Mercedes-Benz G 500 - G-neration 2 - Alles neu?

Geschrieben von Kay Andresen am . Veröffentlicht in News

- Allrad-Ikone von 1979 erhält Nachfolger
- kein softer SUV, richtiger Geländewagen
- optisch eng am berühmten Vorgänger
- innen mit mehr Platz & neuem Cockpit
- anfänglich nur als G 500 erhältlich
 


Nach 39 Jahren Produktionsdauer schickt Mercedes-Benz mit der G-Klasse eine Ikone der Markengeschichte in den wohlverdienten Ruhestand. Was im Frühjahr 1979 mit einem rustikalen Arbeitsgerät ohne großen Komfort, dafür aber mit inzwischen legendären Gelände-Eigenschaften begann, entwickelte sich in den darauffolgenden fast vier Jahrzehnten zu einer Erfolgsgeschichte ohnegleichen. Technisch und leistungsmäßig stets weiterentwickelt blieb die G-Klasse, wie das Modell seit der Umstellung der Nomenklatur bei Mercedes im Jahr 1993 heißt, doch immer ganz die Alte, sehr zur Freude ihrer immer zahlreicheren Fans. Diese fürchteten auch die bereits angekündigte Nachfolgegeneration der Offroad-Ikone aus Graz, doch nach der Premiere des neuen Modells auf der NAIAS in Detroit kann man mit Freude sagen, dass diese Angst unbegründet war. Die neue Generation des Offroad-Klassikers ist in erster Linie eines – eine G-Klasse.

Exterieur - Alles beim Alten - oder doch nicht?

"Stell Dir vor, Mercedes baut eine neue G-Klasse und keiner merkt es". So könnte man kurz den Auftritt des neuen Modells beschreiben. Was in Verbindung mit einem komplett neu entwickelten Fahrzeug meist negativ empfunden würde, ist in diesem Fall als Kompliment an die Entwicklungsmannschaft von Mercedes-Benz zu verstehen. Man hat es verstanden, das Erfolgsmodell fit für die Zukunft zu machen, ohne seinen Charakter zu zerstören.

Die typischen Designelemente der G-Klasse sind allesamt erhalten geblieben. So gehen die massiven, in Wagenfarbe gehaltenen Stoßfänger wie gewohnt seitlich in die Kotflügelverbreiterungen über, nur sind die Übergänge beim neuen G rundlicher und fließender gestaltet. Erhalten geblieben sind ebenfalls die charakteristischen, auf den vorderen Kotflügeln montierten Blinkleuchten. Lediglich die seit einigen Jahren unter den runden Hauptscheinwerfern angebrachten Tagfahrlichter sind nun in die serienmäßigen LED-Hauptscheinwerfer integriert. Der Kühlergrill zeigt erneut die drei Querstreben des Vorgängers und auch die Motorhaube liegt wie seit Beginn der Modellgeschichte auf der Karosserie.

In der Seitenansicht empfängt den Betrachter das gleiche vertraute Gefühl wie beim ersten Kontakt mit der neuen G-Klasse von vorn. Alles scheint wohl bekannt und die typischen Elemente sind auch hier vorhanden. Das beginnt mit der klaren kantigen Linie, die mittig durch die stabile Seitenschutzleiste geteilt wird, die beim neuen G erstmals in Wagenfarbe gehalten ist. Kräftige Türgriffe kommen einem ebenso bekannt vor wie die außen sichtbaren Türscharniere. Wie an der Front sind einige Linien etwas runder, beispielsweise die unteren und oberen Ecken der Türen. Diese fallen aber erst bei einer direkten Gegenüberstellung von altem und neuem Modell auf. Wie gewohnt prägt das außen angebrachte Reserverad auch den neuen G von hinten. Die Rückleuchten, stilistisch angelehnt am Vorgänger, wirken jetzt besser in die Karosserie integriert und nicht mehr so aufgesetzt. Ebenfalls nur im direkten Vergleich fällt das moderate Wachstum des neuen Modells auf. Der G wurde 53 Millimeter länger und immerhin 121 Millimeter breiter.

Interieur - Komplett neu gestaltet mit mehr Raum

Beließ die Designabteilung von Mercedes außen noch fast alles beim Alten, so wiederholt sich diese Strategie im Inneren der neuen G-Klasse keineswegs. Das Armaturenbrett ist komplett neu gestaltet und bietet dem Käufer die Auswahl zwischen klassischen Rundinstrumenten oder auf Wunsch einem modernen Display mit virtuellen Instrumenten im direkten Blickfeld des Fahrers. Beiden Versionen gemeinsam ist ein Zentraldisplay über der Mittelkonsole. Wählt der Fahrer die Variante mit zwei Displays, verschmelzen diese zwei jeweils 12,3 Zoll großen Displays unter einem gemeinsamen Deckglas zu einem Widescreen-Cockpit. Der Fahrer kann die Optik sowohl aus drei verschiedenen Stilen wählen - 'Klassisch', 'Sportlich' und 'Progressiv' - als auch die für ihn relevanten Informationen und Ansichten individuell programmieren. Unter dem Mitteldisplay zeigt sich ein bekanntes Element - die drei Kippschalter der unabhängig anzusteuernden Differenzialsperren.

