Spofec Dawn Overdose - Schön ist anders

Geschrieben von Kay Andresen am . Veröffentlicht in News

- Breitbau-Umbau des Rolls-Royce Dawn
- ausgeführt von Novitec-Tochter Spofec
- vorn sieben, hinten zwölf cm verbreitert
- leichte Leistungssteigerung auf 686 PS
- Luftfederung tiefergelegt, Carbonbremse
 


Der deutsche Rolls-Royce-Veredler Spofec, dessen Name sich aus Spirit of Ecstasy, der berühmten Kühlerfigur der Automobile aus Goodwood herleitet, hat jetzt eine Breitbauvariante des Cabriomodells Dawn vorgestellt. Der Umbau des edlen Briten trägt analog zu einem ähnlichen Umbau für den Wraith (wir berichteten) den Namen Spofec Overdose.

Exterieur - Vorn sieben und hinten zwölf Zentimeter breiter

Die edle und elegante Linienführung des Rolls-Royce Dawn wächst durch die Modifikationen von Spofec deutlich in die Breite. Entwickelt wurde die Formgebung des Overdose in Zusammenarbeit mit dem deutschen Designer Vittorio Strosek, der bereits in der Vergangenheit durch extrovertierte und nicht immer geschmackssichere Umbauten an Luxusfahrzeugen und Sportwagen bekannt geworden ist. Vorn erhält das britische Cabrio eine komplett neu gestaltete Frontpartie mit massiven Lufteinlässen, die gleichzeitig auch tiefer heruntergezogen ist und somit bei höheren Geschwindigkeiten den Auftrieb an der Vorderachse reduziert. Seitlich geht die neue Frontschürze nahtlos in die ebenfalls neu gestalteten und deutlich breiteren Kotflügel über und lässt diese trotz einer Zunahme der Breite von immerhin sieben Zentimetern nicht aufgesetzt wirken. Den wahren Zuwachs an Fahrzeugbreite erkennt man am Absatz hinter den Vorderrädern, an dem die Seitenschweller aus den vorderen Kotflügelverbreiterungen in Richtung Hinterräder verlaufen. An der Hinterachse legt der bayerische Brite in der Breite sogar um satte zwölf Zentimeter zu. Das erreicht Spofec mit komplett neuen Kotflügeln, die wie ihre vorderen Pendants aus Carbon gefertigt sind und in einem aufwendigen Verfahren an die bestehende Karosserie angepasst werden. Nahtlos gehen diese in den Heckabschluss des getunten Cabrios über, der auf Grund des Breitenwachstums ebenfalls neu gestaltet werden musste und mit einem kleinen Heckspoiler aus Sichtcarbon versehen wurde. Zwischen den rechteckigen Endrohren der Auspuffanlage sorgt ein verbindendes Gitter für etwas sportliche Atmosphäre. Satt steht der Dawn auf Leichtmetallfelgen im 'SP1'-Design mit den Dimensionen 9x22 Zoll vorn und 10,5x22 Zoll an der Hinterachse, die mit Reifen des Formats 265/35 ZR 22 vorn und 295/30 ZR 22 an der Hinterachse die deutlich gewachsenen Radhäuser komplett ausfüllen.

Interieur - Individualisierungen ganz nach Kundenwunsch

Mit der hauseigenen Sattlerei ist Spofec in der Lage, individuell auf den Kunden zugeschnittene Innenraumgestaltungen anzubieten. Hierfür stehen Leder und Alcatara in einer breiten Farbpalette ebenso zur Verfügung wie unterschiedlichste Hölzer oder Carbon für die Gestaltung des Cockpits.

Performance - Mehrleistung und optionale Carbon-Bremse

Über das im Plug-and-Play-Verfahren an die bestehende Motorelektronik adaptierte 'N-Tronic'-Modul verpasst Spofec dem Rolls-Royce Dawn eine deutliche Leistungssteigerung. Durch spezielle Kennfelder für Einspritzung und Zündung sowie eine leichte Erhöhung des Ladedrucks steigt die Höchstleistung um 85 kW/115 PS auf nun 505 kW/686 PS, die der Zwölfzylinder mit Biturboaufladung bei moderaten 5.400 U/min zur Verfügung stellt. Das maximale Drehmoment liegt ebenfalls mit einer Zunahme um 160 Newtonmeter deutlich über dem Serienwert bei jetzt 980 Newtonmetern, die bei sehr entspannten 1.800 U/min bereitstehen. Für den Sprint von 0-100 km/h nennt Spofec einen Wert von 4,6 Sekunden während die Höchstgeschwindigkeit aus Rücksicht auf die Reifen beim hohen Gewicht des Dawn bei elektronisch begrenzten 250 km/h verbleibt. Abgestimmt auf die neue Felgen-Reifen-Kombination modifiziert Spofec das Steuergerät der Luftfederung und senkt den Overdose bis zu einer Geschwindigkeit von 140 km/h um 40 Millimeter im Vergleich zur Serie ab. 

Dass ein schweres Fahrzeug, das schnell unterwegs sein kann, auch über gute Bremsen verfügen sollte, ist eigentlich selbstverständlich. Spofec bietet daher für den Overdose optional eine Carbon-Keramik-Hochleistungsbremsanlage mit Scheiben der Grösse 405x30 Millimeter vorn und 395x38 Millimeter hinten an, die zusätzlich das Gewicht der ungefederten Massen im Vergleich zur Serienanlage um 38 Kilogramm reduzieren.

Preis

Der Spofec Dawn Overdose entsteht in einer limitierten Auflage von maximal acht Exemplaren weltweit. Zu Preisen machte der Tuner bei der Premiere keine Angaben, zumal diese auch stark von der auf den individuellen Kunden zugeschnittenen Ausstattung des jeweiligen Fahrzaugs abhängen.

Fazit

Es scheint, dass der Overdose von Spofec seinen Namen nicht ganz zu Unrecht trägt. Der Rolls-Royce Dawn ist in seiner Serienversion ein überaus edles Fahrzeug mit einer eleganten Linienführung. Durch den Umbau der Karosserie wirkt er jedoch, als hätte er eine Überdosis Carbon abbekommen. Besonders der untere Teil der Frontpartie mit den massiven Lüftungsöffnungen ist ein Fremdkörper im Design des Dawn und passt in dieser Form an einen Sportwagen aber nicht an ein so elegantes Cabrio. Die Einlässe verleihen dem Dawn auch nicht ein Plus an Sportlichkeit, wie Spofec es im Pressetext verlauten lässt, sondern machen das Cabrio eher prollig im Auftritt. Ebenso wirken die Kotflügelverbreiterungen fehl am Platz. Sind die vorderen noch besser in das Design des Briten integriert, wirken die hinteren wie nachträglich mit dem Blechhammer in die Breite gezogen. Passend dazu erinnert die Tieferlegung, die in dem Geschwindigkeitsbereich, in dem sie wirksam ist, nur optische Gründe haben kann, ebenfalls an Tuningsünden der Vergangenheit und passt vielleicht zu älteren Golf- oder Kadett-Varianten, aber nicht zu einem Rolls-Royce. Trotzdem wird die limitierte Auflage des Overdose mit Sicherheit ihre Kunden finden und hat damit auch ihre Berechtigung. Es gibt halt immer wieder Menschen, denen ein extrovertierter Auftritt sehr bedeutend ist.


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Quelle: Spofec