Ford Focus RS - Mehr als 320 PS

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Turbomotor mit mehr als 320 PS
- Allradantrieb mit Torque-Vectoring
- kraftvolles Karosseriedesign

 
Ford präsentierte gestern in Köln die dritte Auflage des Focus RS. Erstmals wird das Fahrzeug auch in den USA angeboten. Bei der Fahrwerksabstimmung stand Rallyefahrer und Youtube-Held Ken Block den Ingenieuren beratend zur Seite. Es ist das 30ste Auto in der Ford-Geschichte, an dem stolz das "RS"-Logo prangt. Auf dem Autosalon in Genf wird der Neuling erstmals öffentlich gezeigt.

Exterieur

Die umfangreichen Änderungen am Karosseriedesign hatten allesamt einen Zweck: Bessere Aerodynamik bei gleichzeitig verbesserten Abtriebswerten. Verpackt wurden diese Veränderungen in ein dramatisches und zugleich muskulöses und kraftvolles Design. Hierzu tragen der Frontsplitter unter der neu gestalteten Frontschürze und der größere Dachflügel bei, in dessen seitliche Endplatten das RS-Logo zu finden ist. Hinzu kommen ein glatt verkleideter Unterboden und ein Diffusoreinsatz in der Heckschürze, in dem auch die beiden Endrohre der Abgasanlage integriert sind. Aus den unteren Lufteinlässen der Front, durch die die Bremsen belüftet werden, entsteht die Linienführung der verbreiterten vorderen Radhäuser. Auch die Schwellerverkleidungen erhielten ein eigenständiges RS-Design. 19 Zoll große Schmiederäder in mattem Schwarz runden den optischen Auftritt ab. Der neue Ford Focus RS wird in den vier Lackfarben Stealth Grey, Absolute Black, Frozen White und Nitrous Blue angeboten.

Interieur

Zwar gibt es bislang keine Bilder vom Interieur, aber Ford verspricht für Fahrer und Beifahrer in der ersten Reihe gut ausgeformte Recaro-Sportsitze mit Teillederbezug. Durch das innovative SYNC-System wird mobile Konnektivität ins Cockpit des Focus RS gebracht. So gelingt die Einbindung der neuesten Smartphones inklusive Musik-Streaming. Zudem werden auf dem acht Zoll großen Display auch die Karten des Navigationssystems und die Einstellmöglichkeiten der Klimaautomatik angezeigt. Optional sind eine Rückfahrkamera und eine Hochleistungsmusikanlage von Sony mit 10 Lautsprechern und Subwoofer erhältlich.
Der Fahrer hält ein unten abgeflachtes Leder-Sportlenkrad in Händen, tanzt mit den Füßen über Aluminiumpedale und schaut auf neu gestaltete Tachoskalen. Zudem wird es ein paar Zusatzinstrumente auf dem Armaturenbrett geben, die ihn über Öltemperatur, Öldruck und Ladedruck informieren.

Performance

Angetrieben wird der neue Focus RS vom gleichen 2,3 Liter Ecoboost-Turbomotor, der auch im neuen Mustang werkelt. Allerdings wird hier die Leistung auf "deutlich über 320 PS" (O-Ton Ford) gesteigert. Auch das Drehmoment liegt laut den Kölnern höher als im Mustang (dort sind es 433 Newtonmeter), weshalb das manuelle Sechsgang-Getriebe ebenfalls überarbeitet werden musste. Die neuen Twin-Scroll-Turbolader sprechen bereits bei niedrigen Drehzahlen an und liefern somit schnell ihre volle Leistung ohne das berüchtigte Turboloch aufkommen zu lassen. Zusätzlich verbaut Ford einen großen Ladeluftkühler um die unter Druck gesetzte Luft mit idealer Temperatur in die Brennräume zu bringen. Die größeren Lufteinlässe in der Frontpartie erlauben eine saubere Frischluftzufuhr für das Triebwerk. Dank klappengesteuerter Auspuffanlage kann der Abgasgegendruck vom Steuergerät feinjustiert werden. Auch bei der Materialwahl wurde viel Wert auf Leistungsstärke gelegt. Für den Zylinderkopf kommt eine neue Aluminiumlegierung zum Einsatz. Er ruht auf einer verstärkten Kopfdichtung, die höhere Temperaturen aushält und in den Zylinderbohrungen sitzen hochfeste Buchsen aus Gusseisen. Ein größeres Kühlerpaket vorn sorgt auch bei Rennstreckenbesuchen dafür, dass der Motor nicht überhitzt.
Durch den neu entwickelten Ford-Performance-Allradantrieb mit dynamischer Drehmomentverteilung wird die Motorleistung auf den Asphalt gebracht. Dabei können durch eine doppelte elektronisch geregelte Kupplung an der Hinterachse bis zu 70% der Gesamtleistung auf die hinteren Räder übertragen werden. Zusätzlich sorgt die Kupplung dafür, dass im Bedarfsfall die volle hinten anliegende Kraft auf nur eines der beiden Räder gegeben wird. Hierzu werden 100-mal pro Sekunde Sensordaten von Lenkwinkel, Geschwindigkeit, Querbeschleunigung und Giermoment abgeglichen, um zu jeder Zeit die bestmögliche Momentenverteilung zu erreichen. An der Vorderachse arbeitet ebenfalls ein Torque Vectoring System, das jedoch auf die Bremsen des Fahrzeugs zurückgreift und in Kurven das kurveninnere Rad leicht einbremst. Das Ergebnis ist eine sensationelle Agilität und Stabilität in Kurven mit nahezu komplett eliminiertem Untersteuern. Zudem lässt der Allradantrieb eine Querbeschleunigung von mehr als 1g zu.
Im neuen Focus RS kommt ein Sportfahrwerk zum Einsatz, dessen Feder- und Stabilisator-Kennlinien allesamt deutlich straffer ausfallen als im Focus ST. Dazu kommen zweifach verstellbare adaptive Dämpfer und eine überarbeitete Servolenkung, die in Verbindung mit einer steiferen Auslegung der Vorderachsgeometrie inklusive gekürzten Anlenkpunkten ein deutlich direkteres Fahrgefühl vermittelt. Bei der Bereifung haben die Kunden die Wahl zwischen dem serienmäßig aufgezogenen Michelin Pilot Super Sport und dem optionalen Michelin Pilot Sport Cup 2, jeweils in 235/35 R 19 und in einer eigens für den Focus RS entwickelten Ausführung.

Preis

Zum Preis verlor Ford bislang kein Wort. Vermutlich gibt es nähere Details dazu erst in Genf.

Quelle: Ford