TVR Griffith - Waliser Sportwagenmanufaktur

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Erster neuer TVR-Sportwagen seit 2006
- mit wiederbelebtem Modellnamen Griffith
- verkleideter Unterboden, reichlich Abtrieb
- iStream-Fertigung von Gordon Murray
- über 500 PS starker V8-Cosworth-Motor
 


Nach diversen Ankündigungen, Teaser-Bildern und Versprechungen präsentierte die wiederbelebte britische Sportwagenmarke TVR im Rahmen des Goodwood Revival tatsächlich einen neu entwickelten Wagen, der zudem den Modellnamen 'Griffith' wieder aufnimmt. Im ersten Jahrzehnt des aktuellen Jahrtausends ging die traditionsreiche Marke durch eine Talsohle, die im Verkauf an den russischen Investor Nikolai Smolenski mündete, der schließlich 2006 die Tore der Manufaktur in Blackpool schließen ließ. Nun soll unter neuer britischer Leitung in einer Manufaktur in Ebbw Vale/Wales alles besser werden. Dort entstehen bis zum Produktionsstart bis zu 150 neue Arbeitsplätze.

Exterieur - Aerodynamische Effizienz, iStream-Fertigung

Bei der Gestaltung der Karosserie spielten für das Designteam rund um David Seesing drei Dinge eine Rolle: Aerodynamik, gutes Aussehen und das Aufgreifen von Details aus der Markengeschichte. Alle Aspekte dürfen als 'erfüllt' angesehen werden. Mittels großer Luftein- und -auslässe sorgt man für einen ordentlichen Temperaturhaushalt im Motorraum sowie die Zu- und Abfuhr von Kühlluft an den Bremsscheiben. Dank eines komplett verkleideten Unterbodens in Kombination mit einem breiten Diffusor am Heck erzeugt der neue Griffith reichlich Anpressdruck bei höheren Geschwindigkeiten.

An der Entwicklung des neuen TVR Griffith war unter anderem Gordon Murray maßgeblich beteiligt, den Autofans als einen der Entwickler des legendären McLaren F1 kennen. Sein patentiertes iStream-Verfahren zur Carbon-Verarbeitung trug maßgeblich dazu bei, dass der Wagen weniger als 1.250 Kilogramm mit einer Gewichtsverteilung von 50:50 auf die Waage bringt. Leider bleibt TVR die Angabe schuldig, ob dies das Trocken- oder Leergewicht ist, wir gehen einmal vom Trockengewicht ohne Flüssigkeiten an Bord aus.

Zudem sorgt das erstmals im Serienautomobilbau verwendete iStream-Verfahren für eine Verschlankung des Manufakturaufwandes. Gordon Murray verspricht, dass auf 20 Prozent der sonst üblichen Produktionsfläche bereits effektiv gearbeitet werden kann, was weniger Kapitalbindung und mehr Flexibilität bedeutet. Neben den Karosserieteilen bestehen auch große Teile des Chassis aus Kohlefaser, eingebettet in einen Stahlrahmen. Eingearbeitet ist zudem ein hochfester Überrollkäfig, der sich einmal rund um die Passagierzelle zieht, ohne von den Insassen bemerkt zu werden - ähnlich wie man es beispielsweise von RUF kennt.
 
In der Silhouette folgt der Griffith seinen Ahnen aus Blackpool. An eine lange Motorhaube schließt sich die Passagierkabine an. Jede Linie, Sicke und Kante strotzt vor Kraft und sorgt somit bereits im Stand für einen wilden Auftritt. Dazu tragen auch die hinter den Vorderrädern ins Freie tretenden Auspuffendrohre bei. Vorn leuchten LED-Scheinwerfer die Nacht aus. Am Heck fährt bei höheren Geschwindigkeiten ein Flügel aus. Beim Präsentationsfahrzeug handelt es sich um die so genannte Launch Edition mit speziellen Leichtmetallrädern und hochglänzendem Metallic-Lack.

Abmessungen
Länge 4.314 mm
Breite 1.850 mm
Höhe 1.239 mm

Interieur - Zwei lederbezogene Sportsitze

Platz für zwei Passagiere und ein Mindestmaß an Gepäck - wer wirkliche Sportwagen liebt, möchte gar nicht mehr, als das was der neue TVR Griffith im Innenraum anbietet. Als Zugeständnis an die heutige Zeit verbauen die Briten in der Launch Edition ein Infotainmentsystem und hochwertiges Leder. Ab Werk verfügt der Griffith über ein digitales Display hinter dem Lenkrad, Sportsitze mit viel Seitenhalt, ein griffiges Lenkrad und eine interessante Schalteranordnung seitlich neben den Instrumenten.

Performance - Über 500 PS starker V8-Saugmotor

Gemeinsam mit Cosworth entstand auf Basis des aktuellen Ford-Mustang-Triebwerks ein fünf Liter großer V8-Saugmotor, der den Griffith laut TVR-Pressetext mit einem Leistungsgewicht von 400 BHP pro Tonne ausstattet und deutlich hinter der Vorderachse verbaut ist. Ausgehend vom ebenfalls genannten Gewicht von 1.250 Kilogramm wären also volle 500 BHP oder in uns eher geläufigen Einheiten 373 kW/507 PS versammelt. Diese gelangen über ein manuelles Sechsgang-Getriebe vom Typ 'Tremec Magnum XL' auf die Hinterachse und beschleunigen den Sportwagen in unter vier Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Als Höchstgeschwindigkeit gibt man über 200 mph (mehr als 322 km/h) an.
 
In punkto Fahrwerk und Fahrdynamik legten die Entwickler viel Wert auf "intelligente Entwicklung anstelle von elektronischen Helfern". Rundum kommen doppelte Querlenker und einstellbare Dämpfer nebst Schraubenfedern zum Einsatz. Dazu kommen eine elektronische Servolenkung und ein Bremssystem mit ABS, 370 Millimeter großen Scheiben und Sechskolben-Aluminium-Sätteln vorn sowie Vierkolben-Sätteln an 350 Millimeter großen Bremsscheiben hinten. Davor sitzen vorn 19 und hinten 20 Zoll große Räder, die mit speziell von Avon entwickelten Reifen in den Dimensionen 235/35 vorn und 275/30 hinten bezogen sind. Vom Cockpit aus kann die Traktionskontrolle beeinflusst werden.

Preis

Zum Start der Produktion Ende 2018 rollen erst einmal 500 besonders gut ausgestattete Fahrzeuge der Launch Edition vom Band. In Form dieses Sondermodells kostet der TVR Griffith ab 90.000,- GBP (rund 98.700,- €). Viele Exemplare wurden in den zurückliegenden 18 Monaten bereits durch die Anzahlung von 5.000,- GBP reserviert, wodurch die Vorbesteller Mitglieder des Clubs 'TVR 500' wurden.

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Quelle: TVR