Porsche Cayman GT4 - Einstiegsdroge

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Soviel Abtrieb wie beim 991 GT3
- 385 PS starker Motor vom Carrera S
- entwickelt in der Motorsportabteilung

 
 
Das neueste Mitglied der GT-Familie aus dem Hause Porsche hört auf den schlichten Namen Cayman GT4. Bereits seit einiger Zeit geisterte diese leistungsstarke Variante als Prototyp durch verschiedene Automobilpublikationen und hielt die Fachwelt in Atem: Wird der Kleine wirklich dem 911 gefährlich? Anhand der jetzt veröffentlichten Leistungsdaten kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen: Ja! Hier steht die neue Einstiegsdroge für sportbegeisterte Autofahrer, denen der Elfer zu gewöhnlich und eventuell zu teuer ist. Die Entwicklung übernahm die Motorsportabteilung in Weissach, die auch für 991 GT3 und GT3 RS verantworlich zeichnet.

Exterieur

Mit dem neuen Cayman GT4 rollt erstmals ein Cayman auf die Straßen, der auf beiden Achsen Abtrieb aufweist. "Entwicklungsziel war es eigentlich, ein Fahrzeug ohne Auftrieb zu haben, nun haben wir Abtriebswerte wie beim GT3, also rund 100 Kilogramm bei Höchstgeschwindigkeit", kommentierte Entwicklungsleiter Andreas Preuninger. Vorn sorgen drei markante Belüftungsöffnungen für eine gute Anströmung der Kühler und vorderen Bremsen. Die Frontschürze erinnert ein wenig an die des 991 GT3 und verfügt im unteren Bereich über eine Spoilerlippe, die bis zu den Radhäusern herumgezogen ist und sich dort bis auf dreiviertel der Radhöhe heraufzieht. Am Heck sorgen der Diffusor und ein feststehender Flügel mit Gurney-Flap für Anpressdruck. Er ist so gestaltet, dass von engagierten Sportfahrern Verstellplatten angebracht werden können. Unterhalb des Flügels findet sich eine ausgeprägte Spoilerlippe auf dem serienmäßig als Spoiler ausgeformten Endbereich der Heckklappe. Die 20 Zoll großen Schmiedefelgen in den Radhäusern greifen das Design der GT3-Räder auf, sind jedoch nicht mit Zentralverschlüssen versehen. Für eine bessere Frischluftzufuhr zum Motor wurden die Sideblades ein wenig ausgestellt und erhielten zudem GT4-Schriftzüge. Die Abgase werden durch zwei zentrale Endrohre nach draußen entlassen. Als letztes kleines Detail fallen noch die eigenständigen Außenspiegel ins Auge.

Interieur

Um den Fahrspaß des Cayman GT4 möglichst ungefiltert an Fahrer und Beifahrer weiterzugeben, verbaut Porsche im Innenraum gut anliegende Sportsitze mit einem Bezugsmix aus Leder und Alcantara. Auf Wunsch sind jedoch auch Schalensitze lieferbar. Dazu gibt es ein neues GT4-Lenkrad mit kleinerem Kranz (360 Millimeter Durchmesser) im Vergleich zu den normalen Cayman-Modellen. Durch das optionale, spezifisch abgestimmte Sport-Chrono-Paket inklusive einzigartiger Track Precision App und ein ebenfalls aufpreispflichtiges Clubsport-Paket lässt sich der GT4 noch mehr in Richtung Rennfahrzeug individualisieren. Wie beim 991 GT3 lassen sich auf der Bestellung auch gezielt Optionen abbestellen, wie beispielsweise die Klimaanlage, das Navigationssystem und das Radio. So lässt sich zusätzliches Gewicht einsparen, das auf der Rennstrecke eh nicht benötigt wird.

Performance

Zwischen Passagieren und Hinterachse werkelt ein 3,8 Liter großes Boxertriebwerk in Mittelmotorbauweise. Abgeleitet vom 991-Carrera-S-Motor leistet es 283 kW/385 PS und verfügt über 420 Newtonmeter maximales Drehmoment. Die Kraftübertragung zu den Hinterrädern übernimmt ein manuelles Sechsgang-Getriebe mit dynamischen Getriebelagern. Nach nur 4,4 Sekunden erreicht der Cayman GT4 Tempo 100, als Höchstgeschwindigkeit gibt Porsche 295 km/h an. Gegenüber den normalen Cayman-Modellgeschwistern wird die GT4-Variante um 30 Millimeter tiefergelegt und erhält eine größer dimensionierte Bremsanlage inklusive diverser Komponenten vom 991 GT3 - optional gibt es die PCCB-Bremsanlage des GT3 mit Carbon-Keramik-Bremsscheiben. Auch die vordere Achse nebst Radaufhängungen stammt vom größeren Bruder. Auf der Nürburgring Nordschleife erreichte das neue Cayman-Topmodell bei Abstimmungsfahrten bereits eine Rundenzeit von 7:40 Minuten. Im April soll ein finaler Anlauf auf die wirklich bestmögliche Rundenzeit erfolgen.
Vorn und hinten arbeiten Aluminiumquerlenker und adaptive Dämpfer (PASM) sowie einstellbare Querstabilisatoren. Auch Spur, Sturz und Höhe lassen sich verstellen. Die elektronische Servolenkung des 991 GT3 erhielt ein Softwareupdate und wanderte ebenfalls in den Cayman GT4. Zudem kommt ein mechanisches Sperrdifferenzial und das Torque-Vectoring-System an der Hinterachse zum Einsatz, um die Motorkraft auch aus engen Kurven heraus sauber auf die Straße zu bringen. Die 20 Zoll großen Pneus vom Typ Michelin Pilot Sport Cup 2 weisen vorn 245 und hinten 295 Millimeter Breite auf. Trotz aller Umbauten und des größeren Motors bringt der GT4 nur 1.340 Kilogramm auf die Waage und ist damit ähnlich schwer wie der Cayman GTS.

Preis

Der neue Cayman GT4 wird bereits ab Ende März bei den Händlern stehen. Er kann ab sofort bestellt werden, kostet mindestens 85.776,- € (inkl. MwSt) und ist damit immer noch fast 5.000,- € günstiger als ein Basis 991 Carrera. Für einen ersten Blick auf den Neuling empfiehlt sich ein Ausflug zum Autosalon in Genf Anfang März. Dort feiert der Cayman GT4 seine Weltpremiere.

Porsche hat zudem ein erstes Video mit dem neuen Cayman GT4 veröffentlicht, dass wir hier nicht vorenthalten möchten:

Quelle: Porsche