Chevrolet Corvette ZR1 - C7-Topmotorisierung

Geschrieben von Kay Andresen am . Veröffentlicht in News

- Leistungsstärkste Serien-Corvette bisher
- finale Variante der Baureihe C7 Stingray
- 2 unterschiedliche Aero-Konfigurationen
- optional mit auffälligem Sebring Orange
- 765 PS starker V8-Kompressormotor
 


Lang erwartet und immer wieder als Erlkönig bei Testfahrten, unter anderem auf der Nordschleife des Nürburgrings abgelichtet, feierte jetzt die endgültige Serienversion der Corvette ZR1 aus der Baureihe C7 Stingray ihre Weltpremiere auf der Dubai Motor Show. Nun ist diese Messe sicher nicht der Ort, an dem Automobilisten diese Premiere erwartet hätten, zumal die beiden wichtigsten Messen in der amerikanischen Heimat der Corvette in Los Angeles und Detroit nur noch wenige Tage und Wochen entfernt sind. Chevrolet wird trotzdem einen triftigen Grund für die Auswahl der Messe in den Emiraten gehabt haben.
 
Interessanterweise wird die neue C7 ZR1 als zum Modelljahrgang 2019 gehörig angekündigt, eigentlich das Modelljahr in dem Fachleute das Debüt der nächsten, dann wohl C8 genannten Generation des uramerikanischen Sportwagens erwarten, die erstmals mit Mittelmotor zu den Kunden rollen wird. Weit entwickelte Erlkönige dieses Modells sind ebenfalls schon reichlich unterwegs und lassen auf eine bald bevorstehende Premiere schließen. Damit ist auch die Rolle der neuen ZR1 gefunden. Sie wird also nicht nur die stärkste jemals in Serie gebaute Corvette aller bisherigen Generationen, sondern auch das glorreiche Finale der Baureihe C7 und damit aller bisherigen, traditionell mit Frontmotor gebauten Ausgaben des amerikanischen Klassikers.

Exterieur - Zwei Varianten mit hohem oder niedrigem Heckflügel

Im Vergleich mit dem bisherigen Topmodell der C7-Baureihe, der Z06-Variante, erhält die ZR1 eine umfangreiche aerodynamische Überarbeitung der Karosserie. Die Kunden der stärksten Corvette aller Zeiten können dabei zwischen zwei unterschiedlichen Aero-Packages wählen, die auf den jeweiligen Einsatz des schnellen Amerikaners abgestimmt sind. Mit dem serienmäßigen 'Low Wing'-Package ist das Fahrzeug auf geringen Luftwiderstand und höchstmögliche Endgeschwindigkeit abgestimmt, während das optionale 'High Wing'-Paket besonderen Wert auf Downforce und bestmögliche Rundenzeiten im Einsatz auf der Rennstrecke legt. Wie die Namen schon vermuten lassen, kann man die beiden Pakete am einfachsten am Heckflügel unterscheiden. Dabei macht der Flügel der 'High Wing'-Variante seinem Namen alle Ehre und beherrscht die Heckansicht ähnlich wie bei der Viper ACR von Dodge.
 
Beide Varianten der Heckflügel sind wie beim Corvette C7R-Rennwagen aus Stabilitätsgründen direkt mit dem Chassis verbunden. Die aerodynamische Optimierung der Corvette ZR1 beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Installation mehr oder weniger großer Heckflügel. Die Frontschürze des schnellen Amerikaners wurde ebenfalls komplett neu gestaltet. Neue und deutlich größere Lufteinlässe, die dem erhöhten Luftbedarf des leistungsstarken Triebwerks Rechnung tragen sowie die aerodynamischen Verfeinerungen fallen gleichermaßen auf. So verfügt die neue ZR1 über einen zusätzlichen Frontflügel unterhalb des Stoßfängers, der in die seitlichen Flaps übergeht. Die formale Gestaltung der äußeren Lufteinlässe zitiert dagegen recht deutlich den 430 Scuderia von Ferrari. In der 'High Wing'-Ausführung, die auf allen bisher verfügbaren Fotos zu sehen ist, ergänzt ein Splitter den aerodynamischen Feinschliff. Weniger der Aerodynamik als viel mehr dem erhöhten Kühlungsbedarf des erheblich nachgeschärften Motors der ZR1 dient die dominant mittig auf der Motorhaube platzierte Hutze aus Carbon, die fast ein wenig an die 'Shaker Hoods' der früheren Muscle Cars erinnert. Jene direkt auf dem Motor angebrachten und durch die Haube geführten Ansaugeinheiten, die sich so schön im unrunden Leerlauf der V8 Motoren geschüttelt haben.
 
