McLaren P1 GTR - Gelb mit grün

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- 10% mehr Abtrieb als beim Straßen-P1
- 50 Kilogramm weniger Gewicht
- 1.000 PS Hybridleistung

 
 
Nach einigen Ankündigungen und Bildern von den Testfahrten auf diversen Rennstrecken steht nun fest: Der McLaren P1 GTR im serienreifen Zustand trägt auf dem Genfer Auto Salon die Farben des legendären McLaren F1 GTR mit Chassisnummer 06R. Für diejenigen Leser, die sich in der Rennhistorie der 1990er Jahre weniger gut auskennen lösen wir es direkt auf. 06R wurde damals vom Londoner Edelkaufhaus Harrod's gesponsert und trug daher deren gelb-grüne Hausfarben.

Exterieur

Gegenüber dem letzten Jahr in Pebble Beach vorgestellten Showcar hat sich bis zur serienreifen Umsetzung des P1 GTR nur wenig verändert. Neben der auffälligen Kampfbemalung in Gelb und Grün sind es vor allem kleine Details, die gezielt bei der Generierung von noch mehr Abtrieb helfen und den Wagen damit besonders in Kurven noch stabiler machen. Zudem konnte auch die Luftführung zu den Bremsen und Kühlern verbessert werden. Ein aggressiv ausgeformter Frontsplitter teilt den Fahrtwind vor dem Fahrzeug auf und sorgt für eine gezielte Anströmung des glatten Unterbodens nebst Diffusor am Heck sowie der Karosserie mit ihren Anbauten. Im Vergleich zum straßenzugelassenen P1 wurde der P1 GTR um rund 50 Millimeter näher in Richtung Asphalt verlegt. An den Fahrzeugflanken sorgen neu gestaltete Aeroblades für eine bessere Luftströmung zwischen den 19 Zoll großen Rädern.
Die bereits sehr leicht ausgelegte Windschutzscheibe des P1 mit ihren 3,2 Millimetern Glasdicke wurde beibehalten. Dafür erhielten die Seitenscheiben neue Einsätze aus ultraleichtem Polycarbonat. In die Scheibe der Fahrertür wurde ein aufschiebbares Element eingefügt, damit der Fahrer sein Rundenticket oder ähnliche Kleinteile aus dem Auto reichen kann, ohne sich losschnallen zu müssen. Anstelle der Glasteile im Dachbereich kommen ebenso wie anstelle der Heckscheibe über dem Motorraum Carbonbauteile zum Einsatz. Insgesamt werden gegenüber dem Straßenauto 50 Kilogramm Gewicht eingespart.
Das Heck wird durch einen großen, fest montierten Flügel dominiert, dessen Blatt je nach Streckenprofil eingestellt werden kann. In Kombination mit dem Frontsplitter und den Aeroflics vor den Vorderrädern erhöht sich der Abtrieb im Vergleich zum normalen P1 um rund 10% auf bis zu 660 Kilogramm bei 240 km/h (je nach Flügeleinstellung). Der Heckflügel behält zudem die aus der Formel 1 und vom P1 bekannte DRS-Funktion (Drag Reduction System) bei, kann also auf langen Geraden auf Knopfdruck flachgestellt werden, um noch mehr Höchstgeschwindigkeit zu erreichen.
Ein weiteres Detail, das Kennern sofort ins Auge fällt, sind die beiden runden Auspuffendrohre der Abgasanlage aus Titan und Inconel, die zentral aus dem Heck ragen. Die Auspuffanlage ist 6,5 Kilogramm leichter als die Serienanlage und versorgt den P1-GTR-Piloten mit ordentlichem Sound.

Interieur

Im Interieur dominiert nacktes Sichtcarbon und eine fahrerorientierte Bedieneinheit auf der Mittelkonsole. In der Grundkonfiguration kommt der P1 GTR als reiner Einsitzer. Ob wie bei diversen Mitbewerbern ein Beifahrersitz eingebaut werden kann, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unklar. Generell ist das Fahrzeug jedoch als reines Sportgerät für den Piloten ausgerichtet, der mit dem Kauf auch Teil des P1-GTR-Fahrerprogramms wird. Dadurch erhält er Zugang zum Fahrsimulator im McLaren-Werk in Woking, einen auf ihn abgestimmten Fitness- und Trainingsplan unter Zusammenarbeit mit den werkseigenen Fahrtrainern und Physiotherapeuten und diverse Fahrevents auf bekannten Rennstrecken weltweit.

Performance

Der bekannte 3,8 Liter große V8-Biturbomotor wurde auf 588 kW/800 PS leistungsgesteigert. Er ist mit einem 147 kW starken Elektromotor gekoppelt, wodurch die Systemleistung bei 736 kW/1.000 PS steigt. Bei den durchgeführten Testfahrten auf Rennstrecken wie dem YAS Marina Circuit in Abu Dhabi oder der F1-Rennstrecke in Bahrain wurden die Triebwerke speziell auf den sportlichen Einsatzzweck abgestimmt. Zudem wurden Funktionen für den täglichen Verkehr in der Stadt und auf Landstraßen aus dem Steuergerät ausprogrammiert. Gegenüber dem Straßen-P1 wurde außerdem die vordere Spur um 80 Millimeter verbreitert, um ihn noch spurstabiler auf der Ideallinie halten zu können.

Preis

Noch immer gibt es keine genaueren Informationen zum Preis, den McLaren für den P1 GTR aufrufen wird. Allerdings werden die wenigen Exemplare sowieso nur unter den Bestandskunden des straßenzugelassenen P1 verteilt. Sollten Sie also bislang noch keinen P1 in der Garage stehen haben, sich jedoch für die GTR-Version interessieren, ist jetzt noch Zeit zu handeln. Einige wenige P1 sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt aktuell erhältlich.
 
Quelle: McLaren