Lotus Evora 400 - Kraftvoller Auftritt

Geschrieben von Martin Englmeier. Veröffentlicht in News

- 406 PS, 300 km/h Höchstgeschwindigkeit
- Interieur und Exterieur überarbeitet
- 22 Kilogramm weniger Gewicht

 
Wie bereits auf carsdaily.de angekündigt präsentiert Lotus in Genf nun den überarbeiteten, stärkeren Lotus Evora 400.

Exterieur

Der Evora 400 wurde wie schon der Vorgänger erneut vom langjährigen Lotus-Designchef Russell Carr entworfen. Die Front präsentiert sich nun mit größeren Lufteinlässen um größeren Kühlern und dem neuem Ladeuftkühler Platz zu bieten. LED-Tagfahrleuchten und neue Außenspiegel mit integrierten Blinkern komplettieren den neuen, merklich aggressiveren Look. Die Heckschürze kommt nun kantiger daher, mit zweigeteiltem Heckflügel, neuer Schürze und noch prägnanterem Diffusor. Zudem hält Lotus neue Felgen bereit, die insgesamt 3,3 Kilogramm weniger ungefederte Masse mitbringen als die des Vorgängers.
Die optische Überarbeitung trägt auch aerodynamisch Früchte. Gegenüber dem Evora S liegt nun an Vorder- und Hinterachse doppelt so viel Abtrieb an: 32 Kilogramm bei 242 km/h. Der cW-Wert erhöht sich aber auf Grund der größeren Lufteinlässe von 0,33 auf 0,35.

Interieur

Der beschwerliche Ein- und Ausstieg galt bisher als einer der Hauptkritikpunkte am Evora, doch damit ist es nun vorbei. Die Türschweller sind 5,6 Zentimeter niedriger und 4,3 Zentimeter schmaler als vorher. Dabei blieb die extrem hohe Verwindungssteifigkeit des Chassis von 27.000 Netonmetern pro Grad trotzdem vollständig erhalten. Deutlich hochwertiger sind ab jetzt die Türinnenverkleidungen gestaltet, die zudem pro Tür knapp ein Kilogramm einsparen. Auch bei den vorderen Sitzen konnten jeweils drei Kilogramm Gewicht entfallen, während der Seitenhalt besser als zuvor ausfällt. Die optionale Rücksitzbank ist nun breiter und um 3,4 Kilogramm erleichtert. Das Armaturenbrett erstrahlt in vergleichsweise schlichtem Design, flankiert von einer Konsole mit wesentlich übersichtlicheren Drehschaltern und Knöpfen als vorher. In der Mitte des Armaturenträgers wartet ein neues Infotainmentsystem auf seinen Einsatz, das neben einem neuen, moderne Navigationssystem auch eine Audioanlage mit ausgewogenerem Klang bietet. Klimatisierung und Heizung lassen sich feiner justieren, die gesamte Ergonomie zeigt sich durch die schmalere Mittelkonsole entschieden verbessert. Aus dem Vorgänger übernimmt der Evora 400 lediglich das Lenkrad aus Magnesium. Gestartet wird der neue Sportwagen aus Hethel nun ebenso wie die Elise mittels eines Startknopfs.

Getriebe

Zum ersten Mal seit dem legendären 2-11 offeriert Lotus wieder einen Wagen mit mechanischem Sperrdifferential. Das Torsen-Ausgleichsgetriebe wird jedoch nur mit manuellem Getriebe serienmäßig verbaut. Die Automatikvariante, deren Schaltpaddel nun aus echtem Aluminium gefertigt sind, soll durch schnellere Schaltzeiten überzeugen. Die Puristen dürften nun jedoch umso mehr zur manuellen Variante tendieren, zumal diese nun durch eine leichtere Kupplung und Schwungscheibe noch mehr Drehfreude für das Triebwerk verspricht.

Motor/Performance

298 kW/406 PS leistet das neue Aggregat, in erster Linie dank einem neuen größeren Kompressor, der nun 1,74 Liter Ansaugluft pro Umdrehungsminute fördert im Vergleich zu 1,32 Litern beim Vorgänger. Dazu gibt es einen neuen Ladeluftkühler und eine überarbeitete Auspuffanlage. Die Leistungsabgabe soll ähnlich spontan erfolgen wie beim Vorgänger, die flachere Drehmomentkurve demonstriert allerdings deutlich mehr Drehfreude. Das maximale Drehmoment von 410 Newtonmeter (zuvor 400) erstreckt sich über ein breites Band von 3.500 bis 6.500 Umdrehungen pro Minute. Damit geht es in 4,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Als erster Lotus schafft der Evora 400 glatte 300 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die Soundingenieure aus der Potash Lane versprechen zudem einen überaus lebendigen Klangteppich aus der klappengesteuerten Auspuffanlage. Trotz der merklich höheren Leistung ist der Durchschnittsverbrauch niedriger als vorher mit 9,5 Litern pro 100 Kilometern für die Automatikversion und 9,7 Litern pro 100 Kilometern für den Schalter (zuvor 9,7 bzw. 9,9).

Fahrwerk/Chassis

Ein geringes Fahrzeuggewicht hat man sich bei Lotus schon immer auf die Fahnen geschrieben. Der neue Evora 400 liegt in der 2+2-Version bei 1.415 kg DIN-Gewicht (Automatik 1.419 kg) und liegt damit trotz der wesentlich höherwertigen Komponenten 22 Kilogramm unter dem Niveau des Vorgängers. Möglich wurde die Diät vor allem durch eine Menge Arbeit im Detail. Allein der neue Aggregatträger legt 5,6 Kilogramm Speck ab. Die neuen Compound-Bremsen wiegen weniger als die konventionellen Scheiben des Vorgängers bei deutlich vergrößertem Durchmesser (vorne: 370 mm zu 350 mm, hinten 350 zu 332). Auch die Reifendimensionen legen zu (vorne 235/35x19, hinten 285/30x20), die Techniker verwenden jedoch bewusst keine Semislicks, sondern ausgewogene Pneus der Sorte Michelin Pilot Super Sport. Damit umrundet der Evora 400 die Teststrecke in Hethel in der gleichen Zeit wie die radikale Exige S. Dies lässt auf einer Strecke wie der Nürburgring Nordschleife Rundenzeiten unter 7:50 Minuten erwarten.

Preis

Zur Preisgestaltung gibt es noch keine konkreten Fakten, vermutlich dürfte der englische Supersportler in Deutschland aber nicht unter 90.000,- Euro zu haben sein. Das Team um CEO Jean-Marc Gales verspricht sich allerdings viel von dem neuen Flaggschiff. Für die Produktion in Hethel wurde extra das Personal um 150 zusätzliche Mechaniker aufgestockt. Im August sollen die ersten Serienfahrzeuge vom Band rollen.
 
Quelle: Lotus