Jaguar Land Rover - Projekt Bike Sense

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Neuer Fahrassistent zur Unfallverhütung
- erkennt Radfahrer, Fußgänger und Motorräder
- Zusammenspiel vieler Sensoren

 
Jahr für Jahr werden auf unseren Straßen viele Radfahrer und Fußgänger bei Unfällen mit Autos verletzt oder sterben sogar. Allein auf den Straßen Großbritanniens sind es pro Jahr rund 19.000 verletzte Radler. Um diese erschreckenden Zahlen zu senken entwickeln Jaguar und Land Rover aktuell einen neuen Fahrassistenten, den Bike Sense.

Der Name nimmt es bereits ein wenig voraus: Dieses System hat ein Gespür für Radfahrer, aber auch für Motorrad- und Rollerfahrer sowie Fußgänger. Es nutzt die bereits heute in vielen Modellen von Jaguar und Land Rover verbauten Kameras und Sensoren. Das dabei entstehende Bild der Umgebung wird ständig aktualisiert und dabei auf sich nähernde Objekte untersucht. Sollte dabei ein Zweiradfahrer erkannt werden, wird der Fahrer durch visuelle, haptische und akustische Hinweise gewarnt.

Dabei setzen die Briten gezielt auf Warnsignale, die vom Gehirn besonders schnell verarbeitet werden können. Spezielle Farben und Klänge sprechen den natürlichen Instinkt an und werden somit mit einer drohenden Gefahr in Verbindung gebracht. Die Warnungen erfolgen dabei gezielt aus der Richtung, aus der sich die gefährdete Person nähert. Zudem wird je nach ermitteltem Fahrzeug ein unterschiedlicher Klang eingespielt. Bei Fahrrädern ertönt eine typische Fahrradklingel, bei motorisierten Zweirädern eine Hupe.

Wenn von hinten ein Motorrad oder Fahrrad zum Überholen ansetzt, wird dem Fahrer durch den Sicherheitsgurt leicht auf die Schulter getippt. Zudem kommt im Interieur eine LED-Beleuchtung zum Einsatz, die sich gut sichtbar von der linken B-Säule einmal entlang des Windschutzscheibenrahmens bis zur rechten B-Säule zieht. Sie leuchtet bei erkannter Gefahr erst bernsteinfarben und wechselt anschließend ihre Farbe immer weiter zu Rot, wenn der andere Verkehrsteilnehmer näher kommt. Die Farbwechsel verlaufen dabei dynamisch und geben damit ebenfalls die Richtung an, aus der sich die andere Person nähert.

Auch wenn direkt eine ganze Gruppe von Fahrrad- oder Motorradfahrern rund ums Auto unterwegs ist, wird immer nur derjenige vom System ausgewählt, von dem aktuell das größte Unfallrisiko ausgeht. Dadurch wird eine übermäßige Ablenkung des Fahrers durch Licht- und Tonsignale vermieden. An Zebrastreifen sorgt ein vibrierendes und kurzfristig schwergängiges Gaspedal dafür, dass der Fahrer vor sich nähernden Personen gewarnt wird. Beim Parken am Straßenrand vibriert der Türöffner, falls man die Tür öffnen möchte, während ein anderer Verkehrsteilnehmer überholt. Zudem leuchtet er dabei rot auf. Diese Hinweise erfolgen so lange, bis das Unfallrisiko vorüber ist.

Noch ist Bike Sense im Versuchsstadium, eine Serieneinführung ist jedoch fest eingeplant und könnte in einigen Jahren erfolgen.

In einem ersten Video kann die Funktionsweise des Bike Sense bereits angesehen werden:

Quelle: Jaguar Land Rover