstellung mit Blick zurück ins Jahr 1948 bietet.

Hier können Sie im Video sehen, wie das Sandgemälde entstanden ist:

Quelle: Land Rover