Jaguar E-Type Zero - Elektrifizierter Klassiker

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Jaguar Classic baut Elektro-E-Type auf
- basierend auf 1968er E-Type Series 1.5
- 40-kWh-Akkupaket unter der Motorhaube
- Elektromotor mit 220 kW im Mitteltunnel
- in 5,5 sek auf 100, Kleinserie möglich
 


Enzo Ferrari nannte ihn einst das "schönste Auto der Welt". Gemeint ist der Jaguar E-Type. Ob sich der italienische Commendatore damals hätte träumen lassen, dass ein solcher Wagen dereinst von der Classic-Abteilung von Jaguar Land Rover elektrifiziert würde? Eigentlich kennt man diese Abteilung eher für 'Continuation'-Projekte, durch die die nie fertiggestellten Exemplare von E-Type Lightweight und XKSS doch noch auf die Räder gestellt wurden oder die 'Reborn'-Fahrzeuge vom Schlage Land Rover Series I, Range Rover und Jaguar E-Type Series I, die in aller Welt in schlechten Zuständen aufgekauft werden und anschließend eine umfassende Werksrestaurierung erhalten.
 
Auch das hier gezeigte, E-Type Zero getaufte Fahrzeug rollte in heruntergekommenem Zustand in die Hallen von Jaguar Land Rover Classic. Es handelt sich um einen 1968 gebauten E-Type Roadster der Zwischenserie 1.5, die bereits den tieferen Fahrzeugboden und den 4,2 Liter großen Motor hatten, allerdings von außen noch wie das Urmodell aussahen. Im Rahmen der umfangreichen Restaurierung erhielt dieser Wagen allerdings einen technischen Neuaufbau. Ein 220 kW starker Elektromotor (umgerechnet 299 PS) beschleunigt den Roadster in 5,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 - eine Sekunde schneller als es der originale Reihensechszylindermotor konnte. Das benötigte Lithium-Ionen-Akkupaket mit 40 kWh Kapazität hat die exakten Abmessungen und das Gewicht des Verbrennungsmotors. Es sitzt an dessen Stelle unter der Motorhaube. Direkt dahinter, anstelle des Getriebes, befindet sich der E-Motor, der seine Kräfte über eine Gelenkwelle auf das Hinterachsdifferenzial überträgt. Gegenüber dem Ausgangsfahrzeug konnte das Gewicht sogar um 46 Kilogramm gesenkt werden.
 
Durch die beibehaltenen Einbauorte und ungefähren Gewichtsverhältnisse bleibt das bekannte Handling des E-Type erhalten. An Bremsen und Fahrwerk veränderte Jaguar entsprechend nichts. Laut den Briten hat der zweisitzige Roadster eine realistische Reichweite von rund 270 Kilometern. Danach muss der Elektro-E-Type an die Steckdose. Hierfür wurde der benötigte Anschluss formschön unter dem originalen Tankdeckel verborgen. Ansonsten halten sich Modifikationen an der Karosserie in Grenzen. Am Heck fehlen verständlicherweise die beiden Auspuffendrohre und vorn kommen unter den Klarglasabdeckungen LED-Scheinwerfer zum Einsatz.
 
Die Premiere des E-Type Zero erfolgt heute gemeinsam mit dem neuen I-Pace auf dem Jaguar Land Rover Tech Fest an der University of the Arts in London. Theoretisch ist aktuell sogar eine Kleinserie ab Werk denkbar, die auch auf weitere historische Modelle, die mit dem Reihensechszylindermotor ausgestattet waren, ausgedehnt werden könnte. Das betrifft dann zum Beispiel XK120, XK140, XK150, Mk II oder den XJ6. Interessenten können sich direkt an Jaguar Land Rover Classic wenden (info@classic.jaguar.co.uk).

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Quelle: Jaguar