Alpine Vision Gran Turismo - Virtueller Renner

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Virtueller Renner auch als 1:1-Modell
- Zitate von legendären Alpine-Fahrzeugen
- 450 PS starker V8-Mittelmotor

 
 
Die französische Sportwagenmarke Alpine ist vielen Autofans bis heute ein Begriff. Speziell die legendäre A110, die bei diversen Rallyeläufen deutlich stärkeren Fahrzeugen ihr niedliches Heckteil zeigte, ist ein beliebtes und begehrtes Fahrzeug. Leider endete die Produktion mit der A610 in den 1990er Jahren, nachdem Renault bereits 1973 die Aktienmehrheit über den kleinen Betrieb übernommen hatte. 2013 ging Renault eine Kooperation mit dem Rennteam Signatech ein und brachte in Le Mans eine neue Alpine an den Start. Allerdings handelte es sich hierbei nicht um ein neu entwickeltes Auto, sondern einen in Alpine A450 umbenannten Oreca mit Nissan-Triebwerk.

Zudem wurde 2012 eine Kooperation mit Caterham Cars aus Großbritannien bekannt gegeben, um einen neuen Straßensportwagen zu entwickeln. Inzwischen ist diese Partnerschaft jedoch zerbrochen und eine wirkliche Nachfolgerin der A110 auf 2016 verschoben worden. Nicht jedoch für Spieler des PlayStation-3-Spiels Gran Turismo 6. Für diesen Rennsimulator werden seit über einem Jahr von diversen Herstellern spezielle Studien entwickelt, die es zu allermeist anschließend nur virtuell auf dem Bildschirm zu sehen gibt. Alpine zählt hier zu den Ausnahmen und hat den "Vision Gran Turismo" auch gleich als lebensechtes Modell auf dem Festival Automobile International in Paris vorgestellt. Dieses begann heute und geht noch bis Sonntag.

An der Entwicklung des Vision Gran Turismo war ein 15-köpfiges Team beteiligt, das sich von den Sporterfolgen der Alpine A450 im Langstreckensport inspirieren ließ. Zudem wurden Designzitate von A110 und den Sportprototypen A210 und A220 verwendet. Heraus kam ein konsequent leichtes und offenes Fahrzeug mit hoher Agilität und Dynamik. Da in Rennsimulationsspielen am Häufigsten die Heckperspektive und das Cockpit zu sehen sind, genossen diese beiden Schauplätze das Hauptaugenmerk der Designer.

Am Heck öffnet sich die Karosserie und gibt einen Blick auf die Radträger und einen unten liegenden Spoiler frei. Außen hinter den Rädern verbergen sich zwei Klappen, die als Luftbremsen arbeiten. Auf ihrer Innenseite sind rote LEDs eingelassen, um den Bremsvorgang auch optisch anzukündigen. Eine so genannte Schmetterlingstür ermöglicht auf der rechten Fahrzeugseite den Zugang zum eng geschnittenen Cockpit. Hier ist nur Platz für eine Person, den Fahrer, der über ein nahezu rechteckiges Lenkrad die Kontrolle über das Fahrzeug erhält. Die digitalen Instrumente werden auf einer speziellen Glasscheibe eingeblendet.

Die Frontgestaltung nimmt einige Elemente der Alpine A110 auf. So ist die v-förmige Fronthaube durch eine zentrale Falte profiliert und auch die kreuzförmigen LED-Lichter zitieren in ihrer Form die 1960er Jahre. Gemischt wird das Ganze mit hochmoderner Aerodynamik, bei der ein sauber integrierter Splitter für Anpressdruck sorgt, während die Gesamtform so ausgearbeitet wurde, dass der Fahrtwind sauber um die Karosserie streichen kann. Durch Öffnungen auf der Oberseite der Haube sind die orange hervorgehobenen Federelemente der Aufhängung erkennbar.
 
Große Lufteinlässe an der Seitenpartie des Vision Gran Turismo sorgen für die Belüftung von Kühlern und Triebwerk. Dabei handelt es sich um einen 4,5 Liter großen V8-Sauger, der in Mittelmotorbauweise hinter dem Fahrer verbaut ist. Er leistet 331 kW/450 PS und bringt sein maximales Drehmoment von 580 Newtonmetern über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe auf die Hinterräder. Dank eines Leergewichts von nur 900 Kilogramm soll die Höchstgeschwindigkeit bei 320 km/h liegen. Allerdings ist diese nur auf der PlayStation auszutesten, da das aktuell in Paris ausgestellte Fahrzeug nicht fahrbereit ist.

Im Anschluss an das Festival Automobile International wird die Studie auf der Rétromobile vom 4. bis 8. Februar ausgestellt, wo auch die Feierlichkeiten zum 60. Jubiläum von Alpine eingeläutet werden. Die virtuelle Version des Renners soll dann ab März kostenfrei für Gran Turismo 6 zur Verfügung stehen. Dort gibt es drei verschiedene Lackierungen, die sich in Nuancen voneinander unterscheiden.
 
Erste bewegte Eindrücke liefert dieses Video:

Quelle: Renault