Für Individualisten, die ihre Corvette gern etwas auffälliger gestalten möchten, bietet Chevrolet das 'Sebring Orange'-Design-Paket in Verbindung mit der neuen ZR 1 an. Benannt nach einer der bekanntesten Rennstrecken der USA und dem vorherrschenden Farbthema bietet dieses Package eine Außenlackierung in eben dieser Farbe 'Sebring Orange Tintcoat', die einen sehr schönen Kontrast zum hochglänzenden Sichtcarbon der Aerodynamikteile und der Hutze bietet. Ferner gehören ebenfalls Bremssättel in orange zu diesem Paket.

Interieur - Je nach Kundenwunsch angepasst

Im Innenraum der Corvette ZR1 schafft Chevrolet den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit und bietet jedem Kunden das Fahrzeug nach seinen Vorstellungen. Serienmäßig sitzen Fahrer und Beifahrer auf lederbezogenen Sportsitzen mit Einlagen aus Microfaser. Für den komfortorientierten Kunden sind diese auch in Nappaleder mit Heizung und Ventilation versehen verfügbar. Sollte es dagegen eher in Richtung Rennstrecke gehen, bietet Chevrolet wahlweise entsprechende Rennsitze und einen Performance Data Recorder an. Allen Varianten gleich ist das fahrerorientierte Cockpit, das in matt gehaltenem Carbon eingefasst ist. Sollte einmal Bedarf nach Musik jenseits des V8-Aggregats bestehen, ist auf Wunsch eine hochwertige Audioanlage des bekannten Premiumherstellers Bose lieferbar.

Beim 'Sebring Orange'-Paket sorgen im Innenraum verschiedene Designelemente für den orangefarbenen Touch. Beispielsweise die Sicherhetsgurte und die Ziernähte die Lederausstattung. Bronzefarben getöntes Aluminium findet sich passend dazu an Teilen des Lenkrades, der Mittelkonsole und den Rücklehnen der Sportsitze.

Performance - Leistungsstärkste Corvette ab Werk

'The King is returning, stronger than ever.' Mit diesen Worten kündigt Chevrolet nicht weniger als die stärkste jemals gebaute serienmäßige Corvette an. Schon in den bisherigen Baureihen bedeutete die Variante ZR1 jeweils die leistungsstärkste Ausführung. Dieser Tradition wird die neue ZR1 mehr als gerecht. Dem bekannten, 6,2 Liter großen V8-Motor (intern LT5) ließen die amerikanischen Ingenieure reichlich Feinschliff angedeihen. So wurde das Aggregat im Vergleich zur Z06-Variante der C7-Baureihe mit einem um 52 Prozent größeren Kompressor versehen, dessen Ladeluftkühlung ebenfalls leistungsfähiger geworden ist. Das Triebwerk verfügt zusätzlich als erstes innerhalb des GM-Konzerns über eine Doppeleinspritzung, eine Kombination aus primär direkter und zusätzlich indirekter Benzineinspritzung. Nach dieser Kur stehen dem Fahrer 563 kW/765 PS bei 6.300 U/min und 969 Newtonmeter Drehmoment bei 4.400 U/min zur Verfügung, die über ein manuelles Siebengang-Getriebe auf die nicht zu beneidenden Hinterräder losgelassen werden.

Erfreulicherweise verzichtet Chevrolet auch bei der neuesten ZR1 auf ein sequenzielles Getriebe mit Paddleshift am Lenkrad und bietet damit eine echte Alternative zu den europäischen Mitbewerbern, die das manuelle Getriebe mit Ausnahme von Porsche komplett aus ihren Angeboten verbannt haben. Als Alternative zum Spiel mit dem Schaltknüppel kann der Kunde erstmals bei einer ZR1 eine Achtgang-Automatik ordern. Für die auf niedrigen Luftwiderstand optimierte 'Low Wing'-Variante nennt Chevrolet eine Höchstgeschwindigkeit von über 210 mph, das sind mehr als 338 km/h. In Verbindung mit dem 'High Wing'-Package erhält die neue ZR1 serienmäßig das 'ZTK Performance Package', bestehend aus Michelin Pilot Sport Cup 2 Reifen in den Dimensionen 285/30 ZR 19 vorn sowie 335/25 ZR 20 hinten anstelle der sonst verbauten Michelin Super Sport Runflat-Reifen und einem speziell auf hohe Kurvengeschwindigkeiten abgestimmten Chassis inklusive der Magnetic Ride Control. Als Leergewicht geben die Amerikaner 1.598 Kilogramm an.

Preis

Die neue Chevrolet Corvette C7 ZR1 ist ab Frühjahr 2018 auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Über Exportpläne nach Europa ließen die Amerikaner bei der Vorstellung in Dubai noch nichts verlauten, ebensowenig wie über Preise. Dass diese allerdings deutlich über dem Grundpreis der Z06 in Höhe von 79.495,- US$ (etwa 68.135,- €) liegen werden, dürfte jedem Interessenten klar sein.

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Quelle: Chevrolet