Panoz GT-EV - Neuer Elektrorenn- und -sportwagen

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Neues Elektro-Konzept für Le-Mans-Box 56
- austauschbare Akkukassette rechts verbaut
- ein Sitz im Renner, zwei Sitze für die Straße
- basierend auf breitem Carbon-Zentralrohr
- zwei Elektromotoren mit zusammen 612 PS
 


Im Rahmen des 24-Stunden-Rennens in Le Mans präsentierte der US-amerikanische Sportwagenhersteller Panoz sein neuestes Projekt. Nach der Einstellung des DeltaWing-Projektes, das man zuletzt mit einem zwei Liter großen Vierzylinder-Turbomotor verwendete, folgt nun ein Schritt, den viele Markenfans wohl noch weniger verstehen werden, als einst den Wechsel von großvolumigen V8-Rennern zur dünnbereiften Zigarre: Panoz wird elektrisch. Die 'DeltaWing Technology Group' und das 'Team Panoz Racing' gingen hierzu in der neuen Firma 'Green4U Technologies' als Tochterfirmen auf, deren Mitgründer und Geschäftsführer natürlich Don Panoz ist. Hier entsteht nun der neue GT-EV, mit dem man einen Startplatz in der 'Box 56' erhalten möchte. Dieser Startplatz wird vom Le-Mans-Veranstalter ACO an Teams mit neuen Technologien vergeben und bot bereits dem DeltaWing die Chance der Rennteilnahme.

Exterieur - Renn- und Straßenversion geplant

Noch befindet sich das Fahrzeug mitten in der Entwicklung. Daher ist die finale Formgestaltung vermutlich noch nicht abgeschlossen. Letztlich verdeckt die eng geschnittene Karosserie lediglich die neu überdachte Anordnung der Technik-Komponenten. Während der Fahrer auf der linken Seite Platz nimmt, ist die rechte Fahrzeugseite voll und ganz den Akkus vorbehalten. Zwischen den Rädern können diese als komplette Kassette herausgezogen und somit schnell gewechselt werden. Darüber sorgen große Entlüftungskiemen für die Abfuhr der Akkuwärme. Aktive Aerodynamikelemente verhelfen dem GT-EV zu genügend Abtrieb in jeder Kurve.

Diese Anordnung übernehmen die Amerikaner auch für die geplante Straßenversion, bei der hinter dem Fahrer ein weiterer Schalensitz in einer verlängerten Kohlefaserwanne verbaut ist. Über den Köpfen der Insassen befindet sich eine Kuppel mit visierartig geschnittenen Scheiben, die nach hinten in einer langen und hohen Luftleitfinne ausläuft. Front- und linke Seitenscheibe klappen mit dem Dach zur Fahrzeugmitte hin auf, um den Ein- und Ausstieg zu ermöglichen. Für das Design gewann man die fähigen Hände von Peter Stevens, der in den 1990er Jahren auch den Panoz Esperante GTR-1 zu Papier brachte.

Interieur - Rennauto mit einem, Straßenauto mit zwei Sitzen

Typisch Rennfahrzeug zeigt sich der GT-EV innen sportlich-spartanisch. In der für Le Mans vorgesehenen Rennversion gibt es lediglich einen Schalensitz, Renngurte, einen in die Karosserie integrierten Überrollschutz und die wichtigsten Schalter für Beleuchtung, Scheibenwischer, Belüftung und Boxenfunk. Inwieweit der davon abgeleitete Straßensportwagen luxuriöser gestaltet wird, steht bisher nicht fest. Auf den computergenerierten Zeichnungen sieht man lediglich die Sitzplatzanordnung wie im Kampfflugzeug mit Beifahrersitz hinter dem Fahrer. An der Rückenlehne des vorderen Sitzes lässt sich etwas erkennen, was wie ein Display für den Beifahrer aussieht, um die wichtigsten Fahrzeuginformationen auch in der zweiten Reihe zu erhalten.

Performance - Zwei Elektromotoren für Allradantrieb

Wichtigstes Anliegen von Panoz ist es, den Green4U GT-EV möglichst bald beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans einzusetzen. Aus diesem Grund wählte man auch die Anordnung des Fahrers links und der Batterien rechts, da die Boxengasse auf diesem Rennkurs auf der rechten Fahrbahnseite liegt und somit die Akkukassette nicht in Richtung Fahrbahn herausgezogen werden muss. Zentral basiert das gesamte Fahrzeug auf einem Carbon-Rohr, das vorn und hinten Aufnahmen für die beiden Elektromotoren. Diese leisten je nach Ausbaustufe kombinierte 400 bis 450 kW (544 bis 612 PS) und liefern diese Kraft an beide Achsen. Als Höchstgeschwindigkeit sollen so zwischen 281 und 290 km/h möglich sein.

Während zur Akkukapazität ebensowenig Angaben gemacht wurden, wie zum Gewicht der Batterie-Kassette, erwähnt der Pressetext immerhin die ungefähre Reichweite unter Rennbedingungen: Panoz plant hier mit 145 bis 180 Kilometern oder umgerechnet zwischen 10 und 13 Runden in Le Mans inklusive kleiner Reserven. Über Rekuperation an allen vier Rädern soll zusätzliche Energie zurück in die Akkus fließen. Das rennfertige Gesamtgewicht steht noch nicht fest, soll jedoch nach Möglichkeit 1.250 Kilogramm nicht überschreiten.

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Quelle: Panoz, Green4U Technologies