Ford GT Concept - Ab 2016 in Serie

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Wiederbelebung der Legende
- über 600 PS starker V6-Biturbomotor
- Serienfertigung ab Ende 2016 geplant

 
 
Manchmal darf man echt erstaunt darüber sein, was manche Hersteller für die großen Automessen aus dem Hut zaubern. Ford präsentiert gerade auf der NAIAS in Detroit eine Neuauflage des legendären GT, der sowohl den Le-Mans-Rennwagen der 1960er Jahre zitiert, als auch den Straßensportwagen von 2004.

Exterieur

Bereits auf den ersten Blick erinnert der neue Ford GT ganz klar an seine Ahnenreihe, die neben dem klassischen GT40 und dem GT von 2004 auch den GT70 und das GT90 Concept umfasst. In der flachen Frontpartie findet man die beiden typisch geformten Luftauslässe des vorderen Kühlers, die es so bereits in den 60er Jahren beim GT40 gab. Bei genauerer Betrachtung fällt die ausgefeilte Aerodynamik des Neulings auf, die von Ford im Windkanal erarbeitet wurde. Adaptive Aero-Teile helfen zusätzlich dabei, je nach Fahrsituation Abtrieb zu generieren und gleichzeitig den Luftwiderstand zu senken. So sitzt zum Beispiel am Heck ein ausfahrbarer Spoiler, der beim Bremsen, bei Kurvenfahrten oder bei hohen Geschwindigkeiten jeweils in einer anderen Position im Wind steht. Auffällig ist auch die sich zum Heck hin verjüngende Karosserie und die aus dem Dach herauswachsenden Streben, die in den hinteren, fast frei stehenden Kotflügeln münden. Die Carbon-Karosserieteile sind an einem Kohlefaser-Monocoque mit Aluminiumrahmen an Front und Heck angebracht.

Interieur

Trotz der windschlüpfrigen Karosserie und der dadurch recht eng geschnittenen Passagierzelle bietet der Ford GT genug Platz für zwei Personen. Sie gelangen durch nach vorne und gleichzeitig nach oben öffnende Türen ins Cockpit. Beide Sitze sind direkt ins Monocoque integriert, wodurch der Schwerpunkt des Fahrzeugs sich nicht verändert und das Gewicht von zusätzlichen Sitzen und Sitzschienen entfällt. Dementsprechend lassen sich die Pedale und das Lenkrad verstellen, um kleinen wie auch großen Fahrern eine gute Übersicht und gute Kontrolle über den Sportwagen zu garantieren. In das zweispeichige Sportlenkrad sind zudem diverse Bedienknöpfe integriert, wodurch es ein wenig an die aktuellen Formel-1-Lenkräder erinnert. Auf diese Weise kann auf die klassischen Lenkstockhebel gänzlich verzichtet werden. Hinter dem Lenkrad sitzen lediglich die Schaltwippen für das Doppelkupplungsgetriebe. Ein Stückchen höher sitzt ein frei konfigurierbares Display, auf dem neben der Geschwindigkeit und der Motordrehzahl diverse weitere Fahrzeugdaten eingeblendet werden können. Ein zweites Display zentral im Armaturenbrett dient der Kartendarstellung des Navigationssystems sowie zur Bedienung von Klima- und Audiofunktionen des SYNC-3-Systems.

Performance

Ein 3,5 Liter großer V6-Biturbomotor mit EcoBoost-Technologie wird im neuen Ford GT für den standesgemäßen Vortrieb sorgen. Dieser soll laut ersten Angaben mehr als 600 PS über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auf die Hinterräder bringen. Damit handelt es sich um den stärksten EcoBoost-Motor aller Zeiten. Die Basis für dieses Triebwerk entstammt den IMSA-Prototypen der Daytona-Rennklasse, wie sie beispielsweise beim 24-Stunden-Rennen von Daytona zum Einsatz kommen. Als Verbindung zur Straße arbeiten 20 Zoll große Räder mit Michelin Pilot Super Sport Cup 2 Bereifung, deren Spezifikation speziell für den Ford GT angepasst wurde. Hinter ihnen verbirgt sich die serienmäßige Carbon-Keramik-Bremsanlage, um im Bedarfsfall für hervorragende Verzögerungswerte zu sorgen. Da das Fahrzeug zu großen Teilen aus ultraleichten Carbon-Bauteilen und Aluminium besteht, dürften die Fahrleistungen durchaus beeindruckend ausfallen. Durch die exzessive Nutzung von Carbon sollen auch andere Modellreihen von Ford in Zukunft profitieren und leichter werden.

Preis

Preislich wollte sich bei Ford noch niemand festlegen. Bis zur Markteinführung des neuen GT vergehen ja auch noch rund eineinhalb Jahre. Die Markteinführung soll rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum des GT40-Dreifachsieges in Le Mans von 1966 stattfinden.

Die Entstehung der Studie ist hier im Video zu sehen:

Quelle: Ford