Wie gewohnt ist das Interieur der neuen G-Klasse edel und wirkt vom Materialmix und der Verarbeitung her hochwertig. Erhalten blieb der Haltegriff für den Beifahrer am Armaturenbrett, manchmal etwas respektlos auch als 'Angstgriff' verspottet. Durch die gewachsene Länge und Breite entsteht ein großzügigeres Raumgefühl als im Vorgänger, der seine Passagiere doch recht nah an den Seitentüren platzierte. So hat der vordere Ellenbogenraum um 68 Millimeter zugenommen, die hintere Beinfreiheit sogar um 150 Millimeter. Die Sitze sind mit zahlreichen Komfortfunktionen ausgestattet, ergonomisch geformt und bieten damit besseren Sitzkomfort und mehr Seitenhalt. Dazu kommen die Memory-Funktion für den Fahrersitz, Sitzheizung vorn und hinten sowie Komfortkopfstützen vorn. Der Sitzkomfort lässt sich gegen Aufpreis mit dem Aktiv-Multikontursitz-Paket noch weiter steigern. Für mehr Gepäckraum lassen sich die Rücksitze zu 60, 40 oder 100 Prozent umklappen.

Performance - Vorerst nur als G 500 erhältlich

Zum Modellstart ist die neuen G-Klasse nur als G 500 mit dem bereits bekannten, vier Liter großen V8-Turbomotor mit 310 kW/422 PS lieferbar. Das maximale Drehmoment beträgt 610 Newtonmeter und liegt im Bereich von 2.000 bis 4.750 U/min an. Die Kraftübertragung erfolgt über das Neungang-Automatikgetriebe '9G-Tronic' von Mercedes-Benz, das für den Einsatz im G extra angepasst wurde.

Der Vorgänger galt seit seiner Vorstellung als einer der weltbesten Geländewagen, verfügte er doch über alle Technik, die im schweren Gelände zum Erfolg verhilft. Sein Nachfolger gibt sich hier keine Blöße und bietet ebenfalls permanenten Allradantrieb, drei voneinander unabhängig schaltbare Sperrdifferenziale für die Achsen vorn und hinten sowie für das Mitteldifferenzial. Dazu kommt eine von den Sperren unabhängig schaltbare Geländereduktion, sodass auch das neue Modell für den harten Offroad-Einsatz bestens präpariert scheint.

Doch nicht nur die Antriebseinheit, auch das Fahrwerk des Klassikers war ein Grund seiner legendären Geländeeigenschaften. Hier allerdings wagt Mercedes eine Neuerung, die hartgesottenen Offroadern ein leichtes Stirnrunzeln entlocken könnte. Verfügte der Vorgängern noch über Starrachsen vorn und hinten, die im Gelände den Vorteil einer unveränderten Bodenfreiheit in allen Fahrsituationen bieten, ist der Nachfolger nun mit einer vorderen Einzelradaufhängung an einer Doppelquerlenker-Vorderachse ausgerüstet, deren Komponenten ohne Fahrschemel direkt am Leiterrahmen angebracht sind. Hinten dagegen bleibt es bei einer Starrachse.

Neben den klassischen Technikdetails bietet die neue G-Klasse vielseitige Einstellmöglichkeiten für Straßen- und Geländefahrten. Das 'Dynamic Select'-System ist jetzt mit bis zu fünf Fahrprogrammen für die G-Klasse verfügbar. Damit lässt sich die Fahrzeugcharakteristik auf Knopfdruck und in Sekundenschnelle verstellen, denn das System ändert auf Wunsch des Fahrers die Eigenschaften von Motor, Getriebe, Fahrwerk, Lenkung und Assistenzsystemen. Die vier Fahrprogramme 'Comfort', 'Sport', 'Eco' und 'Individual' lassen sich bequem über eine Wippe einstellen. Im Eco-Modus ist beispielsweise eine besonders verbrauchsorientierte Fahrweise möglich. Im Sport-Modus dagegen ändern sich die Schaltpunkte des Automatikgetriebes, die Reaktion des Motors aufs Gaspedal, die Parameter der elektrischen Lenkung und die Parameter der Abgasklappe. Mit dem Programm 'Individual' kann der Fahrer seine bevorzugten Fahrzeugeinstellungen selbst konfigurieren. Über dieses System kann der Fahrer ferner im Sport- und Comfort-Modus auch die Dämpfungseigenschaften des Fahrzeugs verändern.

Eine der Voraussetzungen für die verbesserten Fahreigenschaften im Gelände ist neben den klassischen Traktionshilfen der neue 'G-Mode'. Unabhängig vom gewählten Fahrprogramm wechselt die G-Klasse in den G-Mode, sobald eine der drei Differentialsperren aktiviert oder die Geländeuntersetzung eingelegt wird. Dieser Offroad-Modus passt die Verstelldämpfung des Fahrwerks und die Lenkung sowie die Gaspedalkennlinie an, vermeidet unnötige Gangwechsel des Getriebes und sorgt damit für beste Kontrolle und maximale Geländegängigkeit. So ausgerüstet übertrifft der neue G seinen Vorgänger in wichtigen, für den Geländeeinsatz relevanten Werten.

- Steigfähigkeit bis zu 100 Prozent bei entsprechendem Untergrund
- Bodenfreiheit zwischen den Achsen plus 6 Millimeter, jetzt 24,1 Zentimeter
- maximale Wattiefe von jetzt 70 Zentimetern bei Wasser- und Schlammpassagen, ganze 10 Zentimeter zusätzlich
- Fahrstabil bei Schräglagen von 35°, plus 7°
- Böschungswinkel hinten: 30°, vorne: 31°, jeweils plus 1°
- Rampenwinkel: 26°, plus 1°

Abgenommen dagegen hat der neue G im Vergleich zum Vorgänger beim Gesamtgewicht. Ein Materialmix aus hochfestem Stahl und Aluminium ließ die Masse der Offroad-Ikone um immerhin 170 Kilogramm schrumpfen.

Preis

Die Markteinführung des neuen Mercedes-Benz G 500 erfolgt in Deutschland im Mai diesen Jahres. Die Preise beginnen ab 107.040,50 €. Über weitere Modell- und Motorvarianten gibt Mercedes noch keine Informationen bekannt.

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Quelle: Mercedes-Benz

 

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